Super League

Mit dem Prinzip Hoffnung will GC aus der Krise finden

Manuel Huber, Geschäftsführer von GC, äussert sich über die unglückliche Situation der Mannschaft.

Manuel Huber, Geschäftsführer von GC, äussert sich über die unglückliche Situation der Mannschaft.

Die finanzielle Situation lasse kein anderes Kader zu, sagt der GC-Verantwortliche Manuel Huber. Somit müssen die Zürcher mit einem qualitativ und quantitativ dünn besetzten Team auskommen. Keine optimalen Voraussetzungen um im Abstiegskampf zu bestehen.

Ist das nicht eine verkehrte Welt? Es ist der Tag vor dem Super-League-Spiel der Grasshoppers gegen den FC Basel, doch der Klassiker scheint in Zürich niemanden zu interessieren. Nach dem Motto: Der Sieger steht ja eh schon fest. Und so haben die Hoppers zum allwöchentlichen Mediengespräch für einmal ins Clublokal «Heugümper» im Stadtzentrum eingeladen und nicht in den Campus in Niederhasli.

Manuel Huber: Erfolg über Kampf.

Manuel Huber: Erfolg über Kampf.

Die anstehende Partie ist dabei kein Thema. Deshalb sind nicht wie üblich Trainer Pierluigi Tami und ein Spieler erschienen, sondern CEO Manuel Huber sowie Verwaltungsrat Georges Perego. Die beiden machen kein Geheimnis daraus, dass sie mit der Situation von GC nicht zufrieden sind. «Mit den Resultaten nicht, mit der Spielweise nicht», sagt Huber. Perego ergänzt: «Auch der Verwaltungsrat ist nicht glücklich über das Bild, das GC abgibt. Es gibt jedoch keine Panik, es herrscht Ruhe.»

Nach einem ansprechenden Saisonstart im Juli und August sind die Zürcher in ein Tief geraten. Zuletzt haben sie gegen YB in der Liga und im Cup innert drei Tagen 0:4 und 0:5 verloren. Tami hat hinterher gesagt, einige seiner Spieler hätten es in der aktuellen Verfassung nicht verdient, auf dem Platz zu stehen. Nichtsdestotrotz werden sie auch heute Abend wieder in den Letzigrund einlaufen, weil der Trainer keine Alternativen hat. Nicht, weil so viele Spieler verletzt wären, sondern weil das Kader qualitativ und quantitativ derart dünn besetzt ist. Das sind keine guten Voraussetzungen im Abstiegskampf.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Dass GC im Winter nachbessert und beispielsweise einen Abwehrchef verpflichtet, halten Perego und Huber für unwahrscheinlich. Die finanzielle Situation lasse dies nicht zu. Lieber sprechen die beiden davon, wie überzeugt sie seien, dass das Potenzial der Mannschaft noch nicht ausgeschöpft sei.

Die Strategie, bei einem Budget von 20 Millionen Franken das strukturelle Defizit von geschätzten acht Millionen mithilfe von Transfereinnahmen und einer erstklassigen Nachwuchsarbeit zu decken, soll konsequent weiter verfolgt werden. GC will nicht mehr auf externe Geldgeber angewiesen sein. Auch deshalb wurde vor zwei Wochen Carlos Bernegger als Techniktrainer Nachwuchs eingestellt.

«In drei bis vier Jahren wollen wir um den Titel spielen», sagt Perego, räumt aber ein, dass es so eine Sache sei mit Mehrjahresplänen. «Es könnte auch diesmal an der Finanzierung scheitern», sagt Perego. Damit die Strategie umgesetzt werden kann, seien drei Punkte Voraussetzung, sagt Huber. Zum einen müsse die erste Mannschaft Erfolg haben; zum zweiten der Nachwuchs gestärkt werden; zum dritten die Finanzierung gesichert sein.

Doch gerade bei diesem Punkt klemmt es, seit der Owners Club das Defizit nicht mehr deckt. Stand heute ist sogar die Lizenz in Gefahr. «Das sei zuletzt aber immer so gewesen», beschwichtigt Huber. Sie würden weiterhin daran arbeiten, den Aufwand zu reduzieren. «Eigentlich wäre im GC-Umfeld schon finanzielles Potenzial vorhanden», sagt Perego, «aber viele sind es satt, so wie es in den letzten Jahren gelaufen ist. Und dazu gibt es auch Animositäten untereinander.»

So bleibt CEO Huber nichts anderes übrig, als einen Appell an die Mannschaft zu richten: «Es geht nur über Wille und Kampf.» Und darauf zu hoffen, dass vormalige Leistungsträger wie Kim Källström, Caio und Marko Basic wieder solche werden. Bei GC ist im Herbst 2016 etwas gar viel auf dem Prinzip Hoffnung aufgebaut.

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