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Nach 21 Tagen unter Yakin: Ist der Patient FC Basel vollständig genesen?

Genau 21 Tage ist Murat Yakin als Trainer beim FC Basel im Amt. Gegen YB feierte er sein Heimdebüt mit einem 2:0-Sieg. Ist also alles gut beim FC Basel? Zumindest Wettkampfglück und Dominanz sind zu den Baslern zurückgekehrt.

Nehmen wir das Tor zum 2:0: Vor dem Basler Strafraum geht Markus Steinhöfer resolut in einen Zweikampf und schlägt den Ball nach vorne. Was als Befreiungsschlag gedacht war, mutiert zur perfekten Vorlage für Marco Streller. Weil Berns finnischer Verteidiger Juhani Ojala das Spielgerät, anstatt es zu sichern, über den Rist rutschen lässt, kann der FCB-Captain alleine auf Berns Goalie Marco Wölfli losziehen und trifft nach 39 Minuten zur Entscheidung.

Genau dieser Wölfli ermöglichte zwölf Minuten zuvor Basels Gilles Yapi mit einem missratenen Befreiungsschlag das erste Tor. Auch wenn der Ivorer den Ball halb mit der Brust, halb mit dem Arm stoppte, der Ursprung der Basler Führung lag beim Nati-Stellvertreter von Diego Benaglio. Die zwei Treffer, bei denen es trotz weiterer Chancen blieb, stehen sinnbildlich für das zurückgekehrte Wettkampfglück des FCB. Auf dieses kann sich eine Mannschaft jedoch nur verlassen, wenn es Hochkonjunktur hat.

Zum ersten Mal in dieser Saison hat der FCB ein Spiel von Anfang bis Ende durchgezogen. Zum ersten Mal stand in einem Super-League-Spiel mit Basler Beteiligung ausser Frage, wer den Platz als Sieger verlassen wird. Gegen ein YB, das keineswegs schlecht spielte. Doch gegen die vom neuen FCB-Trainer Murat Yakin geforderte Dominanz kein Gegenmittel hatte. «Man merkt, dass Basel unter Murat Yakin immer stilsicherer wird», sagte Berns Trainer Martin Rueda.

Stammelf kristallisiert sich heraus

Auch wenn Murat Yakin stets die Flexibilität predigt, er meint damit die variable Auslegung des Offensivspiels. Denn was das Personal angeht, kristallisiert sich so langsam eine Stammformation heraus. Nach dem 2:1-Sieg in Zürich kehrte einzig der dort gesperrte Cabral für Fabian Frei ins Team zurück.

Fabian Schär, der grosse Gewinner des Trainerwechsels, ist in der aktuellen Form aus der Innenverteidigung nicht wegzudenken. Die Degen-Zwillinge, unter Heiko Vogel noch Wackelkandidaten, bezahlen das Vertrauen von Yakin mit Leistung. Im zentralen Mittelfeld machte Gilles Yapi am Samstag eines seiner besten Spiele im FCB-Dress.

Leidtragende sind die im Sommer verpflichteten Ausländer Marcelo Diaz, Gaston Sauro und Mohamed Salah. Im Interview am Samstag mit der «Nordwestschweiz» sagte Yakin, dass sie taktische und technische Mängel in der Spielauslösung haben. Auch wenn der Trainer sagt, im Training könne sich jeder aufdrängen, dürften die Drei ihre Reservistenrolle noch eine Weile behalten. Wichtig ist – das weiss auch Yakin –, dass sich der aktuelle Stamm weiter einspielen kann.

Denn bis zur Winterpause hat jede der sieben oder acht Partien (je nachdem, ob der FCB im Cup weiterkommt) entscheidenden Charakter. In der Europa League braucht Basel dringend Punkte, um das gesteckte Ziel «Überwintern» noch zu erreichen. Die nächste Chance bietet sich am Donnerstag gegen Videoton. Im Cup steht am Sonntag die Pflichtaufgabe in Chiasso an, bevor Basel eine Woche später GC zum Spitzenkampf in der Super League bittet.

Danach geht es in der Liga noch gegen St. Gallen und Thun, in der Europa League gegen Sporting Lissabon und zum Abschluss wartet Genk.

Harte Wochen, in denen sich zeigen wird, ob der Patient «FCB» vollständig genesen ist.

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