Vielleicht wird das Spiel heute in Basel für den FC Zürich die endgültige Befreiung. Das Ende des Abstiegskampfs. Warum nicht wieder einmal ein Zeichen setzen? Zumal der FCZ gerade zum ersten Mal in dieser Saison zwei Spiele in der Meisterschaft hintereinander gewonnen hat.

Vielleicht wird das Spiel in Basel für den FC Zürich aber auch eine neuerliche Ernüchterung. Die zarte Pflanze der Hoffnung mit dem Bulldozer überfahren. Eine Fortsetzung der vier krachenden Niederlagen im St. Jakob-Park zuletzt. 1:3, 1:5, 1:4 und 2:4.

Wer weiss das schon beim FCZ, dieser Wundertüte, die zwar im Cupfinal steht, aber gleichwohl noch viel zu instabil ist, als dass Trainer Sami Hyypiä beruhigt dem Saisonende entgegenblicken könnte. Oliver Buff sagt: «Wir spielen gegen den FC Basel. Nicht gegen Barcelona. Auch die werden Fehler machen, wenn wir sie unter Druck setzen.»

Buff ist einer jener Spieler, die beim FCZ gerade wieder etwas aufblühen. Und erstmals darf er das auf seiner erklärten Lieblingsposition tun – als Spielgestalter in der Offensive. «Schön, dass ich diese Chance nun bekomme», sagt er, «ich musste lange genug darauf warten.»

Seit sechs Jahren ist Buff nun beim FCZ im Fanionteam. Es ist eine lange Zeit. Manchmal kommt es einem vor, als wäre er schon ewig Teil des FCZ. Dabei ist Buff erst 23. Keiner in der Liga weist in diesem Alter mehr Einsatzminuten in der Super League auf. Noch in dieser Saison könnte Buff die 10 000 erreichen.

Gleichwohl musste er lange Jahre warten, um sich als Spielgestalter versuchen zu dürfen. «Manchmal hätte ich mir gewünscht, mich einem echten Konkurrenzkampf stellen zu können. Dann hätte ich mich entweder durchgesetzt – oder wäre eben auf der Bank gesessen.» Seit Beginn seiner FCZ-Zeit aber hat Buff auf so ziemlich jeder Position gespielt. Zentral, auf dem Flügel, in der Innenverteidigung.

Vor einem Jahr bestritt er gar die Vorbereitung hinten rechts, ehe ein Nasenbeinbruch den Rechtsverteidiger Buff verhindert. «Klar ist es toll, dass ich fast immer irgendwo zum Einsatz kam. Aber für die Entwicklung wäre es besser gewesen, wenn ich mich auf eine oder zwei Positionen konzentriert hätte.»

Bescheiden geblieben

Buff war eine der tragenden Säulen beim Weltmeistertitel mit der U17 im November 2009. Er war es, der im Zentrum die Fäden zog, nicht Granit Xhaka. Er war es auch, der den Eckball schlug zu Seferovics Weltmeister-Tor im Final. «Es ist eine Zeit, die ich natürlich nie in meinem Leben vergessen werde.»

Dass er über all die Jahre in Zürich geblieben ist, bereut Buff nicht. Trotzdem ist er gespalten in der Diskussion, ob Junge früh ins Ausland sollen. «Der Stellenwert als Schweizer ist so oder so relativ klein, egal, was man schon erreicht hat.» Beispiele dafür gibt es genügend.

Valentin Stocker etwa, der trotz mehrfacher Champions-League-Teilnahmen in Berlin nicht regelmässig spielt. Wohingegen einer wie Ulisses Garcia, in der Super League völlig unbekannt, aus dem Nichts zum plötzlichen Stammspieler bei Werder Bremen aufgestiegen ist.

Also sagt Buff: «Wenn ich einen Sohn hätte, würde ich ihm wohl raten, früh ins Ausland zu gehen.» Natürlich, für einen 23-Jährigen stehen noch manche Türen offen. Doch erst einmal gilt es für Buff, beim FCZ weiter bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Zum Beispiel heute in Basel.