Der Knall erschüttert den FC Luzern bereits Stunden bevor heute Abend die Generalversammlung abgehalten wird. Mike Hauser wird Ende der nächsten Saison als Präsident des Super-League-Klubs demissionieren. Dies nicht ganz freiwillig. Denn die FCL-Holding Löwen Sport und Event AG hat entschieden, dass der Klub ab der Saison 2014/15 von einem vollamtlichen Präsidenten geführt werden soll.

Was keine Option ist für den 41-jährigen Hauser. Schliesslich führt er zusammen mit seinem Bruder das familieneigene Fünfsternehotel Schweizerhof in Luzern. Gegenüber der Luzern Zeitung sagte der Präsident auf Zeit: «Zu Gunsten des FC Luzern bleibe ich noch ein Jahr im Amt, damit die Investoren Zeit haben, ihren Wunschkandidaten zu suchen.»

Keine Nachbeben

Die Löwen Sport und Event AG mit Marco Sieber (Präsident), Bernhard Alpstaeg, Walter Stierli, Samih Sawiris und Hans Schmid hat sich zum Ziel gesetzt, den FC Luzern nachhaltig weiterzuentwickeln.

«Aus diesem Grund professionalisieren wir nun die operative Führung», sagt Sieber. Der FC Luzern, Achter der abgelaufenen Saison, kann unterdessen ein beachtliches Wachstum vorweisen: 120 Mitarbeiter, 20 Millionen Franken Umsatz. Der neue Präsident soll mit CEO Thomas Schönenberger und Sportchef Alex Frei die Geschäftsleitung bilden.

Seit dem Wechsel von Trainer Uli Forte von GC zu YB wissen wir: Auf Trennungen können verbale Nachbeben folgen. Darauf verzichtet Hauser.

«Natürlich bin ich enttäuscht und habe mir das bei meinem Amtsantritt gewiss anders vorgestellt. Die Holding hat aber die Möglichkeit, diese Veränderung zu beschliessen. Wenn die Investoren überzeugt sind, dass es der richtige Weg ist, dann habe ich das zu akzeptieren.»

Schliesslich stehe nicht seine Person, sondern das Wohlergehen des Klubs im Zentrum des Interesses. «Der FCL gehört zu Luzern wie der Wasserturm und die Kapellbrücke. Ich hoffe, dass dies alle Beteiligten und die künftigen Verantwortlichen auch so sehen.»

Ruhige und geerdete Führungsperson

Mit Hauser verliert Luzern einen rationellen, geerdeten Präsidenten. Dabei war sein Start alles andere als unproblematisch. Denn der Schatten seines extrovertierten Vorgängers Walter Stierli, der sich mit dem Bau der Swissporarena ein Denkmal errichtet hat, schien ihn überall hin zu folgen. Andererseits bewegte sich Hauser stets im Spannungsfeld zwischen den teils aufbrausenden Investoren und einer angezählten sportlichen Leitung.

Die unqualifizierten Heckenschüsse des polternden Bernhard Alpstaeg haben Hausers Arbeit jedenfalls nicht erleichtert. Dazu kam der sportliche Misserfolg, der Hauser in seinem ersten Amtsjahr zu zwei Trainerentlassungen (Murat Yakin, Ryszard Komornicki) gezwungen haben.

Dass die Saison für den FC Luzern doch noch versöhnlich endete, ist auch Hauser zu verdanken. Er war es, der Alex Frei zum Sportchef ernannte. Und Alex Frei war es, der die Idee mit Trainer Carlos Bernegger hatte. Hauser sagt: «Ich habe Leute motiviert, nach Luzern zu kommen. Wie Alex Frei, dessen Anstellung definitiv in meinem Kopf entstanden ist. Es ist nicht meine Art, das ganze Team und alle Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen im Stich zu lassen.»