Zum Glück hat der FC Luzern einen Marco Schneuwly in seinen Reihen. Wenn der Coach Carlos Bernegger den von Thun übernommenen Stürmer als den "Gabriel Batistuta von Luzern" bezeichnet, mag dies etwas hoch gegriffen sein. Doch noch bevor die Saison in der Super League begonnen hat, zeigte Schneuwly seinen Wert für den FCL. In fünf Testspielen traf er sieben Mal und gegen St. Johnstone war der Freiburger erneut der gefährlichste Luzerner. Er traf früh die Latte (25.) und verhinderte später die Heimniederlage, als er in der 67. Minute ein Zuspiel von Dario Lezcano übernahm und in unwiderstehlicher Stürmer-Manier aus rund zehn Metern zum 1:1 einschoss.

In der Schlussphase dominierten die Luzerner das Geschehen nochmals deutlich. Doch unpräzise Zuspiele verhinderten oft eine gute Abschlussposition und wenn doch einmal ein Luzerner gefährlich an den Ball kam, vergab er die Chance. So wie Lezcano sieben Minuten vor dem Ende. Der Südamerikaner wurde von WM-Teilnehmer Oliver Bozanic bedient, verzog seinen Schuss aber deutlich. Es war kläglich, wie Lezcano diese letzte Chance auf einen Heimsieg vergab. Und diese Szene war daher so etwas wie das Symbolbild für einen letztlich ungenügenden Auftritt der Luzerner.

Auch der FC Vaduz verpasste im Hinspiel in Polen ein positives Resultat. Der Super-League-Aufsteiger verlor bei Ruch Chorzow 2:3. Statt mit einer Führung ging Vaduz gegen den Dritten der polnischen Liga mit einem 1:2 in die Pause. Den Vorsprung durch Philipp Muntwiler aus der 16. Minute konnten die Liechtensteiner nur wenige Minuten halten. 300 Sekunden später führte Ruch Chorzow 2:1. Vaduz war dabei nicht vom Glück begünstigt. Der Ausglich fiel nach einem sehenswerten Weitschuss, dem Führungstor der Polen ging wohl ein Handspiel voraus.

Chorzow wurde seiner Favoritenrolle erst in der letzten halben Stunde gerecht. Nachdem Verteidiger Surma einen Kopfball von Florian Stahel ins eigene Tor abgelenkte hatte (59.), steigerten sich die Polen spät doch noch. Für ihren Schlussspurt wurden sie mit dem Siegestor durch den Doppeltorschützen Piotr Stawarczyk belohnt (74.). Am Ende wäre ein Remis wohl gerecht gewesen, weil jedes Team eine Halbzeit dominierte. Doch dank der beiden Auswärtstore hat Vaduz auch so gute Chancen, sich in einer Woche für die nächste Runde zu qualifizieren.

Luzern - St. Johnstone 1:1 (0:0). - 8902 Zuschauer. - SR Bastien (Fr). - Tore: 48. MacLean 0:1. 67. Marco Schneuwly 1:1.

Luzern: Zibung; Thiesson, Affolter, Rogulj, Lustenberger; Doubai (60. Bento); Winter, Freuler, Wiss (60. Lezcano), Hyka (75. Bozanic); Marco Schneuwly.

St. Johnstone: Mannus; Miller, Mackay, Wright, Easton; Croft (90. Scobbie), Millar, Brown, Wotherspoon; Caddis (75. O'Halloran), MacLean.

Bemerkungen: Luzern ohne Jantscher, Mobulu, Matri, Neziraj (alle verletzt). Verwarnungen: 43. Wright (Foul). 60. Wotherspoon (Unsportlichkeit). 69. Easton (Foul). 82. Lustenberger (Foul).

Ruch Chorzow - Vaduz 3:2 (2:1). - 1000 Zuschauer (in Gliwice). - SR Orel (Tsch). - Tore: 16. Muntwiler 0:1. 18. Zeinczuk 1:1. 21. Stawarczyk 2:1. 59. Surma (Eigentor) 2:2. 74 Stawarczyk 3:2.

Vaduz: Jehle; Untersee, Stahel, Grippo; Burgmeier (77. Von Niederhäuser), Ciccone (62. Polverino), Muntwiler, Schürpf; Neumayr; Pak, Sutter (70. Lang).

Bemerkungen: Vaduz ohne Baron, Sara, Cecchini, Pergl und Flatz (alle verletzt). 71. Pfostenschuss von Kowalski (Ruch Chorzow).