Oberentfelden
Museum in den eigenen vier Wänden: Sie hat die grösste FCA-Sammlung

Sarah Rölli ist die gute Seele des FC Aarau. Die Aargauerin hat in ihrem Haus in Oberentfelden das FCA-Museum eingerichtet – wir waren zu Besuch.

Dean Fuss
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Bildergalerie FCA-Museum
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Das waren noch Zeiten, als sich der FC Aarau mit der AC Mailand duellierte.
Mannschaften aus zig Saison posieren im FCA-Museum.
Erinnerungen an den Meistertitel aus dem Jahre 1993.
Ein signiertes Trikot von Ex-Aarauer Silvan Widmer, der heute gar für die Schweizer Nati spielt.
Wimpel soweit das Auge reicht.
Ein Erinnerungsstück an den Cupfinal 1985.
Sarah Rölli unterhält das FCA-Museum in ihren eigenen vier Wänden.
Im Museum gibt es viel zu entdecken.
Sarah Rölli betreibt das FCA-Museum.

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Mario Heller

2015 war ein schwieriges Jahr für den FC Aarau – und damit auch für Sarah Rölli. Die 28-Jährige gibt offen zu, dass die Performance ihres Herzensklubs auch Einfluss auf ihren Alltag hat.

Läuft es dem Klub nicht, hat auch sie mehr zu beissen. Entsprechend hat sie im Frühling den negativen Höhepunkt des FCA-Jahres miterlebt: Wie auch der eine oder andere Spieler vergoss Rölli nach der 1:5-Niederlage in St. Gallen und dem damit besiegelten Abstieg der Aarauer aus der Super League noch in den Katakomben der AFG Arena einige bittere Tränen.

Diese sind zwar noch nicht vergessen, aber gedanklich doch schon etwas in die Ferne gerückt, als uns Rölli in ihrem Haus in Oberentfelden empfängt. Wir streifen die Schuhe ab, steigen die Treppe ins erste Obergeschoss hoch und betreten den Kunstrasen in Röllis ganz speziellem eigenen Reich: ihrem FCA-Museum.

Die umfangreiche Sammlung nimmt einen kompletten Raum ein. «Ab dem Aufstieg 1981 habe ich fast alle Trikots, nur zwei, drei fehlen noch», sagt Rölli.

Das ist aber längst nicht alles: Neben Trikots, Ordnern voller Zeitungsartikel und Mannschaftsfotos stellt sie auch sehr spezielle Stücke aus: So finden sich beispielsweise die erste Lohnabrechnung des ehemaligen Captains Bernd Kilian, mehrere Nummern der legendären Anzeigetafel aus dem Brügglifeld oder auch «Das Liederbuch des Fussballklubs Aarau» aus den Anfangszeiten im FCA-Museum.

FCA-Museum: Besucher willkommen

Sarah Rölli hat ihr FCA-Museum im vergangenen Frühling eröffnet. Es befindet sich in ihrem Wohnhaus am Kirchwegli 2 in Oberentfelden. Interessierte Personen sind herzlich willkommen, es wird um eine vorgängige Anmeldung via E-Mail (sarah.roelli@fcaarauag.ch) gebeten. Wer zu Hause noch Trikots, Fan-Schals oder sonstige Utensilien des FCA hat und diese gerne dem Museum übergeben würde, kann sich bei Sarah Rölli melden. (dfs)

Die Ausstellungsstücke haben ihren Weg zu Rölli auf verschiedenen Wegen gefunden: «Einige der Trikots habe ich über Internet-Auktionsplattformen von Anbietern aus Südamerika gekauft, nachdem sie via Kleidersammlung dorthin gekommen sind», sagt sie.

Andere Erinnerungsstücke hat sie von Freunden, Spielern – sowohl aktuellen als auch ehemaligen – und auch dem Klub erhalten. Eine ganz spezielle Schenkung hat sie vom ehemaligen Captain Kilian erhalten: eine ganze Kiste voll mit seinen eigenen Andenken an den FCA. So ist sie auch zu ihrem ganz persönlichen Lieblingsstück, der originalen Meistermedaille aus der Saison 1992/93, gekommen.

In Einrichtung und Sammlung des FCA-Museums hat Rölli insgesamt mehrere tausend Franken investiert. «Das ist über die Zeit zusammengekommen, so konnte ich das an meinem Ehemann vorbeischmuggeln», sagt sie lachend.

Seit sieben Jahren ist sie mittlerweile mit Markus Rölli verheiratet. Ebenso lange wohnen die beiden zusammen in Oberentfelden, im Haus, das einst Sarah Röllis Grosseltern gehörte. Obwohl ihr Ehemann nicht besonders viel mit Fussball anfangen kann, ist er mittlerweile auch häufig an den Spielen des FCA mit dabei – als Fotograf.

Das passt auch Sarah Rölli gut. Denn trägt der FC Aarau einen Match aus, so ist sie mit dabei. Nach dem Schlusspfiff jeder FCA-Partie ist sie eine der Ersten, die Spieler und Trainer für das «FC Aarau TV» vor der Linse hat.

Vor wichtigen Spielen sorgt sie mit Motivations-Videos – ab und an auch im Auftrag des Trainerstabs – für die Vorfreude von Team und Fans. Bei den Heimspielen sorgt sie zusammen mit ihrer Mutter mit selber gebackenen Kuchen, Guetzli und Cremes für die Verpflegung von Journalisten und Offiziellen – nicht weil man sie damit beauftragt hätte, sondern einfach, weil sie einmal fand, dass man das tun könnte.

Überraschungsbesuch als «Lohn»

Ebenso kam sie zu ihrem Museum: «Es gab noch nichts dergleichen. Das FCA-Archiv war nicht gerade in einem guten Zustand. Also habe ich entschieden, mich darum zu kümmern», sagt Rölli. Das zeigt, wie sie funktioniert und weshalb sie grösstenteils ehrenamtlich so viel Aufwand für den FCA betreibt.

Rölli selber beziffert ihren Aufwand für den FCA auf ein 50-Prozent-Pensum – das Museum nicht eingerechnet. Eine grosse Freude machen ihr deshalb auch schon kleine Gesten: so wie beispielsweise im vergangenen Sommer, als eine Gruppe von Spielern um Captain Sandro Burki für einen Überraschungsbesuch in ihrem Museum vorbeikamen. Wenn sich Rölli daran erinnert, leuchten ihre Augen auch heute noch.

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