Italien
Lippi entschuldigt sich, und die Slowakei packt die Koffer wieder aus

Die Slowakei schiesst Titelverteidiger Italien in der Vorrunde ab. Das und das eigene Versagen reisst die Azzurri ins Tal der Tränen. Auch Marcello Lippi rennt dünnlippig in die Kabine. Zuvor aber bekennt er: «Ich übernehme die volle Verantwortung».

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Italien ausgeschieden
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Italien im Tal der Tränen
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Italien im Tal der Tränen
Italien im Tal der Tränen
Marcello Lippi schaut den Slowaken beim Siegen zu
Marcello Lippi

Italien ausgeschieden

Keystone

Erik Roos und Antje Rehse

Als das grösste WM-Desaster in Italiens Fussball-Geschichte perfekt war, verschwand Trainer Marcello Lippi mit hängendem Kopf direkt in die Kabine, die Spieler versanken förmlich in einem Meer von Tränen: Die Squadra Azzura schied bei der WM in Sdafrika nach einem blamablen 2:3 (0:1) gegen die Slowakei als dritter Titelverteidiger nach Brasilien 1966 und Frankreich 2002 bereits in der Gruppenphase aus und wurde damitnach Frankreich zur nächsten Lachnummer.

Nicht genug trainiert?

«Ich übernehme die volle Verantwortung. Offensichtlich habe ich die Mannschaft nicht gut genug trainiert», sagte Lippi nach seinem letzten Spiel als Trainer der Italiener: «Wir müssen nach Hause fahren. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Das ist sehr traurig, sehr bitter. Aber wir mssen das vorzeitige Aus jetzt akzeptieren.»

Der viermalige Champion blieb bei der 17. WM-Teilnahme erstmals ohne Sieg und schied auch noch als Tabellenletzter der Gruppe F aus. Auf Lippi-Nachfolger Cesare Prandelli wartet mit Blick auf die EURO 2012 in Polen und der Ukraine nun reichlich Aufbauarbeit. Verzichten muss der neue Nationaltrainer dabei auf Kapitän Fabio Cannavaro und Gennaro Gattuso, die bereits vor dem WM-Aus ihren Rücktritt angekündigt hatten.

Die Slowaken buchen schon mal den Flug um
Die willensstarken Slowaken erreichten als WM-Debütant nach grossem Kampf erstmals das Achtelfinale. «Nach der Geburt meines Sohnes ist das der beste Tag in meinem Leben. Das ist so unglaublich», sagte Slowakeis Trainer Vladimir Weiss. Der Ex-Nürnberger und Matchwinner Robert Vittek erklärte: «Das ist unfassbar für die Slowakei. Wir hatten unseren Rckflug von der WM eigentlich für Samstag gebucht. Jetzt müssen wir umbuchen.»

Ankaragc-Angreifer Vittek brachte die Osteuroper vor 53.412 Zuschauern im Ellis Park in Johannesburg mit einem Doppelpack (25./73.) auf die Siegerstrae. Kamil Kopunek (89.) hatte acht Minuten nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer durch Antonio Di Natale das 3:1 erzielt. Der zweite Treffer der Italiener durch Fabio Quagliarella (90.+2) sorgte zwar noch einmal fr Spannung, zum Ausgleich reichte es fr die Azzurri am Ende aber nicht mehr.
Italiens Quagliarella heulte anschlieend wie ein Schlosshund und musste von Cannavaro getrstet werden. In der hektischen Schlussphase einer hektischen Partie hatten die Nerven bei beiden Teams zuvor bereits blank gelegen. Nach dem Anschlusstreffer durch Di Natale in der 81. Minute bekam Quagliarella beim Versuch den Ball aus dem Netz zu holen, die Faust von Slowakeis Keeper Jan Mucha ins Gesicht, der englische Referee Howard Webb zeigte jedoch nur Gelb. Unglücksrabe Quagliarella traf zudem in der 85. Minute zum vermeintlichen 2:2, Webb versagte dem Tor aber wegen Abseits zu Recht die Anerkennung.

Das Team des scheidenden Lippi wachte erst nach dem 0:2 durch Vittek richtig auf. Zuvor hatten die Italiener nur fünf starke Minuten, ehe das Unheil bereits frhzeitig seinen Lauf nahm. Der in die Startelf gerckte Di Natale (1.) und Vincenzo Iaquinta (4.) vergaben in einer munteren Anfangsphase die ersten Chancen für Italien. Anschlieend agierte der Titelverteidiger aber 75 Minuten lang genauso schlecht wie beim peinlichen 1:1 gegen Neuseeland.
Dagegen wachte die Slowakei nach schwacher Anfangsphase schnell auf. Zunchst kam Kapitän Marek Hamsik in der 6. Minute aus zwölf Metern frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig.

Dann sorgte Vittek mit einem trockenen Schuss für die Führung des WM-Neulings. Italien zeigte sich anschlieend geschockt und zeigte zunehmend eklatante Schwächen im Spielaufbau.

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