Da standen sie und applaudierten. Jene englischen Zuschauer, die zu einem grossen Teil erst für den so wichtigen Halbfinal gegen Kroatien angereist waren. Das Spiel war schon seit über einer Stunde zu Ende im Luschniki-Stadion in Moskau, die englischen Fans aber standen immer noch in grosser Anzahl auf der Tribüne und sangen trotz Niederlage.

Zwar sangen sie nicht «Football’s coming home», die Fussballhymne, die in diesem Sommer wieder zum Motto der Engländer erklärt wurde. Dafür trällerten sie «Don’t look back in Anger» von Oasis und die englische Nationalhymne. Einige Spieler kamen aufs Feld zurück, um sich zu bedanken. Sie wurden mit Jubel und Applaus bedacht. Keine Kritik nach dem Verpassen des WM-Finals.

Das englische Nationalteam hat mit viel Leidenschaft, vielen jungen, hungrigen und schnellen Spielern die Herzen der Fans erobert.

  

Das junge englische Team war ohne grosse Erwartungshaltung in das Turnier gestartet. Aber es hat mit viel Leidenschaft, vielen jungen, hungrigen und schnellen Spielern die Herzen der Fans erobert. Zum langersehnten Final, seit 1966 wartet das Mutterland des Fussballs auf eine Endspielteilnahme, reichte es zwar nicht. Doch endlich hatten die Fans wieder ein Team gesehen, auf das sie stolz sein konnten in der fussballverrückten Nation.

Helden in der Heimat

Englands Youngster Marcus Rashford, der im Halbfinal eingewechselt wurde, wusste, bei wem sich die Engländer für die beste Weltmeisterschaft seit langer Zeit zu bedanken haben. Er twitterte in Richtung des Trainers Gareth Southgate: «Du hast uns den Glauben und die Liebe zum Fussball zurückgegeben. Danke Boss, von der ganzen Nation.» Ähnlich euphorisch klang es in den englischen Medien. «The Daily Mirror» etwa titelte: «Helden – wir sind stolz auf euch».

Marcus Rashford twitterte für seinen Trainer: ««Du hast uns den Glauben und die Liebe zum Fussball zurückgegeben. Danke Boss, von der ganzen Nation.»

  

Das lange Warten auf den Titel hat bei England also noch kein Ende gefunden. Das Träumen geht aber bereits weiter. So äusserte sich Prinz William etwa: «Wir wissen, dass da noch mehr kommt von diesem England-Team.» Vielleicht ja schon 2020: Dann findet der Final der Europameisterschaft im Londoner Wembley-Stadion statt. England ist verliebt in dieses Team.