FC Aarau
Moreno Costanzo ist noch nicht zufrieden: «Wir müssen uns noch finden»

Ein Lautsprecher ist Moreno Costanzo nicht. Vor allem nicht in einer Situation wie der aktuellen: Der 26-Jährige ist daran, seinen Platz beim FC Aarau zu finden, alle kennen zu lernen. «Ich wurde gut aufgenommen und fühle mich hier wohl», sagt er.

Dean Fuss, Belek
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Moreno Costanzo lebt sich im Trainingslager immer besser in sein neues Team ein.

Moreno Costanzo lebt sich im Trainingslager immer besser in sein neues Team ein.

Dean Fuss

Sowohl im Training als auch bei der gestrigen 1:3-Testspiel-Niederlage gegen den Bundesligisten Hannover 96 hält sich Moreno Costanzo zumindest verbal zurück. «Noch», wie er selber betont. «Ich bin zwar nicht der Typ der grossen Reden – vor allem nicht neben dem Platz – aber wenn es die Situation verlangt, fordere ich den Ball auch mündlich.»

Bis zum Ende der Rückrunde in der Super League haben die Young Boys den 26-Jährigen an den FC Aarau ausgeliehen. Nachdem ein erster Kontakt bereits im Dezember stattgefunden hatte, war das Leihgeschäft vor anderthalb Wochen besiegelt worden.

Mehrere gute Pässe

Ein Gewinn sowohl für den Spieler als auch für den Klub: Der FCA kann von den Qualitäten des siebenfachen Nationalspielers nur profitieren, während er im Brügglifeld eine Chance erhalten dürfte, seine ins Stocken geratene Karriere neu zu lancieren.

Eine erste Duftmarke hat Costanzo im ersten Testspiel des Trainingslagers auf jeden Fall bereits hinterlassen: In der 63. Minute bereitete er gestern den Ehrentreffer für seinen neuen Klub mit einem langen Freistoss auf den weiten Pfosten vor. Dort stürmte der Sekunden zuvor eingewechselte Stephan Andrist heran und nickte den Ball ins Tor. Zuvor hatte er bereits in der 9. Minute mit einem hohen Ball in die Tiefe Frank Feltscher freigespielt.

Dieser aber wusste mit der herrlichen Vorlage nichts anzufangen. Dem Resultat entsprechend fällt die Bilanz Costanzos nach dem Spiel aus: «Wir hatten nicht viel vom Spiel und liefen dem Ball mehrheitlich hinterher», sagte er. Man habe gesehen, dass sich das Team in dieser Zusammensetzung noch etwas finden muss. «Daran müssen wir nun arbeiten.»

Zwei verschiedene Varianten

Trainer Sven Christ hatte mit Costanzo und Richard Magyar gleich beide Neuverpflichtungen von Beginn an aufgestellt. In der ersten Halbzeit wollte er mit ihnen beiden das bereits in der Vorrunde ab und an praktizierte 3-4-3-Spielsystem – das sich in der Rückwärtsbewegung jeweils in ein 5-4-1 verwandelt – testen.

Costanzo spielte dabei an der Seite von Captain Sandro Burki im zentralen Mittelfeld. Als Christ nach der Pause auf das bewährte 4-2-3-1 umstellte, erhielt Costanzo hinter der einzigen Sturmspitze Daniel Gygax eine sehr viel offensivere Rolle.

«Mir passt es auf beiden Positionen», sagt Costanzo. Obwohl man ihn reflexartig eher als offensiven Spieler hinter der Spitze einordnen würde, hat er in der Super League die meiste Zeit im zentralen Mittelfeld gespielt und damit auch viele defensive Aufgaben übernommen. «Ich bin da völlig flexibel und versuche meine Aufgaben zu erfüllen, egal, wo mich der Trainer aufstellt.»

Täglich Fortschritte

Und der ist angetan von seiner neuen Option im Mittelfeld. «Er bringt die nötige Ruhe und verliert wenig Bälle, das hilft unserem Spiel», sagt Christ. Er weiss aber auch, wo Costanzo noch Steigerungspotenzial hat: «Man merkt, dass ihm der Rhythmus noch etwas fehlt. Vor allem wenn es schnell geht, ist er zwar bemüht, aber hat noch Mühe auf seiner Position. Aber da werden wir täglich Fortschritte machen können.»

Die nächste Möglichkeit, um seine Mitspieler auch abseits des Fussballplatzes besser kennen zu lernen, bietet sich ihm heute Mittwoch: Nach dem Morgentraining erhalten die Spieler einen halben Tag zur freien Verfügung.

Vor dem nächsten Härtetest am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg, trainiert vom ehemaligen FCA-Aufstiegscoach René Weiler, stehen ab morgen zwei weitere intensive Trainingstage an. Im zweiten Testspiel des Trainingslagers in Belek kann die Mannschaft dann zeigen, ob sie sich in ihrer neuen Zusammensetzung schon besser gefunden hat.

Muskuläre Probleme schmälern Kader

Während ihre Teamkollegen das Testspiel gegen Hannover 96 bestritten, absolvierten Edgars Gauracs, Ognjen Mudrinski und Dusan Djuric auf dem Nebenplatz des Hüseyin-Aygün-Sportcenters in Belek ein Athletiktraining. Gauracs kann nach seinem Kreuzbandriss weiterhin noch nicht mit dem Ball trainieren.

Mudrinski und Djuric plagen sich derweil mit muskulären Problemen herum. Auch Sandro Wieser, der sich nach einer Meniskusoperation im Dezember im Wiederaufbau befindet, Miguel Peralta, der aufgrund seiner Knieverletzung Mittwoch in die Schweiz zurückkehren wird, und Dante Senger, der immer noch an den Folgen seines Muskelfaserrisses aus der Endphase der Hinrunde leidet, konnten das Spiel nur als Zuschauer verfolgen.

Ansonsten setzte Trainer Sven Christ abgesehen von Ersatztorhüter Ulisse Pelloni und Innenverteidiger Nauris Bulvitis alle fitten Spieler ein. (DFS)