Fussball
Manager Allofs: «Diego Benaglio ist eines der Gesichter des Klubs»

Geschäftsführer Klaus Allofs hält viel von den drei Schweizer Nationalspielern bei seinem Klub VfL Wolfsburg. Es macht ihm Spass mit Timm Klose, Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez zu arbeiten.

markus brütsch, bad ragaz
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Geschäftsführer Klaus Allofs ist zuversichtlich, mit Wolfsburg auf gutem Weg zu sein. EPA/KAY NIETFELD

Geschäftsführer Klaus Allofs ist zuversichtlich, mit Wolfsburg auf gutem Weg zu sein. EPA/KAY NIETFELD

Herr Allofs, wer wird denn in der Bundesliga Dritter hinter Bayern München und Borussia Dortmund?

Klaus Allofs: Was soll ich sagen? In der vergangenen Spielzeit haben die Bayern einen fehlerfreien Auftritt hingelegt. Auch was die Dortmunder geleistet haben, war eindrucksvoll. Beide haben sich weiter verstärkt. Es spricht somit vieles dafür, dass es für alle anderen Klubs schwer wird.

Für die der dritte Platz somit das höchste der Gefühle ist.

Deshalb sage ich auch nicht: Der VfL Wolfsburg will Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter werden. Nein, wir wollen es einfach besser machen als im letzten Jahr (Wolfsburg belegte den elften Rang; die Red.). Dies dürfte nicht allzu schwer fallen, denn die letzte Saison war durchwachsen. Auch wenn nicht vergessen gehen sollte, dass wir im Halbfinal des DFB-Pokals waren, aber das Pech hatten, auswärts auf die Bayern zu treffen.

Zuletzt wurden die Münchner mit 25 Punkten Vorsprung Meister. Droht eine weitere langweilige Bundesliga-Spielzeit?

Nein, diese Gefahr sehe ich nicht. Selbst wenn es denkbar ist, dass die Bayern ein paar Mal hintereinander Meister werden. Aber lassen wir uns doch überraschen. Auch andere Teams haben sich gut entwickelt, und vielleicht tauchen bei den Bayern auch die einen oder anderen Probleme auf. Andrerseits bedeutet die Verpflichtung von Pep Guardiola für die Spieler mit Sicherheit eine zusätzliche Motivation.

Apropos: Können Sie den Hype um Guardiola nachvollziehen?

Das kann ich. Vieles ist auf Bayern konzentriert. Wo Bayern draufsteht, kann man verkaufen. Wo Bayern gesendet wird, gibt es Einschaltquoten. Und wenn dann noch jemand aus Barcelona kommt, wohin alle mit glänzenden Augen geschaut haben, dann ist die Euphorie schon nachzuvollziehen. Guardiolas Verpflichtung hilft auch der ganzen Liga. Dass er nicht ein anderes Land gewählt hat, zeigt deren Stellenwert. Noch untermauert von der Tatsache, dass mit Bayern und Dortmund zwei deutsche Teams den Final der Champions League bestritten haben.

Uli Hoeness befürchtet, es könnten in der Bundesliga bald Verhältnisse wie in Spanien herrschen, wo Barcelona und Real Madrid den Titel unter sich ausmachen.

Diese Angst habe ich nicht. Wäre es denn ideal, 18 gleichwertige Mannschaften zu haben? Dann hätten wir wieder das Gerede: Ja, die Bundesliga ist toll, aber uns fehlt die Spitze... Die Bayern waren immer schon die Favoriten und sind trotzdem nicht immer Meister geworden. Mal wurde es Dortmund, mal Wolfsburg, mal Stuttgart, mal Bremen.

Wo will der VfL Wolfsburg hin?

Das erste Ziel ist, den Standort Wolfsburg aufzuwerten. Wir wollen uns von Jahr zu Jahr steigern.

Auch zur besseren Wahrnehmung?

Tradition lässt sich nun mal nicht produzieren. Wolfsburg ist eine Stadt mit 120 000 Einwohnern, aber viele davon sind Anhänger des VfL.

Steht das Kader fix, oder legen die Wölfe noch nach? Es ist davon die Rede, der VfL sei am brasilianischen Nationalspieler Luiz Gustavo interessiert.

Falls Bayern tatsächlich darüber nachdenkt, diesen Spieler abzugeben, dann überlegen wir uns, ob ein solcher Transfer machbar ist. Es gibt natürlich einiges, was einem Wechsel im Wege stehen würde. Will der Spieler überhaupt bei einem Verein spielen, der nicht im internationalen Wettbewerb vertreten ist? Finden wir finanziell eine Lösung? Aber wir wollen neue Spieler nicht mit dem Argument nach Wolfsburg locken, hier sei mehr zu verdienen. Sie sollen an unser sportliches Projekt glauben.

Wie zum Beispiel Timm Klose?

Wir denken, dass er als Person sehr gut zu uns passt und ein grosses Entwicklungspotenzial besitzt.

Diego Benaglio...

...ist eines der Gesichter des Klubs. Er hat eine sehr gute Saison hinter sich und übernimmt als Captain Verantwortung.

Und Ricardo Rodriguez...

...ist ein sehr guter Spieler. Er hat sich richtig gut entwickelt und wird von Tag zu Tag selbstbewusster. Wir haben ihm zu verstehen gegeben, dass wir auf ihn bauen.

Wie viele Schweizer sollen, neben Goalietrainer Andreas Hilfiker, Benaglio, Klose und Rodriguez, noch kommen?

Wir haben diese nicht verpflichtet, weil sie Schweizer sind. Sie sind Menschen, die sehr gut zu uns passen. Und mit denen es Spass macht, zu arbeiten.