Pure Freude am Fussball. Anders könnte man die Stimmung der FCB-Spieler im heutigen Training nicht beschreiben. Manch Zuschauer wähnt sich an der Seitenlinie eines Junioren-Trainings, so unbekümmert lachen und witzeln die FCB-Spieler untereinander, machen gegenseitig Sprüche.

Doch der Eindruck beim Abschlusstraining des FCB vor dem Spitzenkampf gegen den FC Zürich ist nicht nur eine kurzzeitige Momentaufnahme. In Wahrheit ist es viel mehr das Spiegelbild der momentanen Leistungen der Mannschaft auf dem Platz.

«Sicher, wir sind im Moment gut drauf. Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass es Spass macht», sagt Fabian Schär passenderweise an der Pressekonferenz im Vorfeld des morgigen Spiels (ab 16.00 Uhr im Liveticker).

Und auch Trainer Paulo Sousa zeigt sich ob der momentanen Leistungen seines Teams durchaus zufrieden: «Die Bewegung, das Timing und die Entscheidungen, die während dem Spiel getroffen wurden, waren zuletzt gut.»

Doch Paulo Sousa wäre nicht Paulo Sousa, wenn für ihn nicht ausschliesslich das nächste Spiel, und keine vergangenen Erfolge, im Fokus stehen würden. Und auch die Tatsache, dass der FC Zürich momentan nicht in bester Verfassung ist (der FCZ hat seine vier letzten Spiele verloren), bringen ihn nicht davon ab, dem Gegner eine grosse Qualität zuzusprechen. «Die Zürcher haben ein qualitativ gutes Team, sind offensiv gut besetzt und durchaus in der Lage, uns Probleme zu bereiten.»

Respekt trotz Baisse für den FCZ

Und dass die Affiche FCB gegen FCZ immer speziell ist, spiele ebenfalls mit: «Die Spiele gegen Zürich sind immer schwierig. Und in Derbys ist ohnehin immer alles anders. Wir werden eine grosse Unterstützung vom Publikum im Stadion brauchen.»

Doch auch wenn Sousa wie gewohnt tief stapelt, spricht das Momentum deutlich für den FCB. Mit der Qualifikation für den Cupfinal, überzeugenden Leistungen in der Meisterschaft und einer Form, die jener aus dem letzten Herbst sehr nahe kommt, ist der FC Basel morgen der klare Favorit. Der FC Zürich seines Zeichens ist am Mittwoch aus dem Cup ausgeschieden, hat mit der Degradierung von Goalie Da Costa Negativschlagzeilen geliefert und auf dem Platz mitnichten das gezeigt, was eigentlich in diesem Team steckt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zürcher seit gut einem Monat da Tor nicht mehr getroffen haben. «Für mich spielt das aber keine Rolle. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf uns», so Schär. Doch der Respekt vor dem schlafenden Potential ist spürbar. Es könne gefährlich werden, wenn das Momentum plötzlich wieder auf die Seite der Zürcher kippe. «Zurzeit erfüllen sie ihre eigenen Ansprüche nicht. Doch irgendwann kommt dieser Punkt wieder.»

Dass dies nicht morgen sein muss, ist für den Ostschweizer klar: «Wir brauchen diese drei Punkte. Aber wir wissen, dass Zürich gegen uns eine Reaktion zeigen will.»
Um diese Reaktion zu unterbinden, stehen Sousa alle Spieler – abgesehen vom rekonvaleszenten Ivan Ivanov – zur Verfügung. Und damit auch der zuletzt kranke Marco Streller. «Er trainiert seit zwei Tagen wieder», sagt Sousa. Und Streller wird in seinem letzten Heimspiel gegen den FC Zürich wohl topmotiviert sein. Dass er sich auf das Rencontre freut, ist Streller an diesem trüben Samstagmorgen deutlich anzusehen. Wie allen anderen Spielern auch.