Hertha Berlin hat am Ostersonntag einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Beim 2:0-Sieg gegen Paderborn schoss Valentin Stocker sein erstes Tor in der Bundesliga.

Stocker reagierte in der 67. Minute nach einem direkten getretenen Freistoss von Marvin Plattenhardt, der nach der Parade von Paderborns Torhüter Lukas Kruse von der Latte zurückprallte, am schnellsten und ebnete dem Heimteam vor gut 30'000 Zuschauern im Olympiastadion den Weg zum Sieg. Für den Schweizer Internationalen war es im 19. Bundesligaspiel der erste Treffer, nachdem er zuvor bereits neun Tore vorbereitet hatte. Der ehemalige FCB-Spieler krönte damit eine für ihn persönlich erfolgreiche Woche. Am Dienstag hatte Stocker beim 1:1 der Schweiz im Testspiel gegen die USA mit dem Ausgleichstreffer seine gut vierjährige Torflaute in der Nationalmannschaft beendet. 

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"Er ist ein ganz entscheidender Mann in unserer Offensive", sagte Herthas Manager Michael Preetz nach der Partie im TV-Interview über den Zentralschweizer. Stocker habe sich in den letzten Wochen deutlich verbessert gezeigt. Für die Entscheidung in einem lange Zeit niveauarmen Spiel sorgte kurz vor Schluss der eingewechselte Nico Schulz, der mit einer schönen Direktabnahme traf. Dank dem 2:0 blieb Hertha Berlin zum fünften Mal in Folge ohne Niederlage und kletterte in der Tabelle auf Platz 11. Sieben Runden vor Schluss weisen die Berliner sieben Punkte Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz auf.

Wesentlich düsterer sieht die Situation für Paderborn aus. Der Aufsteiger hat in den letzten 17 Partien nur einen Sieg gefeiert, in den letzten elf Spielen blieb das Team von Trainer André Breitenreiter zehnmal ohne Torerfolg. Dennoch liegt Paderborn in der Tabelle noch vor Stuttgart - und nur einen Punkt hinter dem auf Platz 16 liegenden Hamburger SV zurück.

Nullnummer in Augsburg

Im ersten Sonntagspiel hatten sich Augsburg und Schalke 0:0 getrennt. Das Heimteam mit Marwin Hitz im Tor verzeichnete ein leichtes Übergewicht und erarbeitete sich mehr Torchancen. Die besten vergab der ehemalige Super-League-Stürmer Raul Bobadilla nach der Pause jeweils nach direkt getretenen Freistössen. Die einzige gute Möglichkeit der Gäste durch Klaas-Jan Huntelaar in der 54. Minute leitete Tranquillo Barnetta mit einer starken Balleroberung und dem Zuspiel auf den Holländer ein.

Schalke droht nach nur einem Sieg in den letzten sieben Partien erstmals seit 2011 wieder den Einzug in die Champions League zu verpassen. Die "Königsblauen" liegen bereits zehn respektive acht Punkte hinter Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, die am Samstag mit souveränen Siegen erneut ihre aktuelle Topform unter Beweis stellten und ihre positiven Serien fortsetzten. Für Schalke bahnt sich eher ein Kampf um die Plätze 5 und 6 an, welche zur Teilnahme an der Europa League berechtigen. Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen und sogar Borussia Dortmund, die alle am Samstag ebenfalls Federn lassen mussten, dürfen sich noch Hoffnungen auf einen Platz im internationalen Geschäft machen.

Neben dem zwar torlosen, aber guten Auftritt ihrer Mannschaft durften sich die Augsburger Fans an Ostern auch über zwei wichtige Personalentscheide freuen. Trainer Markus Weinzierl (bis 2019) und Manager Stefan Reuter (bis 2020), die beiden Baumeister des Augsburger Aufschwungs in den letzten Jahren, verlängerten ihre Verträge vorzeitig um je zwei Jahre.

Telegramme

Hertha Berlin - Paderborn 2:0 (0:0). - 33'000 Zuschauer. - Tore: 67. Stocker 1:0. 88. Schulz 2:0. - Bemerkung: Hertha Berlin mit Lustenberger und bis 76. mit Stocker.

Augsburg - Schalke 0:0. - 30'660 Zuschauer. - Bemerkungen: Augsburg mit Hitz, Schalke mit Barnetta.

Rangliste: 1. Bayern München 27/67. 2. Wolfsburg 27/57. 3. Borussia Mönchengladbach 27/50. 4. Bayer Leverkusen 27/48. 5. Schalke 04 27/40. 6. Augsburg 27/39. 7. Hoffenheim 27/37. 8. Eintracht Frankfurt 27/35. 9. Werder Bremen 27/35. 10. Borussia Dortmund 27/33. 11. Hertha Berlin 27/32. 12. Mainz 27/31. 13. 1. FC Köln 27/30. 14. SC Freiburg 27/28. 15. Hannover 96 27/28. 16. Hamburger SV 27/25. 17. Paderborn 27/24. 18. VfB Stuttgart 27/23.