Fringer-Attacke

Mord-Drohung: Constantin-Sohn Barthélémy für 10 Spiele gesperrt – 15'000 Franken Busse

Barthélémy Constantin darf zehn Spiele lang nicht mehr ins Stadion

Barthélémy Constantin darf zehn Spiele lang nicht mehr ins Stadion

Nach der Strafe für den FC-Sion-Präsident Christian Constantin, der wegen seiner Prügel-Attacke auf den Teleclub-Experten Rolf Fringer für 14 Monate gesperrt wurde, sanktioniert die Swiss Football League (SFL) auch die verbalen Mord-Drohungen von Sohn und Sion-Sportchef Barthélémy.

Die Swiss Football League greift auch gegen den Sohn von Sion-Boss Christian Constantin hart durch. Sportchef Barthélémy Constantin wird wegen schwerwiegender Drohungen gegen Teleclub-Fussballexperte Rolf Fringer von der Disziplinarkommission mit einer Platzsperre von 10 Spielen und einer Busse von 15'000 Franken belegt.

Der 21-jährige CC-Sohn soll Fringer nach dem Spiel in Lugano am 21. September 2017 am Kragen gepackt und ihn mit folgenden Worten bedroht haben: «Wenn du nochmals etwas gegen meine Familie sagst, dann schwöre ich dir, ich töte dich.»

Danach sei Barthélémy zu Christian Constantin in die Kabine gegangen und ihm von der Auseinandersetzung mit Fringer erzählt haben, was dann zu der Handgreiflichkeit von CC gegen den TV-Experten führte.

Eine Familie der Hitzköpfe: Sion-Boss Christian Constantin und Sohn Barthélémy.

Eine Familie der Hitzköpfe: Sion-Boss Christian Constantin und Sohn Barthélémy.

Untragbar und rufschädigend

Die Disziplinarkommission begründet ihr Urteil damit, dass das Verhalten des Sion-Sportchefs «untragbar und rufschädigend für den Fussball» sei. Barthélémy wird bei den nächsten zehn Meisterschaftsspielen des FC Sion «der Zutritt zum Stadion, zum Spielfeld, zur technischen Zone sowie zur Mannschaftskabine und der Mixed-Zone untersagt», schreibt die Fussballliga in ihrer Mitteilung. Er dürfe auch nicht auf den Zuschauertribünen Platz nehmen.

Constantin kann gegen den Entscheid innert fünf Tagen Rekurs einlegen, der anders als bei seinem Vater, eine aufschiebende Wirkung hätte.

14 Monate für den Vater

Gegen Sion-Boss Christian Constantin hatte die Swiss Football League bereits am 10. Oktober hart durchgegriffen. Dem Walliser wurde ab sofort und für die nächsten 14 Monate der Zutritt zu den Stadien, zum Spielfeld, zur technischen Zone, zur Mannschaftskabine sowie zur Mixed-Zone verwehrt.

Constantin attackiert TV-Experte Rolf Fringer vor laufender Kamera.

Constantin attackiert TV-Experte Rolf Fringer vor laufender Kamera.

Die Sperre gilt hier allerdings für Spiele der Super League, der Challenge League, des Schweizer Cup und der A-Nationalmannschaft. Faktisch bedeutet das Urteil jedoch, dass Constantin sein Amt als Präsident nur an den Spieltagen und nur während rund zwei bis drei Stunden nicht offiziell ausüben kann.

Ausserdem belegte die SFL-Disziplinarkommission Constantin mit einer Busse von 100'000 Franken.

Christian Constantin hat die Möglichkeit, den Entscheid der Disziplinarkommission innert fünf Tagen beim Rekursgericht der SFL anzufechten, wahrgenommen. Die Platzsperre wird allerdings auch bei einem Rekurs nicht aufgeschoben, sondern bleibt bestehen.

Übler Abgang: Constantin war sich nach seiner Attacke keiner Schuld bewusst.

Übler Abgang: Constantin war sich nach seiner Attacke keiner Schuld bewusst.

Uneinsichtig und keine Reue

Sions Präsident Constantin hatte sich am 21. September nach dem 2:1-Erfolg seiner Mannschaft in Lugano einen brutalen tätlichen Angriff auf den ehemaligen Schweizer Nationalcoach und heutigen TV-Experten Rolf Fringer geleistet.

Constantin: «Ich habe ihn geschlagen und in den Hintern getreten»

Constantin: «Ich habe ihn geschlagen und in den Hintern getreten»

CC sah sich nach der Attacke allerdings nicht als Täter, sondern vielmehr als Opfer von Fringer. Der Angriff auf Fringer sei eine Reaktion auf ständige Provokationen seitens des TV-Experten gewesen.

«Es stört mich, dass Fringer mich ständig angreifen kann», sagte Constantin an einer eigens einberufenen Pressekonferenz, 16 Stunden nach der Attacke. «Ich kann nicht sagen, dass ich es bereue, aber vielleicht habe ich überreagiert gegen jemanden, der mich dauernd fertig macht.» Entschuldigen wollte sich der Sion-Boss allerdings nicht: «Wofür? Ich habe ihn ja nicht verletzt und wollte das auch nicht.»

Das sagt Christian Constantin zu seinem Angriff auf Rolf Fringer

Das sagt Christian Constantin an der Medienkonferenz am 22. September 2017 zu seinem Angriff auf Rolf Fringer

Ebenfalls am Tag nach seiner Prügel-Attacke leitete Christian Constantin seinerseits juristische Schritte gegen Rolf Fringer ein: «Ich habe eine Klage wegen Verleumdung und Verunglimpfung deponiert.» Er habe Fringer schon mehrmals darauf hingewiesen, dass er dessen Kritik nicht länger goutiere. (edi)

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