Fussball-WM
Nach Neymar-Foul stehen die Schiedsrichter erneut am Pranger

54 Fouls gab es in der Partie zwischen Brasilien und Kolumbien. Das schwere Foul an Brasiliens Superstar Neymar durch Juan Zuniga hatte keine Sanktionen zur Folge. Die WM-Schiedsrichter müssen heftige Kritik einstecken.

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WM-Aus für Brasiliens Superstar Neymar
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WM-Aus für Brasiliens Superstar Neymar

Keystone

Nach dem brutalen Foul an Neymar stehen die Schiedsrichter in Brasilien wieder am Pranger: «Der Schiedsrichter war der schrecklichste, den ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe», schimpfte Argentiniens Fussball-Weltstar Diego Maradona in seiner täglichen TV-Show «De Zurda».

FIFA lässt Foul an Neymar untersuchen

Die FIFA lässt das Foul an Brasiliens Superstar Neymar untersuchen. Die Disziplinarkommission werde die mögliche Einleitung eines Verfahrens prüfen, hiess es von Seiten der FIFA. Der kolumbianische Verteidiger Juan Zuniga hatte im Viertelfinal Neymar mit dem Knie im Rücken getroffen. Neymar erlitt den Bruch eines Lendenwirbels und kann an der WM nicht mehr eingesetzt werden. Der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco hatte das Foul nicht geahndet (er liess das Spiel wegen Vorteils weiterlaufen) und hatte danach Zuniga aber auch nicht verwarnt.

WM verkommt zum Treter-Festival

Auch der frühere Schweizer Schiedsrichter Urs Meier nimmt zum Thema Stellung. Der Ball werde an dieser WM zur Nebensache, schreibt er in einem Beitrag auf «Focus online». «Die WM verkommt zu einem Treter-Festival. Die Messlatte für Gelbe Karten ist viel zu hoch angesetzt worden. Es wird getreten, gehalten, gezerrt und gemeckert - die Grenzen werden auf jedem Gebiet überschritten. Die Referees lassen viel zu viel laufen und greifen kaum in die Brusttasche», schrieb Meier.

Seine Kritik wird durch die offizielle Statistik gestützt. Bei der WM 2010 in Südafrika verteilten die Schiedsrichter 245 Gelbe Karten, in Brasilien waren es nach 58 von 64 Spielen erst 159.

Im Viertelfinal zwischen Brasilien und Kolumbien gab es 54 Foul - so viele wie noch in keinem Spiel an der WM 2014. Trotzdem sprach der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco nur vier Verwarnungen aus. «Das passt zum Stil bei dieser WM. Man toleriert wahnsinnig viel. Da braucht sich niemand wundern, dass es Verletzte gibt. Das wird in Kauf genommen», kritisierte Meier.

Meier mahnt an, dringend Schlüsse im Schiedsrichterbereich des Weltverbandes aus der harten Gangart bei der WM zu ziehen. "Feine Techniker wie Neymar oder auch Mesut Özil leiden darunter, dass sie ständig auf die Socken kriegen. Sie können sich gar nicht richtig entfalten, weil sie bei jeder Gelegenheit umgetreten werden", betonte er. (sid/sda/cze)