Guardiola zur Niederlage

Manchester City verliert zu Hause erstmals seit 15 Monaten – Pep: «Das war richtig schlecht!»

Pep Guardiola ist mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.

Pep Guardiola ist mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.

Letztlich ist es für Manchester City nur ein kleinerer Stolperer, dieses 1:2 gegen den FC Basel im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals. Denn dank dem 4:0-Triumph im Joggeli ziehen die Engländer letztlich problemlos in den Viertelfinal ein; übrigens erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Vereins.

2016, unter Pep Guardiolas Vorgänger Manuel Pellegrini, stiessen die Skyblues bis in den Halbfinal vor. Obwohl sie derzeit von vielen als «bestes Team der Welt» bezeichnet werden, sieht Trainer Guardiola seine Mannschaft noch längst nicht auf Augenhöhe mit den ganz grossen des Fussball-Geschäfts. «Mannschaften wie Barcelona haben während der letzten 15 bis 20 Jahre alles gewonnen. Egal, wer der Trainer war, egal, wer spielte», so der Katalane. Sie dagegen hätten gerade ihren ersten Titel gewonnen, den FA-Cup. Und der Weg in der Champions League ist noch lang. Auch das zeigte der Triumph von Basel im Etihad Stadium.

Pass-Leerlauf in Hochfrequenz

Erstmals nach 15 Monaten mussten die Citizens eine Niederlage vor eigenem Publikum einstecken. Zuvor blieben sie während 36 Spielen (29 Siege, 7 Unentschieden) ungeschlagen. Und dann verlieren sie ausgerechnet gegen eine Mannschaft aus einer kleinen Liga, eine Mannschaft, die in den Wochen vor dem Achtelfinal-Rückspiel vier von fünf Partien verloren hatte, in die Krise rutschte. «Unsere erste Halbzeit war ganz okay. Aber in der zweiten hörten wir auf Fussball zu spielen. Das war richtig, richtig schlecht», nervte sich Guardiola.

City blieb sich zwar treu, hatte über 70 Prozent Ballbesitz und spielte 972 Pässe. Aber, so Guardiola: «Wir haben gepasst, um zu passen, nicht um Tore zu schiessen.» Ganz im Gegensatz zum FC Basel. Der hatte den Ball zwar viel seltener, schloss aber häufiger ab als die Gastgeber (6:3 Abschlüsse für Basel) und traf auch öfter (2:1). «Wir wussten, dass sie auf Konter aus sind und haben ihnen dabei noch geholfen», ärgerte sich City-Verteidiger John Stones. Mit dem 2:1 gelingt den Baslern, was in dieser Saison noch keiner Mannschaft gelungen ist: Sie schlagen nach Manchester United auch Stadtrivale City.

Logisch, auch die englischen Medien erwähnen solche Geschichten, nennen die Zahlen, zeigen sich überrascht. Aber letztlich ist für sie klar: Pep ist mit einem B-Team angetreten in einem Spiel, in dem es um fast nichts mehr ging. Nur eines beschäftigt sie: Ist die Bank zu schwach für den Triumph in der Königsklasse? Davon will Guardiola nichts wissen. Einerseits aus Respekt vor der Leistung der Basler. Andererseits weil er weiss, was Rotationen bewirken können. Er schonte gegen den FCB Stars wie Goalie Ederson, die Mittelfeldmagistraten Kevin de Bruyne und David Silva oder Stürmer Sergio Agüero. Guardiola: «Wenn man sechs Wechsel macht, ist das Team nicht mehr dasselbe. Das ist bei jedem Klub der Welt so.»

Dem FCB kanns egal sein. Er hat mit dem Sieg einen grandiosen Schlusspunkt unter seine Champions-League-Kampagne gesetzt – und viel Selbstvertrauen für die Liga getankt. Das kann er brauchen, wenn er YB noch einmal ernsthaft in Verlegenheit bringen will. Denn noch beträgt der Rückstand – bei zwei Spielen weniger – 14 Punkte.

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