Super League

Nur Basel und YB sind in der Super League sorgenfrei

Sion-Trainer Stéphane Henchoz hofft im Rhone-Derby mal wieder auf drei Punkte

Sion-Trainer Stéphane Henchoz hofft im Rhone-Derby mal wieder auf drei Punkte

Mit Basel und YB stehen vor der 12. Runde der Super League die beiden Titelfavoriten an der Spitze. Während die Topklubs ihr Programm humorlos abspulen, profitieren sie von Unruhe bei der Konkurrenz.

Es ist nicht so, dass Cupsieger Basel oder Meister Young Boys in der Meisterschaft auf Hilfe angewiesen wäre. Und doch erhalten die beiden Schweizer Topadressen im Klubfussball derzeit fremde Unterstützung, um ihre Vormachtstellung weiter zu festigen. Diese kommt nicht etwa vom Verband, sondern von der Konkurrenz, die an verschiedenen Fronten zu kämpfen hat: sportlich, strukturell, finanziell.

Da sind die üblichen Verdächtigen wie der FC Sion, der nach überzeugendem Saisonstart in Valon Behrami erst seinen vermeintlichen Starspieler und dann komplett den Faden verlor. Auf sieben Pflichtspielsiege de suite folgten vier Niederlagen. In der Tabelle bedeutete die Baisse den Fall vom 2. in den 4. Rang. Wer die Verhältnisse im Wallis kennt, kann sich vorstellen, dass Trainer Stéphane Henchoz sich nicht mehr viele Misserfolge wird erlauben können.

Für das Rhone-Derby reist mit Servette ein Team ins Wallis, das einen ähnlichen Saisonverlauf aufweist wie Sion. Nach dem Saisonstart mit Achtungserfolgen des Aufsteigers gegen YB (1:1), Luzern (1:0) und Thun (4:0) folgte der Bruch im September im Cup gegen die Grasshoppers (0:1). Seither hat das Team von Trainer Alain Geiger aus fünf Partien nur noch zwei Punkte geholt.

Dann ist da dieser wankelmütige FC Zürich, bei dem sich Sieg und Niederlage zuletzt zwar die Waage hielten - die Niederlagen aufgrund ihrer Höhe allerdings intensiv nachhallten. Gegen die Topklubs aus Basel und Bern resultierte für Ludovic Magnin und sein Team aus den letzten vier Begegnungen ein Verhältnis von 0:15 Toren. Am Sonntag tritt mit dem FCB einer dieser gefürchteten Gegner im Letzigrund zum Vergleich an. Trotz der katastrophalen Bilanz will Magnin sein Team mutig nach vorne spielen sehen. "Und selbst falls Basel 1:0 oder 2:0 führt, werden wir weiter hoffen und alles probieren, das Spiel zu drehen", sagte der 40-Jährige.

Ruhe in St. Gallen und Luzern in Gefahr

Aussergewöhnlich präsentiert sich die Ausgangslage bei Luzern und dem FC St. Gallen. Obschon die Formkurve in der Ost- wie Innerschweiz zuletzt nach oben zeigte, droht von Nebenschauplätzen Unruhe in das auf dem Platz funktionierende Gebilde getragen zu werden.

Im FCL sorgte vor dem Auswärtsspiel bei Neuchâtel Xamax zuletzt nicht primär der Fakt für Missgunst, dass mit Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris, Marco Sieber und Hans Schmid gleich vier Verwaltungsräte aus der FCL Holding AG ihren Rücktritt bekannt gaben. Viel mehr ärgerte man sich in Luzern darüber, dass die Informationen durch Indiskretionen an die Öffentlichkeit gelangten und so für "unnötige Unruhe" im Klub sorgten.

Bei St. Gallen, das aus den letzten sechs Spielen sogar mehr Punkte holte als die Branchenleader Basel und YB, musste Trainer Peter Zeidler an der Pressekonferenz im Vorfeld des Duells mit Lugano statt Fragen zur Taktik seines Teams solche zu den Finanzen des FCSG beantworten. Obschon das Defizit von 5,1 Millionen Franken, das grösstenteils auf Altlasten zurückzuführen ist, keinen Einfluss auf die Liquidität des Vereins hat, rückte die sportliche Edelleistung der letzten Wochen in den Hintergrund.

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