Die Georgier wittern ihre Erfolgschancen in der bevorstehenden EM-Qualifikation. Ein Ergebnis vom Abend zuvor in Nursultan (vormals Astana) bestärkte sie in ihrem guten Gefühl: Kasachstan schlug zum Auftakt Schottland 3:0. Jenes Kasachstan, das die Georgier in der Nations League im vergangenen Herbst zweimal geschlagen haben. "Es ist gefährlich, solche Parallelen zu ziehen. Ein Vergleich zwischen der Schweiz und Schottland ist falsch", dämpfte allerdings Georgiens Nationaltrainer Vladimir Weiss die Euphorie.

Dass die eigenen Fans nach dem starken letzten Jahr mit acht Siegen in zehn Spielen enthusiastisch sind und das Dinamo-Stadion mit seinen 55'000 Plätzen gegen die Schweiz füllen werden, nimmt der Slowake Weiss aber mit Freude zur Kenntnis. "Die Unterstützung der Fans macht 20 bis 30 Prozent aus. Daraus entsteht das Adrenalin für die Spieler." Sie würden trotzdem als Aussenseiter in die Partie gehen, aber chancenlos sei sein Team nicht, so Weiss. "Vorausgesetzt wir nehmen den Kampf zu 100 Prozent an und spielen taktisch diszipliniert."

Dass der Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic vor einigen Tagen sagte, Georgien pflege einen russischen Stil mit brasilianischen Elementen, wertete Weiss als "schönes Kompliment". Einige einheimische Journalisten hatten mit Petkovics Einschätzung Mühe. Sie wollen nichts mit dem Stil der Russen zu tun haben - auch nicht im Fussball.

Die Schweizer selbst wollen sich erst kurzfristig im Detail mit dem Gegner befassen. "Wir werden noch ein paar Videos anschauen. Dann wissen wir alles über Georgien", ist sich Torhüter Yann Sommer sicher. Stephan Lichtsteiner wusste schon am Tag vor dem Spiel zu berichten: "Georgien hat ein paar gute Einzelspieler. Über die Seiten sind sie gefährlich."

Und wie steht es um die Stärken der Schweizer, wenn Haris Seferovic und Xherdan Shaqiri fehlen? "Ausfälle sind immer auch eine Chance für Spieler, die neu ins Team kommen", sagte Petkovic. Doch auch wenn es einige Absenzen gebe, sei das weder eine Entschuldigung noch ein Grund, die eigene Spielphilosophie zu ändern.

Zu den Eigenschaften des Schweizer Teams sollen auch in der EM-Qualifikation 2020 "die Demut, die Arbeit, die Konzentration und der Wille" gehören, wie Petkovic aufzählte. Es sind Tugenden, welche dazu führten, dass sein Team in der Vergangenheit Pflichtaufgaben gegen schwächer eingestufte Gegner nahezu makellos erledigte. Petkovic: "Wir treten immer selbstbewusst auf, aber nie arrogant."

Die möglichen Aufstellungen:

Georgien - Schweiz

Dinamo-Stadion, Tiflis. - Samstag, 15.00 Uhr (Schweizer Zeit). - SR Pawson (ENG).

Georgien: Loria (Magdeburg/GER); Kakabadse (Luzern/SUI), Kaschia (San José Earthquakes/USA), Kwerkwelia (Lokomotive Moskau/RUS), Charabadse (Zürich/SUI); Kankawa (Tobol Kostanai/KAZ), Kwekweskiri (Tobol Kostanai/KAZ); Merebaschwili (Wisla Plock/POL), Gwilja (Gornik Zabrze/POL), Ananidse (Samara/RUS); Kasaischwili (San José Earthquakes/USA).

Schweiz: Sommer (Borussia Mönchengladbach); Lichtsteiner (Arsenal), Schär (Newcastle United), Akanji (Borussia Dortmund), Rodriguez (Milan); Zakaria (Borussia Mönchengladbach), Xhaka (Arsenal); Steffen (Wolfsburg), Embolo (Schalke), Zuber (VfB Stuttgart); Ajeti (Basel).

Bemerkungen: Georgien ohne Tschakwetadse (verletzt), Schweiz ohne Seferovic, Shaqiri und Fernandes (alle verletzt) sowie Mehmedi (krank).