Nationalmannschaft

Lothar Matthäus: «Die Schweiz ist Favorit auf den zweiten Rang»

Lothar Mattäus. Keystone

Lothar Mattäus. Keystone

Der bulgarische Nationalcoach Lothar Matthäus sagt, was er von seinem Team heute Abend in Basel erwartet.

Bulgarien hat die EM-Qualifikation verpasst. Ist die Partie gegen die Schweiz mehr als ein Kehrausspiel?

Lothar Matthäus: Auch wenn es für uns nicht mehr um die Qualifikation für die Europameisterschaft geht, vertreten wir doch die Nationalfarben Bulgariens. Nach der bitteren Niederlage gegen England wollen wir zeigen, dass der bulgarische Fussball besser ist, als er momentan dargestellt wird.

Die Medien haben von einer schlechten Stimmung im Team berichtet.

Es ist vieles falsch wiedergegeben und dargestellt worden. Wenn ein Trainer für zwei Länderspiele 22 Mann beruft, dann hat er auch die Entscheidungen zu treffen, welche Spieler anfangen, welche sieben auf der Ersatzbank sitzen und welche vier nicht im Kader stehen. Aber jedem Spieler kann man es nicht recht machen. Und jetzt hat sich halt einer von ihnen falsch verhalten (Manolev; die Red.). Er hat sich aber bereits entschuldigt, und ich habe soeben noch mit seinem Vereinstrainer in Eindhoven gesprochen. Ich glaube, dass jeder junge Spieler Fehler machen darf. Was er nicht darf: Die Fehler wiederholen. Manolev hat auch in Zukunft wieder die Chance, sich durch gute Leistungen für unser Team zu empfehlen.

Also ist alles halb so wild.

Es handelt sich hier um einen einzigen Spieler, und es geht nicht um mehrere. Mit allen anderen sind Vieraugengespräche geführt worden, und diese Spieler haben Verständnis für unsere Entscheidungen gezeigt.

Was erwarten Sie für ein Spiel?

Ich gehe davon aus, dass die Schweiz stark unter Druck steht. Wir haben diesen nicht mehr und können befreit aufspielen. Das ist unser grosses Plus. Wir werden versuchen, ein gutes Spiel zu machen und die Niederlage gegen England wettzumachen. Wir werden es der Schweiz so schwer wie möglich machen.

Werden Sie Ihr Team stark verändern?

Wir haben nicht viele Möglichkeiten. Es wird zwei, höchstens drei Änderungen geben.

Wer ist denn für Sie der Favorit auf Rang 2 hinter England?

Die Schweiz hat mittlerweile alles selber in der Hand. Der letzte Freitag war ein schöner Tag für den Schweizer Fussball, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Damit hat man ja nicht mehr unbedingt gerechnet. Die anderen aber haben der Schweiz in die Karten gespielt, und ich sehe sie nun als Favoriten auf den zweiten Tabellenplatz. Ich verfolge den Schweizer Fussball sehr genau.

Die Schweiz wird nur mit vier Spielern antreten, die vor fünf Monaten beim 0:0 in Sofia schon dabei gewesen sind.

Wir wissen ja selbst, dass die Schweiz im Nachwuchsbereich hervorragende Arbeit leistet, und davon profitiert jetzt die Nationalmannschaft. Ottmar Hitzfeld ist ein Fachmann, der genau weiss, was er zu tun hat. Ich denke, dass er diesen Schnitt wegen der enttäuschenden Ergebnisse nach der WM getan hat. Er dürfte für die Zukunft des Schweizer Fussballs richtungsweisend sein.

Sie bleiben Trainer Bulgariens?

Obwohl die Verträge noch nicht unterschrieben sind, sieht es danach aus, dass wir weiter zusammenarbeiten werden.

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