Der FC Liverpool steht erstmals seit elf Jahren wieder im Champions-League-Final. Die Engländer setzten sich gegen die AS Roma mit dem Gesamtskore von 7:6 durch. Das 2:4 in Rom brachte sie nicht mehr in Bedrängnis.

Roms Hoffnungen auf eine neuerliche "rimonta", eine zweite Wende nach jener in der Runde zuvor gegen den FC Barcelona, zerschlugen sich früh. Nach nicht einmal zehn Minuten versetzte Sadio Mané den Italienern mit dem 0:1 einen Dämpfer. Ein Eigentor der Engländer - Dejan Lovren schoss bei einem Klärungsversuch James Milner an - führte zwar wenig später zum Ausgleich, als Georginio Wijnaldum aber in der 25. Minute zum 2:1 für Liverpool traf, war die Situation der Römer fast aussichtslos.

Vier Treffer hätten die unterlegenen Gastgeber in der verbleibenden Spielzeit benötigt, um sich in die Verlängerung zu retten - es gelangen ihnen nur noch drei, zwei davon in den Schlussminuten durch Radja Nainggolan mit einem Distanzschuss (86.) und einem Handspenalty (94.). Davor hatte Edin Dzeko zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ausgleich erzielt.

Liverpools Champions-League-Märchen geht damit in die finale Runde. Als erster englischer Finalist seit 2012 (Chelsea) treffen die im laufenden Wettbewerb erstmals bezwungenen Reds am 26. Mai in Kiew auf Real Madrid, das den Titelhattrick anpeilt.

Die erste Niederlage in der laufenden Kampagne ist selbstredend leicht zu verkraften. Auf dem Weg ins erste Endspiel seit elf Jahren stellte Liverpool diverse Bestmarken auf.

In spektakulärer Sturm-und-Drang-Manier erzielte das Team von Trainer Jürgen Klopp in den 14 Spielen inklusive Qualifikation 46 Tore und damit eines mehr als der FC Barcelona 1999/2000 in 16 Spielen.

Die 22 Auswärtstore bedeuten ebenso Rekord wie die 29 Treffer der drei Stürmer Mohamed Salah (10), Roberto Firmino (10) und Sadio Mané (9).

Auch in Rom stellte Liverpool seine Torproduktion nicht ein, obwohl die Lage nach dem 5:2 aus dem Hinspiel überaus komfortabel war. Diesmal profitierte die Klopp-Elf auch davon, dass der Gegner von Beginn weg gezwungen war, anzugreifen und aufzurücken.

Gut ging das aus Römer Sicht im Vergleich zum Viertelfinal gegen den Barcelona (3:0 nach 1:4) nicht. Schon nach neun Minuten nützten die bei gegnerischen Angriffen auf Konter lauernden Gäste die Räume ein erstes Mal aus. Ein Fehlpass von Nainggolan gelangte zu Roberto Firmino, der Brasilianer bediente Sadio Mané, dieser überlistete Romas Keeper von schräg links ohne Schwierigkeiten.

Es waren aber nicht nur Konter, die sich die Engländer gegen die zuvor im laufenden Wettbewerb in sämtlichen Heimspielen ohne Gegentor gebliebenen Römer zunutze machten.

Das 2:1 erzielte Wijnaldum nach einem Corner und nachdem Andrea Florenzi mit dem Kopf in die falsche Richtung direkt vor die Füsse des Niederländers geklärt hatte.

Wijnaldum, der im Hinspiel früh für den verletzt ausgeschiedenen Alex Oxlade-Chamberlain aufs Feld kam, spielte diesmal von Beginn weg. Es war die einzige Änderung, die Jürgen Klopp im Vergleich zum Hinspiel und zu den beiden Achtelfinal-Duellen mit Manchester City vornahm.

Telegramm:

AS Roma - Liverpool 4:2 (1:2)

61'889 Zuschauer. - SR Skomina (SLO). - Tore: 9. Mané 0:1. 15. Milner (Eigentor) 1:1. 25. Wijnaldum 1:2. 52. Dzeko 2:2. 86. Nainggolan 3:2. 94. Nainggolan (Handspenalty) 4:2.

AS Roma: Alisson; Florenzi, Manolas, Fazio, Kolarov; Pellegrini (53. Ünder), De Rossi (69. Gonalons), Nainggolan; Schick, Dzeko, El Shaarawy (75. Antonucci).

Liverpool: Karius; Alexander-Arnold (92. Clyne), Van Dijk, Lovren, Robertson; Wijnaldum, Henderson, Milner; Salah, Firmino (87. Solanke), Mané (83. Klavan).

Bemerkungen: AS Roma ohne Defrel, Karsdorp, Perotti und Strootman; Liverpool ohne Can, Gomez, Lallana, Matip und Oxlade-Chamberlain (alle verletzt). 35. Abgelenkter Schuss von El Shaarawy an den Pfosten. Verwarnungen: 44. Lovren (Foul). 76. Florenzi (Foul). 84. Manolas (Unsportlichkeit). 85. Robertson (Unsportlichkeit). 90. Solanke (Unsportlichkeit).