In einem der Interview der "Bild"-Zeitung erklärte der Mittelfeldspieler von Real Madrid: "Aus meiner Sicht wäre es peinlich, sich als Mannschaft hinter dieser - hauptsächlich öffentlich ausgetragenen - Debatte zu verstecken und dies mit als Grund für das Abschneiden zu nennen."

Özil sei "ein lieber Kerl" und hätte "einen besseren Abgang verdient gehabt", sagte Kroos. Die Art und Weise des Rücktritts sei aber "nicht in Ordnung" gewesen. Der Weltmeister von 2014 habe die Chance verstreichen lassen, sich zu dem Foto mit Erdogan zu erklären. Darauf war Özil erst bei seinem Rücktritt im Juli eingegangen.

"Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet", sagte Kroos. "Ich denke, dass er selbst weiss, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns ja immer wieder aus Überzeugung für Vielfalt und Integration ein. Mesut war dafür ein gutes Beispiel, wie viele andere unserer Mitspieler auch."

Özil sei zurecht für das einige Wochen vor dem WM-Beginn entstandene Erdogan-Foto kritisiert worden. "Trotzdem wurde er von der sportlichen Leitung und im Mannschaftskreis absolut unterstützt", betonte Kroos.

Auch zu seiner eigenen Zukunft im Nationalteam äussert sich der Real-Superstar: "Ich habe gute Gespräche geführt mit Trainer Jogi Löw. Ich stehe weiter zur Verfügung, nach Absprache mit Löw wird es aber immer mal wieder Ruhepausen geben."