Trainerwechsel

Neuer FCZ-Trainer Forte: «Die Mission ist nicht unmöglich»

FCZ: Das ist Fortes Strategie

FCZ: Das ist Fortes Strategie

Zürich – 13.05.2016 – Der Ex-YB-Trainer Uli Forte übernimmt per sofort das schwierige Traineramt des FC Zürich. Mittels Spielergesprächen will er herausfinden, wo der Schuh beim Traditionsverein drückt.

Uli Forte soll den FC Zürich vor dem Abstieg in die Challenge League retten. Der 42-jährige Zürcher, der am Freitag vorgestellt wurde, tritt beim Tabellenletzten der Super League die Nachfolge von Sami Hyypiä an.

Forte einigte sich mit dem Cupfinalisten und Tabellenletzten der Super League auf beidseitigen Wunsch auf einen Vertrag bis Saisonende. "Was nach dem 29. Mai ist, ist egal. Wir haben momentan keine Zeit, über die Zukunft zu diskutieren", sagte Forte bei seiner Vorstellung im Beisein von Präsident Ancillo Canepa in der Zürcher Saalsporthalle. Es gehe nun darum, den in Not geratenen Traditionsverein so schnell als möglich vom Tabellenende wegzubringen. "Die Energie muss voll und ganz in die Mannschaft fliessen."

FCZ: Uli Forte versucht den Abstieg zu verhindern

FCZ: Uli Forte versucht den Abstieg zu verhindern

Zürich – 13.05.2016 –Der Ex-YB-Trainer Uli Forte ist der Nachfolger von Sami Hyypiä. Er übernimmt per sofort das schwierige Traineramt des FC Zürich.

Exakt zehn Jahre nach der "Schande von Basel", als der FCZ am 13. Mai 2006 dank einem 2:1 in der 93. Minute dem FC Basel in letzter Minute den Titel entriss, was einen Platzsturm der Basler Fans zur Folge hatte, präsentierte Canepa den 42-jährigen Zürcher Forte als Hoffnungsträger für den arg ins Schlingern geratenen Stadtzürcher Klub. Nach dem desolaten Auftritt am Mittwoch gegen Lugano (0:4) befindet sich der FCZ drei Runden vor Schluss auf dem Abstiegsplatz. Forte habe mehrmals bewiesen, dass er Klubs in schwierigen Situationen helfen kann. "Er ist aufgrund seiner Erfahrung und seines Typs die ideale Person", so Canepa.

Uli Forte soll den FCZ vor dem Abstieg retten

Uli Forte soll den FCZ vor dem Abstieg retten

Zürich – 13.05.2016 –Der Ex-YB-Trainer Uli Forte ist der Nachfolger von Sami Hyypiä. Er übernimmt per sofort das schwierige Traineramt des FC Zürich.

In der knapp vorhandenen Zeit will der "Feuerwehrmann" (Forte) vor allem an der Mentalität arbeiten. Es sei offensichtlich, dass die Spieler des FCZ derzeit unter Wert geschlagen seien. "Der Kopf ist entscheidend. Dort muss ich den Hebel ansetzen, die richtigen Schrauben drehen, die richtigen Knöpfe drücken, damit die Spieler wieder befreit aufspielen können. Das Fussballspielen haben sie sicherlich nicht verlernt", so Forte. Er kündigte viele Einzelgespräche an und verzichtete am Freitagnachmittag auf Kosten eines Teamevents auf eine erste Trainingseinheit auf dem Platz. Das Feuer, das am erlöschen sei, müsse wieder entfacht werden.

Ausland als Option

Für Forte ist Zürich die vierte Station in der Super League nach St. Gallen, den Grasshoppers und den Young Boys. Seinen grössten Erfolg hatte er 2013 mit den Grasshoppers gefeiert, als er diese zum Cupsieg und auf Rang 2 der Super League führte. Die vor seiner Ankunft kriselnden Young Boys stabilisierte er ebenfalls und holte mit ihnen die Ränge 3 und 2, ehe zu Beginn der dritten Saison das baldige Out folgte.

Bei den Bernern war er im letzten August nach nur drei Meisterschaftsspielen und dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation gegen Monaco entlassen worden. Seither war Forte ohne Verein, blieb aber am Ball und bildete sich persönlich weiter. So schaute er im letzten Herbst zweimal vier Tage bei Pep Guardiola in München rein, zuletzt hospitierte er eine Woche in Sassuolo, dem Überraschungsteam in der Serie A. "Ich habe die Fühler ausgestreckt", so Forte. Ein Engagement im Ausland ist für ihn durchaus eine Option. Seine Zukunft interessiere ihn derzeit aber nicht.

Eine Herzensangelegenheit

Forte liess durchblicken, dass es sich bei seinem Engagement beim FCZ auch um eine Herzensangelegenheit handelt. "Zürich ist meine Stadt", sagte der in der Agglomeration in Brüttisellen aufgewachsene Sohn italienischer Einwanderer. Obwohl ihm einige in seinem Umfeld von einer Zusage abgeraten hätten, brauchte Forte keine grosse Bedenkpause, als sich Canepa am Donnerstag nach der Demission Hyypiäs bei ihm gemeldet hatte. "Ich hätte es mir zwar leicht machen und das Ganze von zuhause aus auf dem Liegestuhl weiter verfolgen können", so Forte. Er wollte aber wieder zurück ins Geschäft. "Am meisten zu verlieren hat der FCZ, darum bin ich auch bereit zu helfen."

Gleich in seinem ersten Spiel als FCZ-Verantwortlicher trifft Forte am Pfingstmontag auf seinen früheren Arbeitgeber St. Gallen. Dort war er 2011 nach exakt 1000 Tagen entlassen worden, nachdem er in seinem ersten Jahr die Ostschweizer zurück in die Super League geführt hatte. Danach folgen noch der Auftritt in Sitten und zum Abschluss das Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Vaduz, ehe vier Tage später mit dem Cupfinal gegen Lugano - aus Sicht Fortes "das Dessert" - eine verkorkste Saison doch noch einen guten Abschluss finden könnte. "Ich mache 'all in' und hoffe, dass ich am Ende als Sieger vom Pokertisch weggehen werde."

Meistgesehen

Artboard 1