Nun ist es also bekannt, das vorläufige Kader der Schweiz für die EM 2016 in Frankreich. Die wichtigste Information gleich vorne weg: Ex-Captain Gökhan Inler figuriert nicht im 28-köpfigen Aufgebot von Nationalcoach Vladimir Petkovic für das EM-Vorbereitungslager in Lugano. Auch Pajtim Kasami, Timm Klose, Fabian Lustenberger und Valentin Stocker sind nicht aufgeführt.

«Es tut mir sehr, sehr Leid für Gökhan. Er ist ein grosser Spieler, ein grosser Charakter. Aber ich musste in meinem Denken und Handeln konsequent bleiben», sagt Petkovic dazu und erwähnt vor allem, dass der Mittelfeldspieler im Jahr 2016 in der Premiere League keine Sekunde gespielt hat - nicht einmal als sein Verein Leicester City vorzeitig als englischer Meister festgestanden habe. «Und Wettkampf-Rhythmus», so der Nationaltrainer, «ist eine der allerwichtigsten Voraussetzungen für ein Aufgebot zu einem so wichtigen Turnier.»

Fabian Frei kehrt in die Nati zurück

Erstmals seit März 2015 wieder dabei ist Fabian Frei. Der Mittelfeldspieler hat sich bei Mainz 05 von einer langwierigen Verletzung gut erholt und in der Schlussphase der Bundesliga-Saison viel zur direkten Qualifikation der Mainzer für die Europa League beigetragen. Als einziger Nati-Neuling ohne bisherige Einsätze für die A-Nationalmannschaft ist Denis Zakaria von den Young Boys auf der Liste von Nationalcoach Petkovic.

Das vorläufige Schweizer Kader für die EM 2016

Dieser wird sein Kader zum Start ins Trainingslager nicht vollständig zur Verfügung haben. Die Spieler aus der Super League (Meisterschaftsende am 25. Mai) werden frühestens am 26. Mai anreisen. Dazu gewährte der Nationalcoach Roman Bürki und Stephan Lichtsteiner, die am Wochenende mit Borussia Dortmund und Juventus Turin in den Cupfinals von Deutschland und Italien stehen, noch ein paar Tage Urlaub; dasselbe gilt für Haris Seferovic, der mit Eintracht Frankfurt die Auf-/Abstiegsspiele gegen Nürnberg bestreitet.

Lichtsteiner wird neuer Nati-Captain

Am Rande der Bekanntgabe des Kaders für die EM-Vorbereitung teilte Nationalcoach Vladimir Petkovic in Zürich mit, dass Verteidiger Stephan Lichtsteiner von Juventus Turin der neue Captain der SFV-Auswahl ist. Er machte damit offiziell, was nach Inlers Ausbootung erwartet worden war. Lichtsteiner war schon seit dem Rücktritt von Torhüter Diego Benaglio vor zwei Jahren nach der WM in Brasilien der Vize-Captain des Teams gewesen.

Beim Zusammenzug im März 2016 war Inler erstmals seit neun Jahren aus sportlichen Gründen nicht aufgeboten worden. Schon damals lief Lichtsteiner im Testspiel in Zürich gegen Bosnien-Herzegowina (0:2) als Captain auf, nachdem er vier Tage zuvor bei der Partie in Irland noch verletzt gewesen war.

Erster Stellvertreter von Lichtsteiner ist Watford-Spieler Valon Behrami, dahinter folgt in der Hierarchie Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach.

Panne bei der Bekanntgabe

Bei der Bekanntgabe des vorläufigen Schweizer Kaders für die EM 2016 in Frankreich kam es beim Schweizerischen Fussballverband SFV offenbar zu einer Panne: Wenige Minuten vor der Pressekonferenz Petkovics veröffentlichte der Verband bereits die entsprechende Medienmitteilung.

Schweizer Aufgebot für das EM-Vorbereitungs-Camp in Lugano (22. Mai bis 3. Juni)

Tor: Roman Bürki (Borussia Dortmund), Marwin Hitz (Augsburg), Yvon Mvogo (Young Boys), Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach). - Verteidigung: Johan Djourou (Hamburger SV), Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach), Michael Lang (FC Basel), Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin), François Moubandje (Toulouse), Ricardo Rodriguez (Wolfsburg), Fabian Schär (Hoffenheim), Philippe Senderos (Grasshoppers), Steve von Bergen (Young Boys), Silvan Widmer (Udinese). - Mittelfeld/Sturm: Valon Behrami (Watford), Eren Derdiyok (Kasimpasa), Blerim Dzemaili (Genoa), Breel Embolo (FC Basel), Gelson Fernandes (Rennes), Fabian Frei (Mainz), Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen), Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt), Xherdan Shaqiri (Stoke City), Renato Steffen (FC Basel), Shani Tarashaj (Grasshoppers), Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Denis Zakaria (Young Boys), Luca Zuffi (FC Basel).