Super League
Lugano-FCB: der Kampf der Basler gegen die eigene Enttäuschung

Nur drei Tage nach der bitteren Niederlage gegen Paris Saint-Germain geht es für den FC Basel morgen Samstag bereits in der Liga weiter. Lugano heisst der Gegner – aber der FCB muss auch noch gegen ein Überbleibsel aus Paris ankämpfen.

Céline Feller
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Das letzte Spiel gegen den FC Lugano konnte der FC Basel (hier im Bild Michael Lang) im August mit 4:1 für sich entscheiden.

Das letzte Spiel gegen den FC Lugano konnte der FC Basel (hier im Bild Michael Lang) im August mit 4:1 für sich entscheiden.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

«Es wird ein schweres Spiel.» Diesen Satz sagt Urs Fischer beinahe vor jedem Spiel. Zu Recht. Doch vor dem Spiel gegen den FC Lugano vom Samstag (ab 20 Uhr im Liveticker) hat dieser Satz eine noch grössere Bedeutung.

Denn für einmal meint Fischer nicht nur den nächsten Gegner, der dem FC Basel das Leben schwer machen wird. Sondern es sind auch die Gedanken an letzten Mittwoch und das Spiel gegen Paris Saint-Germain, die Team und Staff noch immer beschäftigen. Vier Grosschancen hatte der FCB, nutzte keine davon und kassierte stattdessen drei Gegentore. Am Ende stehen null Punkte zu Buche, obwohl der FCB den besten Auftritt der Saison zeigte.

«Die Enttäuschung ist hängen geblieben», sagt Fischer denn auch und fügt an: «Es ist brutal hart.» Dies wegzustecken werde die grösste Herausforderung im Hinblick auf dieses Spiel gegen Lugano. Nicht nur für Fischer selber. Sondern für jeden Einzelnen. «Das muss jeder für sich verarbeiten; diese Niederlage irgendwie wegstecken.»

So wirkt es, als hätte der FCB morgen nicht nur einen Gegner, sondern gleich zwei. Lugano – und sich selbst.

Dies als Ausrede gelten zu lassen, das will Fischer nicht. Man werde sicher nicht mit angezogener Handbremse spielen, sondern ans Limit gehen. «Sonst gibt es morgen die nächste Überraschung.»

Wechsel ja, aber im Mass

Und auf Überraschungen kann und wird Fischer verzichten. So ist anzunehmen, dass der FCB im Tessin im gewohnten System spielt, weil «dieses eben am besten passt. Und ausserdem sind Automatismen das A und O.» Daher wird der FCB-Trainer auch nicht zu stark rotieren. «Wir haben im Cupspiel gegen Zug (Fischer stellte sein Team dort auf elf Positionen um, Anm. d. Red.) gesehen, dass zu viele Wechsel nicht gut sind. Den einen oder anderen Wechsel wird es geben.»

Dabei kann Fischer fast aus dem Vollen schöpfen. Nicht zur Verfügung stehen nur der noch immer rekonvaleszente Manuel Akanji sowie Eray Cümart, der sich im Youth-League-Spiel eine so starke Prellung zugezogen hat, dass er in seinen Bewegungen eingeschränkt ist.

Der Rest der Mannschaft ist fit. Auch Daniel Hoegh, der sich seit Mitte Woche etwas kränklich fühlt, sollte verfügbar sein. Genauso wie Luca Zuffi, der gegen Paris nur eingewechselt wurde und zuvor angeschlagen war, ist 100 Prozent einsatzfähig, wie Fischer bestätigt. «Sonst wäre er gegen PSG gar nicht erst auf dem Matchblatt gewesen.»

Vom morgigen Gegner erwartet Fischer einen frechen Auftritt und grossen Zug auf das Tor von Tomas Vaclik. Und dass sie ohne Komplexe auftreten. Was Fischer damit meint: Kassierten die Luganesi in dieser Saison eine Pleite, steckten sie dies weg uns traten im nächsten Spiel wieder so auf, als wäre dies nie passiert. Von bösen Erinnerungen und nicht verarbeiteter Enttäuschung keine Spur. Und genau das ist etwas, was sich das grosse Basel für einmal vom kleinen Lugano abschauen kann.