FCB
Nach der Pleite in der Europa-League: Trotz Niederlage positive Stimmung

Das 1:2 gegen Videoton schadet Basel in der Europa League, nicht aber dem Selbstvertrauen. Trainer Yakin strich das Positive heraus. Für den FCB hat die Meisterschaft momentan Vorrang. Am Sonntag steht das Spiel gegen den FCZ an.

Sebastian Wendel, Szekesfehervar
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Marco Streller, bis zur Einwechslung von Pak alleinige Spitze, vergab drei Hochkaräter.

Marco Streller, bis zur Einwechslung von Pak alleinige Spitze, vergab drei Hochkaräter.

Schneider/Keystone

Wäre es ein Super-League-Spiel gewesen, die Enttäuschung bei den Protagonisten des FC Basel über die Niederlage wäre wohl stärker ausgefallen. Gestern aber trat man in der Europa League an. Und die ist spätestens seit der Ankunft des neuen Trainers Murat Yakin vor zwölf Tagen auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht. Anstatt die Enttäuschung über das 1:2 beim Videoton FC die Öffentlichkeit deutlich spüren zu lassen, hoben Yakin und seine Spieler das Positive heraus. «Das war im Vergleich mit der Leistung beim 0:1 in Luzern wie Tag und Nacht», sagte etwa Marco Streller. Murat Yakin meinte an der Pressekonferenz: «Das Positive überwiegt.»

Diese Haltung mag angesichts der Tatsache, dass Basel in der Super League nach 13 Runden elf Punkte hinter Leader GC liegt und die Titelverteidigung in ernsthafter Gefahr ist, nachvollziehbar sein. Das Hauptziel, so tragen es die Klubverantwortlichen nach aussen, war, ist und bleibt die heimische Liga.

Dennoch formulierte man auch nach dem Erreichen der Europa League das Ziel, dort mindestens überwintern zu wollen. Nach den 93 Minuten im Sostoi-Stadion in Szekesfehervar rückt nun auch dieses Vorhaben in weite Ferne. Bei Halbzeit der Gruppenphase hat Basel zwei Punkte und liegt auf Rang drei. Vier Zähler hinter Rang zwei, der für den Einzug in den Sechzehntelfinal berechtigt.
Da verwirrt es doch einigermassen, dass man nach dem Schlusspfiff die Niederlage in Ungarn fast schulterzuckend hinnahm.

Zwei Fehler, zwei Gegentore

Grössere Enttäuschung hat man insbesondere darum erwartet, weil der FCB gestern die klar bessere Mannschaft war. Zumindest, was Ballbesitz, Torchancen und Spieldominanz betrifft. Die von Murat Yakin wie erwartet kräftig umgestellte Mannschaft machte einen lebhafteren und, was vor allem auffiel, gefährlicheren Eindruck als noch am Sonntag in Luzern.

Chancen für ein Unentschieden, ja gar einen Sieg waren genügend vorhanden. Alleine Streller - gestern bis zur Einwechslung von Kwang Ryong Pak alleinige Sturmspitze - vergab drei Hochkaräter. «Ich habe einen FCB gesehen, der mutig nach vorne spielte. Einzig im Verwerten der Chancen waren wir ungenügend», sagte Yakin. Dies ist der eine von zwei gewichtigen Vorwürfen, den man den Baslern gestern machen musste. Der andere betrifft das Abwehrverhalten in der 2. und der 32. Minute. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, liess Valentin Stocker Videotons Brachi dahin flanken, wo Fabian Schär, der spätere Torschütze zum 1:2, Gegenspieler Mitrovic ziehen liess und dessen Abschluss ins eigene Tor lenkte. 30 Minuten später merkte Basels Marcelo Diaz zu spät, dass Gyurcso bei einem Corner davonlief. Die Folge waren ein Pass vor Yann Sommer, der beim Schuss von Carneira nichts mehr ausrichten konnte. Eine dritte Torchance hatte Videoton nicht mehr. Jedenfalls so lange, bis Basel in der Schlussphase alles nach vorne warf und so Räume für die Ungaren entstanden. «Diese zwei Unkonzentriertheiten haben uns mindestens einen Punkt gekostet», sagte Yakin, «wenn wir diese Sachen in Zukunft abstellen, werden wir schnell zum Siegen zurückkehren.»

Ob, wie es Yakin und Streller betonten, der FCB gestern tatsächlich Selbstvertrauen gesammelt hat, zeigt sich am Sonntag. Dann wartet in der Super League mit dem FC Zürich ein stärkerer Gegner als gestern. Einer auch, der in der Prioritätenliste weiter oben steht.