Europa League

Mohamed Salah macht sich in Genk heute ans nächste Kapitel

«Er ist frech, ein Künstler», sagt Murat Yakin über Mohamed Salah.

«Er ist frech, ein Künstler», sagt Murat Yakin über Mohamed Salah.

Der FC Basel ist auf gutem Weg, sein erstes Saisonziel zu erreichen. Um aus eigener Kraft in die erste K.o.-Runde der Europa League einzuziehen benötigt das Team von Murat Yakin in Genk einen Punkt. Für den FCB ist das machbar

«Ich will meine eigene Geschichte schreiben.» Mohamed Salah hat eine klare Vorstellung davon, wie seine Karriere verlaufen soll. Und weil erst wenige Kapitel seiner Geschichte geschrieben sind, entschied sich der 20-jährige Ägypter im Sommer für einen Wechsel zum FC Basel. «Weil der Klub junge Spieler wie mich fördert und ihnen keine Steine in den Weg legt, wenn sie ein grosses Angebot vorliegen haben.» Rund zwei Millionen Franken hat der FCB für Salah an dessen Stammklub Arab Contractors bezahlt. Wohl auch mit der Hoffnung, ihn irgendwann gewinnbringend zu verkaufen.

«Momo», so rufen ihn seine Teamkollegen, war in Basel kaum angekommen, da musste er schon wieder gehen. Noch während der Saisonvorbereitung reiste er zum ägyptischen Nationalteam und mit diesem an die Olympischen Spiele nach London. Was der Integration in Basel schadete, stärkte seinen Bekanntheitsgrad immens. In allen drei Gruppenspielen traf er ins Tor, vor dem Treffer gegen Brasilien liess er Real Madrids Starverteidiger Marcelo wie einen Schuljungen stehen.

Salah - «Golden Boy 2012»?

Der Name Salah ist seither fest in den Köpfen der Fussballfans eingebrannt. Ja Salah steht gar kurz vor der Wahl zum «Golden Boy 2012», dem Titel für das beste Fussballtalent des Jahres. Die von der italienischen Gazzette «Tuttosport» durchgeführte Umfrage führt er mit Vorsprung an, hinter ihm Namen wie El Shaarawy (AC Milan) oder Alaba (Bayern München).

Es schien, als setze Mohamed Salah nach der Rückkehr aus London seinen Höhenflug in Basel fort. Im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Molde wechselte ihn Ex-Trainer Heiko Vogel ein erstes Mal ein. Und das Basler Publikum konnte sich endlich selber von dem überzeugen, was es zuvor nur gelesen oder gehört hatte: Salah ist schnell, verdammt schnell sogar. Nicht genug: Er kann auch überdurchschnittlich gut mit dem Ball umgehen. Und schiesst Tore, das erste im dritten Einsatz gegen Lausanne.

Der Hype um ihn, der als Nachfolger von Xherdan Shaqiri ans Rheinknie geholt wurde, war gross. Vielleicht zu gross. Denn fortan baute Salah mächtig ab, wirkte auf dem Platz wie ein Fremdkörper. Ein mickriges Törchen erzielte er in dieser Phase, gab keine Vorlage. Wurde Salah verheizt?

Neue Rolle steht ihm bestens

Die Wende kam mit dem Trainerwechsel. Murat Yakin hat erkannt, dass im Umgang mit Salah mehr Sorgfalt nötig ist. «Er ist ein Jahr jünger als Shaqiri und muss langsam herangeführt werden», sagt Yakin. Spricht er über Salah, könnte die Rede auch von einem Lausbuben sein, auf den man immer ein Auge haben muss. «Er ist frech, ein Künstler.»

Yakin machte Salah zum Joker. Eine Rolle, die ihm bestens steht. Beispiel gefällig? Im Heimspiel gegen Sporting Lissabon betrat er nach 65 Minuten beim Stand von 1:0 für den FCB den Platz, zum Schluss hiess das Resultat 3:0. Beide Tore bereitete Salah in überragender Manier vor. Auch zum Siegtreffer gegen Videoton (1:0) trug er seinen Teil bei, indem er Torschütze Marco Streller den Ball genauestens auf den Fuss passte.

«Momo ist nah an der Startelf dran. Das stimuliert ihn», sagt Yakin. Auch im entscheidenden Gruppenspiel der Europa League heute Abend in Genk wird Salah vorerst auf der Bank Platz nehmen und, so der Trainer, irgendwann ins Spiel kommen. Basel braucht einen Punkt, um sich aus eigener Kraft für den Sechzehntelfinal zu qualifizieren. Gut möglich, dass Salah heute ein weiteres Kapitel seiner und der Geschichte des FCB schreibt.

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