Länderspiel

Nach bärenstarkem Auftritt: Jetzt zittert Captain Inler um seinen Stammplatz

Superstar Neymar biss sich an Blerim Dzemaili die Zähne aus.

Superstar Neymar biss sich an Blerim Dzemaili die Zähne aus.

1:0 gegen den fünffachen Weltmeister Brasilien – die Schweizer Nationalmannschaft schwebt auf Wolke sieben. Eine Genugtuung ist der Erfolg speziell für Blerim Dzemaili, dem ewigen Dritten im Bunde. Ihm winkt nun ein Stammplatz in der Nati.

41 Spiele bestritt Dzemaili trotz dem grossen Konkurrenzkampf bereits für seinen Verein Napoli, neun Tore gingen dabei auf sein Konto. Eine beeindruckende Bilanz für einen defensiven Mittelfeldspieler.

Damit erfüllt der 27-Jährige eigentlich alle Kriterien, die ein Nationalspieler unter Trainer Ottmar Hitzfeld zu erfüllen hat: Starke, regelmässige Einsätze im Klub und grosse Ambitionen.

Doch sowohl bei den Italienern als auch bei der Nationalmannschaft stehen ihm zwei Namen vor der Sonne: Gökhan Inler und Valon Behrami. «Sie spielen nicht nur gut, sondern sind auch eingespielt. Das ist mein Pech», sagte Dzemaili gegenüber dem Internetportal von 20 Minuten. Dzemaili – der ewige Dritte im Bunde.

Kein Wunder, kann sich der ehrgeizige Ex-FCZler nur schwer mit dieser Rollenverteidigung abfinden. Vor dem letzten Qualifikationsspiel gegen Zypern (1:0) fragte Dzemaili in der Öffentlichkeit: «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Hitzfeld beantwortete seine Frage nicht, Dzemaili musste erneut auf der Bank Platz nehmen und seinen Teamkollegen Behrami und Inler zuschauen. Das hinterliess Spuren: Hitzfeld sagte später, dass für Dzemaili eine Welt zusammengebrochen sei. «Ich bin ein Spieler der seine Enttäuschung auch zeigt, sonst wäre ich kein ehrgeiziger Spieler», entgegnet dieser, «ich muss das akzeptieren und mit meinen Leistungen im Verein weiter auf mich aufmerksam machen.»

Der schwierige Start unter Hitzfeld

Das letzte Nationalspiel über die volle Distanz bestritt Dzemaili vor einem Jahr und neun Monaten, im November 2011 beim torlosen Unentschieden im Testspiel gegen Holland, bis zur Partie gegen Brasilien reichte es nur noch zu Kurzeinsätzen.

Fehlende Wertschätzung des Nationaltrainers? «Nein», sagte Dzemaili vor dem Spiel gegenüber «20 Minuten», «ich habe manchmal das Gefühl, den Start bei Ottmar Hitzfeld verpasst zu haben.» Wegen einer längeren Verletzungspause wurde er fast zwei Jahre unter dem neuen Coach nicht aufgeboten.

Diesem Rückstand muss er bis heute hinterrennen. Gegen Brasilien machte Dzemaili Werbung in eigener Sache. Dank seinen hart geführten Zweikämpfen, seinem kompromisslosen Einsatz und einer enormen Laufbereitschaft erstickte er die Offensivbemühungen des fünffachen Weltmeisters schon im Ansatz. «Ich habe eine der besten Leistungen meiner Nati-Karriere gezeigt. Es war wichtig für mich, dass ich ein Zeichen setzen konnte.»

Auch Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld zeigte sich mit der Leistung Dzemailis zufrieden: «Er hat zusammen mit Valon Behrami im Mittelfeld Schwerstarbeit verrichtet.»

Im nächsten WM-Quali-Spiel ist Captain Gökhan Inler gesperrt, nach der starken Leistung gegen die Seleçao darf man davon ausgehen, dass Dzemaili auch gegen Island von Beginn weg auflaufen wird. Doch auch er weiss nur zu gut: Dann werden vor allem auch die offensiven Qualitäten gefragt sein. Qualitäten, welche Dzemaili zweifellos auch besitzt.

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