Das erste Schweizer Testspiel dieses Jahres ist gleich auch das letzte vor den wegweisenden EM-Ausscheidungspartien in Bulgarien und England. Trainer Ottmar Hitzfeld weiss, wo der Schuh am meisten drückt. Im Angriff waren die Schweizer zuletzt harmlos.

Die ersten neun Monate des letzten Jahres hatten den Schweizer Fussballfans wenig Spektakuläres geboten. In zehn Partien erzielte die Schweizer Nationalmannschaft nur gerade fünf Tore. Fünfmal blieb sie gänzlich ohne Torerfolg und nie hatte sie mehr als einen Treffer pro Spiel erzielt.

Nationalcoach Hitzfeld war danach klar, dass die Offensive unbedingt verstärkt werden musste. Gegen Wales setzte er auf einen Basler Block mit den Spitzen Frei und Marco Streller sowie Aussenläufer Valentin Stocker. Dieses Trio war beim 4:1-Erfolg denn auch für drei Tore direkt verantwortlich.

Frei und Yakin

«Mir ist besonders wichtig, dass wir offensive Lösungen suchen und finden. Es soll ein positives Resultat herausschauen», fasste Hitzfeld die Zielsetzung zusammen. Der Lörracher setzt dabei im Wesentlichen auf jene Formation, die in sechs Wochen auch im eminent wichtigen EM-Spiel in Bulgarien zum Einsatz kommen wird. Frei und Yakin werden vorne stürmen. Auf den Seiten sollen Stocker und wahrscheinlich Xherdan Shaqiri anstelle des verletzten Tranquillo Barnetta für Angriffsdruck sorgen. «Für Shaqiri könnte auf der rechten Seite aber auch Eren Derdiyok eine Chance erhalten. Da habe ich mich noch nicht endgültig festgelegt.»

Klar sind dafür die zentralen Duos im defensiven Mittelfeld (Gökhan Inler und Pirmin Schwegler) und in der Abwehr (Steve von Bergen und Stéphane Grichting) nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Johan Djourou. Ins Tor kehrt Diego Benaglio zurück, nachdem er gegen Wales früh ausgewechselt und gegen die Ukraine geschont werden musste. Als rechter Verteidiger kommt Stephan Lichtsteiner zum Einsatz, während auf der linken Seite hinter dem Namen Reto Ziegler noch ein kleines Fragezeichen steht.

Der Söldner von Sampdoria Genua hat in den letzten 30 Tagen neun Spiele bestritten und verspürt leichte Adduktorenprobleme. Hitzfeld: «Ich hoffe, dass er eine Halbzeit spielen kann, wir werden jedoch kein Risiko eingehen.» Die Alternativen für den Genfer sind dünn gesät. Gelson Fernandes wäre eine, auch Grichting hat im Verein schon links aussen gespielt. Shaqiri wäre eine weitere Möglichkeit.

Hitzfeld rügt Dzemaili

Erst im späteren Verlauf soll der nach rund zwei Jahren erstmals wieder aufgebotene Blerim Dzemaili eine Bewährungschance erhalten. Der Mittelfeldspieler von Parma wurde von Hitzfeld gerügt, weil er sich in einem Zeitungs-Interview ungeschickt geäussert hatte: «Ich bin besser als Pirmin Schwegler». Hitzfeld: «Er sagte mir, dass er falsch zitiert worden ist. Solche Interviews muss ein Spieler aber immer gegenlesen. Wenn so etwas nochmals passieren würde, müsste ich als Coach die Reissleine ziehen.»

Klare Worte fand der Nationalcoach zu Diskussionen über seine mögliche Vertragsverlängerung. «Ich möchte jetzt nicht näher auf die Verhandlungen eingehen. Wir sind im Gespräch, werden uns vor dem Bulgarien-Spiel im März nochmals treffen. Man muss schauen, jetzt möglichst schnell eine Lösung zu finden.