Ein Brief ging an Cornel Borbély, Vorsitzender der Ethikkommission, der andere an Domenico Scala, Mitglied der Wahlkommission. Im Schreiben fordern das «Bahrain Institute for Rights and Democracy» (Bird) und die US-Gruppe «Americans for Democracy an Human Rights in Bahrain», dass der Scheich Salman Bin Ibrahim Al-Khalifa aus Bahrain aus dem Rennen für das höchste Fussballamt ausscheidet.

Auf 22 Seiten listen die Menschenrechtsorganisationen die Vorwürfe gegen Salman auf, der zur bahrainischen Königsfamilie gehört. Der Scheich soll massgeblich beteiligt gewesen sein, als die Demokratiebewegung in Bahrain 2011 brutal niedergeschlagen wurde.

Sicherheitskräfte der Königsfamilie gingen während des Arabischen Frühlings gewaltsam gegen Demonstranten vor. Hunderte Menschen wurden verletzt, Dutzende starben später im Gefängnis.

Die Anschuldigungen betreffen auch den Fussball. Als Chef des Fussballverbands Bahrain soll Salman angeordnet haben, gegen alle Fussballspieler und Klubangestellte zu ermitteln, die an den Protesten mitmarschierten.

Die Fifa-Ethikkommission leitet bei solchen Anschuldigungen in der Regel eine Voruntersuchung ein.

Erhärtet sich der Verdacht, eröffnet der Weltfussballverband ein offizielles Verfahren. Wenn die Verfehlungen direkt auf Salman – und nicht nur auf die Königsfamilie – zurückzuführen sind, kann es eng werden für den Scheich.

In ein bis zwei Wochen dürfte der Integritätscheck der Kandidaten abgeschlossen sein.