Super League
Nächstes Wochenende geht die Super League los: zehn Fragen, zehn Antworten

Am Wochenende beginnt die Super League. Ist Meister Basel schlagbar? Die dringendsten Fragen und Antworten im Umfeld aller Klubs.

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Im vergangenen Mai übergab Tennis-Maestro Roger Federer seinem FC Basel den Meisterpokal.

Im vergangenen Mai übergab Tennis-Maestro Roger Federer seinem FC Basel den Meisterpokal.

Keystone
Urs Fischer, FCB-Trainer.

Urs Fischer, FCB-Trainer.

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Warum wird das zweite Jahr für Sie persönlich in Basel noch besser als das erste, Herr Fischer?

«Indem eines klar ist: Wir sind für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Das ist der grösste Unterschied zur letzten Saison. Und darum denke ich, dass der Anfang damit schon einmal gemacht ist. Dann wollen wir unbedingt diesen achten Meistertitel holen. Je länger eine Serie dauert, umso schwerer wird es, sie aufrechtzuerhalten. Aber wenn wir das schaffen, dann wird die Saison schon nur dadurch spezieller. Und dann kommt noch das Thema der Verletzten. Wir haben bis jetzt glücklicherweise noch keinen. Und um eine Verletztenliste wie letzte Saison zu verhindern, war es wichtig, mit Werner Leuthard einen Experten verpflichten zu können, damit die zweite Saison auch in diesem Bereich besser wird.» (cfe)

Manuel Huber, GC-CEO.

Manuel Huber, GC-CEO.

Sandra Ardizzone

Der Schweizer Fussball ohne Zürcher Derby – vermissen Sie den FCZ jetzt schon, Herr Huber?

«Es fühlt sich schon speziell an, etwas komisch auch. Die Vorbereitung auf unsere Saison verläuft zwar auch ohne den FCZ genau gleich, da gab es keine grossen Unterschiede zu den letzten Jahren. Die Derbys, insbesondere die spezielle Atmosphäre, werden uns jedoch sicherlich fehlen. Gerade wenn ich an die Zuschauer denke, braucht man kein Hellseher zu sein, um vorauszusehen, dass zwei Heimspiele gegen Lausanne anstatt gegen den FCZ eher 7000 statt 20 000 Zuschauer anziehen. Für uns bedeutet das: weniger Einnahmen – aber auch weniger Sicherheitskosten. Der Einfluss auf das Sponsoring ist zu diesem Zeitpunkt nicht abzuschätzen. Sollte der FCZ den direkten Wiederaufstieg jedoch nicht schaffen, so denke ich, wird dies mittelfristig spürbar sein.» (ewu)

Markus Babbel, FCL-Trainer.

Markus Babbel, FCL-Trainer.

KEYSTONE/URS FLUEELER

Warum bleibt es in Zukunft in der Innerschweiz rund um den Klub ruhiger, Herr Babbel?

«Das kann ich nicht beantworten. Der FC Luzern ist ein Verein – wie soll ich sagen? – vielleicht das Schalke 04 der Schweiz. Verein und Umfeld leben immer, sind immer emotional. Und haben sehr hohe Erwartungen. Manchmal bekomme ich fast das Gefühl, Luzern sei in den letzten zehn Jahren achtmal Meister geworden und hat sechsmal das Double geholt. Die Vitrine widerspricht dem leider. Aber genau dieses Denken macht auch den Reiz von Luzern aus. Ich habe zwei bewegende Jahre hinter mir. Einmal haben wir uns vom Abstiegsplatz rausgekämpft. Einmal aus einer tiefen Krise. Doch jeder Schaden soll seinen Nutzen haben. Ich bin überzeugt, die Rückschläge haben uns stärker gemacht. Der FCL wird in jedem Spiel ein zäher Gegner sein.» (ewu)

Christian Stübi, St. Gallen-Sportchef.

Christian Stübi, St. Gallen-Sportchef.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Beneidet man in St. Gallen den FC Wil wegen seines Investors aus der Türkei, Herr Stübi?

«Nein, wir beneiden grundsätzlich keine anderen Vereine, auch wenn sie mehr Geld zur Verfügung haben. Im Vergleich mit dem FC Wil haben wir dem Vernehmen nach weniger als die Hälfte von dessen Budget. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit meiner Situation, steht mir doch eine Million Franken mehr als bisher zur Verfügung, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Somit haben wir mehr Handlungsspielraum, falls Spieler noch einen Vertrag haben, aber in den Planungen keine Rolle mehr spielen. Den Kameruner Edgar Salli würden wir gerne von Monaco übernehmen, aber das wird schwierig. Gleichwohl denke ich, dass wir bereit sind für das schwierige Startprogramm mit YB, Sion und GC. Wir haben
Ambitionen, aber unser Minimalziel ist der Ligaerhalt.» (br)

Warum hat der FC Thun auch dieses Jahr trotz Abgängen nichts mit dem Abstieg zu tun, Herr Saibene?

Jeff Saibene, Thun-Trainer.

Jeff Saibene, Thun-Trainer.

KEYSTONE/MARCEL BIERI

«Warum der FC Thun den Ligaerhalt schafft? Einfach wird das bestimmt nicht. Das Startprogramm gegen Vaduz, Lausanne, YB und Basel ist delikat. Nach diesen Spielen werden wir wissen, woran wir sind. Grundsätzlich habe ich ein gutes Gefühl. Mit Carlinhos, Geissmann, Tosetti, Fassnacht und Sorgic konnten wir fünf junge und dynamische Spieler verpflichten. Sie sind hungrig, ehrgeizig und wollen einen Schritt nach vorne machen. Sorgen bereitet mir der Substanzverlust im Sturm. Besonders schmerzhaft ist der Abgang unseres Goalgetters Ridge Munsy. Seine Power und Schnelligkeit werden uns fehlen. Mit Buess und Zarate haben uns zwei weitere Offensivkräfte verlassen. Das primäre Ziel des FC Thun kann nur Ligaerhalt heissen.» (ruku)

Ezgjan Alioski, Lugano-Stürmer.

Ezgjan Alioski, Lugano-Stürmer.

Keystone

Wen schiesst Lugano in der neuen Saison in die Challenge League, Herr Alioski?

«Schwierig zu sagen! Warten wir einmal die Vorrunde ab. Anfang 2017 sehen wir dann, wen wir abschiessen. Die Erinnerungen, wie wir den FC Zürich in dessen Stadion 4:0 besiegten und danach auf seine Kosten den Ligaerhalt schafften, bleiben mir wohl für immer – auch weil ich an jenem Abend zwei Tore erzielen durfte. Ich denke schon, dass auch in dieser Saison der eine oder andere «Grosse» das Potenzial hat, abzustürzen. Namen möchte ich jetzt keine nennen. Aber die Message ist klar: Sobald jemand ins Straucheln gerät – der FC Lugano ist bereit, davon zu profitieren. Auch die EM hat gezeigt, was für die ‹Kleinen› alles möglich ist. Für uns gilt es erst einmal, in den ersten sechs Runden so viele Punkte wie möglich zu holen. Dann schauen wir weiter.» (ewu)

Patrick Burgmeier, Vaduz-CEO.

Patrick Burgmeier, Vaduz-CEO.

Ist die Akzeptanz für den Ländle-Klub in der Schweiz endlich da, Herr Burgmeier?

«Ja. Wir fühlen uns sehr akzeptiert in der Super League. Sei es von der Liga, den Vereinen oder auch von den Gästefans. Wir haben viel gelernt aus unserem ersten Gastspiel in der Super League 2008/09. Damals hat vielleicht ein klares Konzept gefehlt. Es kamen viele Spieler von irgendwo her, die Identifikation mit der Heimat fehlte. Einige kreideten uns an, ein Gastklub zu sein, der nichts für den Schweizer Fussball tut. Jetzt haben wir fast am meisten Schweizer Spieler der gesamten Liga im Kader. Schön, dass wir eine weitere Super-League-Saison erleben dürfen. Es ist nicht selbstverständlich. Wir werden weiter bodenständig bleiben und das Beste tun, damit es nicht die letzte Saison wird. Unsere jüngste Erkenntnis: Wir haben die Qualität dazu.» (ewu)

Xavier Margairaz, Lausanne-Spieler.

Xavier Margairaz, Lausanne-Spieler.

Keystone

Warum ist Lausanne mehr als nur der «Westschweizer» Vertreter in der Super League, Herr Margairaz?

«Weil wir eine attraktive Mannschaft sind! Wir haben zwar sehr viele Wechsel gehabt. Viele Spieler haben das Aufstiegsteam verlassen, aber es sind eben auch ausgezeichnete Spieler aus dem Ausland zu uns gekommen. Wir müssen nun schauen, dass sie sich rasch integrieren und die gute Stimmung im Team anhält. Von der Aufstiegsmannschaft waren 80 Prozent Lausanner, jetzt sind es nicht mehr so viele, aber immer noch etwa die Hälfte des Kaders. Das kommt hier gut an, die Leute identifizieren sich mit dem Klub, und ich glaube schon, dass es so etwas wie eine kleine Euphorie gibt und die Vorfreude auf Basel, YB und andere Klubs gross ist. Angesichts der vielen Talente in der Romandie ist es wichtig, dass wir uns in der Super League etablieren können.» (br)

Christian Constantin, Sion-Präsident.

Christian Constantin, Sion-Präsident.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Wann kommt es in Sion endlich wieder einmal zu einem Trainerwechsel, Herr Constantin?

«Ich habe weder während der letzten noch vor der neuen Saison auch nur eine Sekunde daran gedacht, Didier Tholot zu entlassen. Natürlich war es enttäuschend, dass wir im Cup-Halbfinal gegen den FC Zürich gescheitert und im Schlussspurt der Saison die Qualifikation für die Europa League knapp verpasst haben. Ohne das brutale Verletzungspech wäre das aber nicht passiert. Tholot hat in der vergangenen Saison einen tollen Job gemacht. Dass wir im letzten Herbst in der Europa League in einer Gruppe mit Liverpool, Bordeaux und Rubin Kasan den zweiten Platz geschafft haben, ist grossartig. Diese Erfolge haben uns aber viel Energie und Kraft gekostet. Für die neue Saison ist klar: Der FC Sion will ins internationale Geschäft zurück. Um jeden Preis!» (ruku)

Michael Frey,

Michael Frey, YB-Spieler.

Michael Frey, YB-Spieler.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Warum ist der Ligakrösus FC Basel in dieser Saison schlagbar, Herr Frey?

«Es bringt nichts, immer nach Basel zu blicken. Basel ist der Serienmeister und wieder Favorit. Aber wir müssen auf unsere Leistungen und unsere Entwicklung schauen. Ich bin sicher, dass wir eine gute Rolle spielen werden. Wir befinden uns im Fahrplan
und haben im Trainingslager in Österreich sehr hart trainiert. Was ich sagen kann: Das Team hat grosses Potenzial. Das sieht man jeden Tag im Training. Der Konkurrenzkampf ist gross, der Trainer hat Alternativen. Das ist auch nötig, weil wir vor einem sehr anspruchsvollen Programm stehen. Nach der langen Verletzungspause habe ich in der Rückrunde bei Luzern meine Form gefunden. Auf diesem Weg will ich weiterfahren, wieder grosse Freude am Fussball haben und YB eine Stütze sein.» (br)