Nationalmannschaft
Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld und das neue Gefühl

Erstmals startete die Schweiz unter Hitzfeld mit zwei Siegen in eine Qualifikation.Der Kurs in Richtung WM 2014 in Brasilien stimmt.

Etienne Wuillemin, Luzern
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Ottmar Hitzfeld fokussiert sichbereits auf Norwegen.key

Ottmar Hitzfeld fokussiert sichbereits auf Norwegen.key

Das Ziel heisst WM in Brasilien. Der Weg dorthin ist lang, trotz günstigem Los. Die Frage an Ottmar Hitzfeld nach zwei Spielen mit zwei Siegen lautet deshalb: Wie viele Kilometer des Marathons nach Brasilien hat die Schweiz hinter sich gebracht? Hitzfeld überlegt. Dann lächelt er. Und sagt: «Vielleicht 8 Kilometer. Aber die Hauptsache ist: Diese 6 Punkte kann uns niemand mehr nehmen.»

In seiner Karriere hat Hitzfeld vieles erreicht. Er gewann zwei Mal die Champions League, ist siebenfacher deutscher Meister. Aber wie es ist, als Nationaltrainer mit zwei Siegen zu starten, hat er trotzdem noch nie erlebt. «Angenehm», sei das Gefühl. Und er sagt: «Erfolgreich zu sein, bedeutet auch, dass wir die kleinen Probleme besser bewältigen können.»

Als Schlüsselmoment bezeichnet Hitzfeld die 31. Minute im Spiel in Ljubljana. «Wenn uns Diego Benaglio unmittelbar nach dem Pfostenschuss von Derdiyok nicht gerettet hätte, wäre das Spiel möglicherweise gekippt.» Die Parade leitete so aber die beiden 2:0-Erfolge ein.

Der nächste Lebensabschnitt

Klar, noch tanzt die Schweiz nicht Samba, auch das haben die Spiele gegen Slowenien und Albanien deutlich aufgezeigt. Allein, in dieser Phase ist das unerheblich. In den wichtigen Momenten zeigte die Schweiz erstaunliche und selten gesehene Qualitäten. An erster Stelle die Effizienz. Die erste gefährliche Aktion führte in beiden Partien zum ersten Tor.

Grossen Anteil daran haben Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die beiden jungen, unerschrockenen haben es Hitzfeld besonders angetan. «Nun wird es interessant, zu beobachten, wie sie den nächsten Lebensabschnitt bewältigen», sagt Hitzfeld. «Sie werden bereits jetzt zu Superstars gemacht, diesen Spagat muss man erst verkraften können.»

Norwegen mit Rücken zur Wand

Hitzfelds Fokus liegt nun ganz auf Norwegen, dem designierten Haupt-Konkurrenten um die direkte WM-Qualifikation. «Norwegen steht mit dem Rücken zur Wand, sie wissen: Bei einer Niederlage in Bern wird es sehr schwer, uns noch einzuholen.» Auch deshalb warnt Hitzfeld bereits heute vor einem schwierigen Spiel.

Tatsache ist trotzdem: Gewinnt die Schweiz gegen Norwegen, ist mindestens die Hälfte des Marathons geschafft.