FC Basel
Nach dem 1:1 gegen GC bleiben beim FCB viele Fragezeichen

Nach dem 1:1 des FC Basel im Spitzenkampf gegen GC fallen die Reaktionen bei den Baslern unterschiedlich aus. «Wir haben kein gutes Spiel gemacht, aber abschreiben würde ich uns noch nicht», so Fabian Frei.

Sebastian Wendel
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Der einzige Basler Glücksmoment: Valentin Stocker (links) erzielt kurz vor der Pause das 1:1.

Der einzige Basler Glücksmoment: Valentin Stocker (links) erzielt kurz vor der Pause das 1:1.

Keystone

Es war die meistgestellte Frage an die Spieler des FC Basel: «Sind Sie zufrieden mit dem einen Punkt?» So synchron, wie die Journalisten fragten, so unterschiedlich die Antworten. «Der FCB kann nie zufrieden sein mit einem Unentschieden», sagte Giovanni Sio. «So wie das Spiel gelaufen ist, nehmen wir den Punkt gerne mit», meinte Kay Voser. «Wir können mit diesem Resultat sicher besser leben als der Gegner», fand Valentin Stocker. Die Wahrheit ist wohl eine Mischung aus all dem.

Gut aus Basler Sicht ist sicher, dass sie auch im vierten Spiel gegen GC nicht als Verlierer vom Platz gingen und in der Gesamtbilanz weiterhin nur die eine Niederlage gegen den FC Zürich zu Buche steht. Gut ist, dass somit das komfortable 4-Punkte-Polster auf GC Bestand hielt. Und gut ist, dass sich Rot-Blau auch in schwachen Spielen auf einen Geistesblitz seiner Individualisten verlassen kann. Einen solchen hatten in der 44. Minute gleich vier Spieler: Sio, Diaz, Delgado und Torschütze Stocker sorgten mit dem schönsten Spielzug der Partie für den Ausgleich.

Stocker trifft eiskalt zum 1:1!
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Und sonst? Vielleicht noch der gelungene Auftritt von Youngster Breel Embolo nach seiner Einwechslung in der 67. Minute. Doch mehr positive Dinge kann der FCB nach diesem Nachmittag nicht mit in die verbleibenden fünf Spieltage nehmen. Vielmehr hinterlässt der gestrige Auftritt viele Fragezeichen.

Der wütende Diaz

Es verwunderte, wie sich das Heimteam in den ersten 45 Minuten von GC am Schlafittchen packen liess. Eine hypernervöse Abwehr. Ein Mittelfeld, in dem kein Zahnrad ins andere passte. Ein Sturm, der – abgesehen vom fleissigen Giovanni Sio – bis zur 44. Minute eher Challenge-League- denn Super-League-Niveau aufwies. «So aggressiv und offensiv haben wir GC nicht erwartet», sagte Fabian Frei. Der wegen Personalmangels in die Innenverteidigung beorderte Mittelfeldspieler war mit seiner miserablen Befreiung (3.) und seinem Foul an der Strafraumgrenze gegen Anatole (6.) Sinnbild für den wackligen Start.

Man wurde den Eindruck nicht los, als wollten die Zürcher den Sieg mehr und als setzte der FCB die Priorität dahin gehend, nicht zu verlieren. «Blödsinn», blaffte Sio, «wir hätten den Sieg sehr gut gebrauchen können.»

Wohl auch als Balsam für die angeknackste Stimmung innerhalb der Mannschaft. So aber dürfte sich die Wut von Marcelo Diaz über seine frühe Auswechslung in der 53. Minute nach dem Schlusspfiff nicht gelegt haben, weil der FCB auch ohne ihn kein weiteres Tor zustande gebracht hatte. Obwohl er in der Nachspielzeit durch Callà und zwei Mal Stocker beste Gelegenheit dazu hatte. «Wir müssen zusammenstehen und in den letzten Spielen alles aus uns herausholen», so die Durchhalteparole von Kay Voser.

Stocker: «Sind immer Favorit»

«Wir haben kein gutes Spiel gemacht», sagte Frei, hob aber mit einem Lachen den Warnfinger: «Aber abschreiben würde ich uns noch nicht.» Natürlich, abschreiben darf man den FCB nie. Schon gar nicht in einer Liga, in der ausser ihm die Titelaspiranten immer wieder überraschende Niederlagen einziehen.

«Wir sind immer der Favorit, damit können wir umgehen», sagte Valentin Stocker. Es bleiben noch fünf Spiele, um diese Rolle überzeugend umzusetzen.

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