Saison-Endspurt
Lockerer Sousa an einer Medienkonferenz ohne echtes Thema

Am Montag spielt der FCB in Thun sein zweitletztes Saisonspiel. Sportlich geht es für beide Mannschaften um nichts mehr. So interessierten im Vorfeld viel mehr die Gesundheitszustände verletzter Spieler und die Regeln für die offizielle Meisterfeier.

Céline Feller
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Nach der gewonnen Meisterschaft ist Paulo Sousa lockerer als gewohnt – und gibt auch in den nächsten Spielen den Jugend- und Reserve-Spielern eine Chance.

Nach der gewonnen Meisterschaft ist Paulo Sousa lockerer als gewohnt – und gibt auch in den nächsten Spielen den Jugend- und Reserve-Spielern eine Chance.

KEYSTONE

Sind wir mal ganz ehrlich: Wenn der FC Thun am Sonntag den neuen alten Meister FC Basel empfängt, geht es um nichts mehr. Um rein gar nichts mehr. Der FC Thun kann nicht mehr von den Tabellenplätzen verdrängt werden, die ihn zur Qualifikation für die Europa League berechtigen, und der FC Basel ist bereits Meister und hat die erste Meistersause schon hinter sich.

So verwunderte es nicht, dass an der Pressekonferenz des FC Basel von heute Freitag das anstehende Spiel nicht wirklich zu interessieren vermochte. Viel spannender waren die Fragen zum Gesundheitszustand des Langzeitverletzten Ivan Ivanov. Der Bulgare hat seit zirka eineinhalb Jahren kein Spiel mehr bestritten. Auf dem Weg zu seinem Comeback ist er in Phase 4 von 5, nur noch die komplette Integration ins Team fehle. «Bei den Trainings macht er schon wieder komplett mit», so Sousa. Wann er aber wieder fit genug sei für sein Comeback, könne er noch nicht sagen. «Wir wissen nicht, wie sein Knie und sein Körper auf Ernstkämpfe reagieren.»

Sousa konnte Ivanov ohnehin noch nie in einem Ernstkampf beobachten. «Ich hatte noch keine Möglichkeit, ihn mit den anderen Spielern zu vergleichen.» Wann der Bulgare sein Debüt unter Sousa geben kann und wird, ist noch unklar.

Einem anderen Spieler hingegen hat Sousa am Mittwoch zu seinem ersten Spiel überhaupt bei den Profis verholfen: Robin Huser. Der erst 17-Jährige durfte gegen Aarau über 90 Minuten spielen. Husers Debüt ist sinnbildlich für die Phase, in der sich der FCB momentan befindet: Es geht in den letzten zwei Saisonspielen primär darum, die Integration junger Spieler zu fördern und darum, jenen Spielern eine Chance zu geben, die dazu noch nicht sehr oft eine Chance hatten. Ahmed Hamoudi beispielsweise, oder die Ajeti-Brüder.

Debütant Huser wird auch am Montag sehr wahrscheinlich wieder eine Chance bekommen, wie Sousa bestätigt: «Er ist eine Option für Montag, ja.» Schliesslich, so Sousa, sei sein Debüt mit das Beste am Spiel gegen den FC Aarau gewesen, das ansonsten nicht gerade berauschend war.

Der lockere Sousa

Gegen den FC Thun wird also erneut eine B-Elf für den FCB auflaufen. Sousa verzichtet darauf, noch an taktischen Finessen für den Cupfinal zu feilen oder die Stammkräfte im Spielrhythmus zu halten. Die Vorbereitungszeit auf den Cupfinal sei nach dem letzten Saisonspiel mit einer Woche «lang genug».

Auch deshalb ist es Sousa – der sonst eher strenger Überwacher und detailversessener Perfektionist ist – egal, wie lange und wie ausgiebig seine Spieler am nächsten Freitag an der offiziellen Meisterfeier Party machen. «Ich appelliere an ihre Eigenverantwortung und stelle keine Regeln auf.»

Viel deutlicher könnte er nicht sagen, dass die Meisterschaft mittlerweile egal und der Cupfinal noch in weiter Ferne ist. Doch spätestens wenn die Vorbereitung auf das letzte Highlight der Saison beginnt, wird Sousa wieder auf den Wettkampf-Modus schalten. Denn dann geht es wieder um viel. Um sehr viel.

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