Bereicherung
Neue Dimension im Fifa-Skandal: Top-Funktionäre um Blatter bereicherten sich um 79 Millionen

Nach Angaben von Fifa-Anwälten sollen sich Ex-Präsident Sepp Blatter, der entlassene Generalsekretär Jérôme Valcke und der kürzlich ebenfalls gefeuerte Finanzchef Markus Kattner in der Vergangenheit massiv selbst bereichert haben.

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In der FIFA kehrt keine Ruhe ein: Top-Funktionäre um Sepp Blatter sollen sich um Millionen-Beträge bereichert haben.

In der FIFA kehrt keine Ruhe ein: Top-Funktionäre um Sepp Blatter sollen sich um Millionen-Beträge bereichert haben.

KEYSTONE/EPA FILE/ENNIO LEANZA

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter, Ex-Generalsekretär Jérôme Valcke und der ehemalige Finanzdirektor Markus Kattner haben sich laut einer internen Untersuchung des Fussball-Weltverbandes in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 79 Millionen Schweizer Franken bereichert. Das teilte die FIFA am Freitag mit.

Die FIFA hat die Unterlagen bereits an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justizbehörde weitergeleitet und eine volle Kooperation angekündigt. Es sei klar, dass diese ersten Erkenntnisse weiterer Untersuchungen bedürfen. Laut der FIFA hätten die Zahlungen und die Vertragsabschlüsse gegen Schweizer Recht verstossen. Auch die FIFA-Ethikkommission wurde in Kenntnis gesetzt.

Sie sollen sich um insgesamt 79 Millionen Franken bereichert haben: Sepp Blatter, Jérôme Valcke und Markus Kattner (von links).

Sie sollen sich um insgesamt 79 Millionen Franken bereichert haben: Sepp Blatter, Jérôme Valcke und Markus Kattner (von links).

Keystone

Bei den möglichen Bereicherungen geht es laut FIFA um Bonuszahlungen, Gehaltssteigerungen und andere Zuwendungen. "Die Untersuchung hat Beweise für die Verletzung treuhänderischer Pflichten offenbart", teilte die FIFA mit.

Die Schweizer Behörden wurden auch schon tätig. Bereits am Donnerstag durchsuchten die Ermittler Büros in der FIFA-Zentrale. "Konkret wurden Dokumente und elektronische Daten sichergestellt, die nun auf ihre Relevanz zum laufenden Verfahren geprüft werden", erklärte die Bundesanwaltschaft, die seit September 2015 gegen Blatter wegen des Verdachts der Untreue und seit März dieses Jahres gegen Valcke wegen des Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie weiterer Delikte ermittelt.

Die von der FIFA nun vorgelegten Zahlen haben es in sich. So haben sich Blatter und Co. offensichtlich regelmässig Bonuszahlungen zukommen lassen. Am 1. Dezember 2010 wurden beispielsweise als Bonus für die WM in Südafrika insgesamt 23 Millionen Schweizer Franken auf die Konten von Blatter, Valcke und Kattner eingezahlt. Schon ein Jahr später waren es 26 Millionen Schweizer Franken für die Endrunde 2014, obwohl das Turnier noch in weiter Ferne lag.

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Keystone

Nur ein kleiner Kreis hatte dabei Kenntnis von den Zahlungen, mitunter wurden die Verträge gegenseitig bewilligt. Auch die Unterschrift des 2014 verstorbenen ehemaligen FIFA-Vizes Julio Grondona, der Vorsitzender der Finanzkommission war, taucht häufig auf.

Doch damit nicht genug. So wurden beispielsweise kurz vor der Präsidentenwahl 2011 die Verträge von Valcke und Kattner kurzerhand um achteinhalb Jahre verlängert, obwohl unklar war, ob Blatter überhaupt wiedergewählt wurde. Die Kontrakte enthielten dabei höchst fragwürdige Klauseln, die gegen Schweizer Recht verstiessen.

So wurde etwa geregelt, dass bei einer vorzeitigen Trennung das komplette Gehalt bis zum Vertragsende ausbezahlt werden muss - ungeachtet dessen, ob eine Vertragsauflösung rechtlich begründet sei. Dazu gab es eine sogenannten "Schadloserklärung", wonach die FIFA für alle Verfahrenskosten aufkommt, sollte der Mitarbeiter wegen seiner FIFA-Tätigkeit zivil- oder strafrechtlich belangt werden.

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