FC Zürich
Mitten im Abstiegskampf: Licht aus beim FCZ?

Ab sofort gilt für das Team von Sami Hyypiä: verlieren verboten. Sonst könnte der schlimmste Albtraum wahr werden.

Julian Förnbacher
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FC Basel beim FCZ
17 Bilder
Embolo tröstet nach dem Spiel FCZ-Trainer Sami Hyypiä.
Und auch die FCB-Fans zeigen Mitgefühl mit dem gerupften Gegner.
Derweil schleichen die Zürcher Spieler wie geprügelte Hunde vom Rasen.
Davide Calla kann von Oliver Buff nicht am Schuss gehindert werden.
Luca Zuffi enteilt Davide Chiumiento.
FCZ-Torhüter Yanick Brecher kassiert den Treffer von Davide Calla zum 1:2.
So jubelt Torschütze Calla
Aber auch die Zürcher können Traumtore schiessen: FCB-Goalie Tomas Vaclik ist machtlos gegen Buffs Geschoss.
Und auch Buff steht seinen Basler Kollegen in Sachen Jubel in nichts nach.
Foul oder nicht Foul? Breel Embolo scheint auf die Antwort des Schiedsrichters zu warten, derweil Gegenspieler Brunner die Hände verwirft.
Oliver Buff schlittert FCB-Verteidiger Adama Traore in die Beine.
Oliver Buff kommt zu spät, Davide Calla kommt zum Abschluss.
Naser Aliji im Zweikampf mit Ribeiro.
Burim Kukeli hat so seine Mühe mit FCB-Stürmer Breel Embolo.
276477955 Verteidiger Naser Aliji versucht, sich gegen FCZ-Mittelfeldspieler Davide Chiumiento durchzusetzen.
276478510 Matias Delgado freut sich über seinen herrlichen Freistosstreffer.

FC Basel beim FCZ

Keystone

Irgendwie symbolisch: An keiner Säule der Flutlichtanlage im Letzigrund leuchteten am Samstagabend bei der 2:3-Niederlage des FC Zürich gegen den FC Basel alle Scheinwerfer. Ähnlich ist die Lage für die Zürcher im Abstiegskampf, wo sie endgültig angekommen sind. Gehen beim FCZ jetzt die Lichter aus?

«Ich bin sprachlos. Es tut einfach weh. Wir haben alles probiert, aber es hat nichts gebracht und wir gehen wieder ohne Punkte vom Feld», sagte Cedric Brunner und stand damit sinnbildlich für die Gefühlswelt beim FC Zürich. Davide Chiumiento fand noch deutlichere Worte nach der Niederlage im Klassiker: «Das war ein Scheissabend.»

Um die Dunkelheit aus den Köpfen der Spieler zu vertreiben, sind nun die Elektriker-Qualitäten von Trainer Sami Hyypiä gefragt. Kann der Finne seine Mannschaft auf den Abstiegskampf einschwören und so den Kurzschluss reparieren? Oder ist es dafür bereits zu spät?

Die Moral ist angeknackst. Nach dem 0:4-Debakel in Thun vor einer Woche rappelte sich der FCZ gegen Basel auf und holte zweimal einen Rückstand auf. Dass das Spiel trotzdem mit einer Niederlage endete, war ein Stich ins Herz.

Der FCZ verfügt über eine Mannschaft mit individuell starken Spielern, die eigentlich nicht in den Abstiegskampf gehören. Dennoch ist man nun dort.

Dem FCZ fehlt die Erfahrung

Immerhin treffen die Zürcher mit Lugano, St. Gallen und Vaduz noch auf alle Konkurrenten im Abstiegskampf, somit haben sie es selbst in der Hand. Folglich wird aber auch jedes Aufeinandertreffen zu einem Sechs-Punkte-Spiel, in dem der FCZ aufgrund seiner Klasse als Favorit antritt.

Das ist Segen und Fluch zugleich. Niederlagen hätten fatale Folgen. Das weiss auch Davide Chiumiento: «Wenn wir Lugano zu Hause nicht schlagen können, dann verdienen wir es nicht, in der Super League zu spielen.»

Während sich die Spieler von Lugano und Vaduz schon zu Beginn der Saison des drohenden Abstiegs bewusst waren, rechnete beim FCZ, der seit 1990 stets in der obersten Liga spielt, keiner damit. Möglich, dass den Zürchern das zum Verhängnis wird. Es fehlt die Erfahrung.

Trotzdem zeigen sich die FCZ-Spieler gewillt, den Abstiegskampf anzunehmen. «Wir müssen die Einstellung und die Leistung vom Spiel gegen Basel in den nächsten vier Spielen auf den Platz bringen. Dann werden Punkte herausschauen», sagt Oliver Buff.

Schafft der FC Zürich das, erlangt er seine volle Strahlkraft wieder und dürfte den Abstieg verhindern können. Nur ist es nun höchste Zeit, zu reagieren. Bevor es im Letzigrund plötzlich ganz dunkel wird.