FC Aarau
Mall übt Selbstkritik und Burki ärgert sich

Am Tag seiner Vertragsverlängerung mit dem FC Aarau greift Torhüter Mall beim 0:1 gegen Vaduz daneben. Und Captain Burki sieht wegen zwei unglücklichen Aktionen rot.

Ruedi Kuhn
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Schiri Erlachner zeigt Sandro Burki die Rote Karte.

Schiri Erlachner zeigt Sandro Burki die Rote Karte.

KEYSTONE

Der Schlusspfiff. Joël Mall hat es eilig. Der Torhüter des FC Aarau sprintet die Treppe runter in Richtung Umkleidegarderobe und lässt seinem Frust mit einem Schrei freien Lauf. Malls Ärger ist gross. Mehr noch. Malls Ärger ist riesig. Der 23-Jährige verschwindet unter der Dusche. 20 Minuten später hat sich Mall zwar noch immer nicht beruhigt, ist aber zumindest bereit für ein Interview. «Das Gegentor geht auf meine Kappe», gibt sich Mall selbstkritisch. «Diesen Ball muss ich einfach halten.» Wo Mall recht hat, da hat er recht. Natürlich war dem Keeper beim harmlosen Schuss von Vaduz-Stürmer Pascal Schürpf in der 72. Minute die Sicht verdeckt. Aber der Ball kullerte direkt und aufreizend langsam auf Mall zu, sodass er diesen ganz einfach hätte halten müssen.

Ein dummer Moment

Es wäre falsch, Mall die alleinige Schuld für das 0:1 gegen Vaduz in die Schuhe zu schieben. Der 23-Jährige zeigte ansonsten eine gute Leistung. Damit kann er sich allerdings nichts kaufen. Kam hinzu, dass der Flop die Freude über die Vertragsverlängerung bis Ende Saison 2017/18 ziemlich getrübt hat. Mall war nicht der einzige Spieler des FC Aarau, der sich nach der Pleite gegen den Aufsteiger aus dem Ländle fürchterlich aufregte. Auch Sandro Burki verstand die Welt nicht mehr. Schiedsrichter Pascal Erlachner zeigte dem Captain nach gut einer halben Stunde die gelb-rote Ampelkarte.

Jetzt heissts Absiegskampf

Und das kam so: Burki wurde in der 7. Minute nach einem Kopfballduell mit Diego Ciccone verwarnt, weil er nach Ansicht des Spielleiters die Arme zu weit oben hatte. Und kurz vor der Pause nahm das Unheil seinen Lauf: Burki versprang nahe der Mittellinie der Ball. Im folgenden Zweikampf brachte der 29-Jährige Ciccone zu Fall. Erlachner zögerte keinen Moment und zeigte Burki die rote Karte. «Dieser Platzverweis ist extrem hart», sagt Burki. «Bei der ersten gelben Karte bin ich mir keiner Schuld bewusst. Und bei der zweiten Verwarnung ging ich zwar resolut in den Zweikampf, habe aber ganz klar den Ball gespielt.» Burki fühlt sich nach eigener Aussage benachteiligt. Für ihn steht fest: Ohne den Platzverweis wäre der FC Aarau nie und nimmer als Verlierer vom Platz gegangen. «Es lief alles, aber auch wirklich alles gegen uns», sagt Burki. «Nun sind wir mittendrin im Abstiegskampf.» Richtig: Am nächsten Sonntag geht es weiter. Dann gastiert der FC Aarau in Luzern. Die Zentralschweizer warten seit dem 18. Mai 2014 und dem 3:0 gegen Thun auf einen Heimsieg. Baut Aarau nach Vaduz auch die Zentralschweizer auf?