«Schande von Luzern»
Liga-Präsident über die GC-Chaoten: «Man kann Menschen nicht so demütigen»

Wie geht es nach den wüsten Szenen beim Spiel GC gegen Luzern weiter? Im «Talk Täglich» diskutierten Heinrich Schifferle, Präsident Swiss Football League, Filippo Leutenegger, Zürcher FDP-Stadtrat und Republik-Reporter Daniel Ryser über den Skandal rund um den GC-Abstieg.

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Als «Schande von Luzern» bezeichnete GC-Präsident Stephan Rietiker die Szenen, die sich am Sonntagabend während des Spiels zwischen dem FCL und den Grasshoppers abspielten: Chaoten aus dem Gästesektor kletterten über den Zaun und provozierten einen Spielabbruch. Die Polizei griff nicht ein, stattdessen verhandelte Präsident Rietiker mit den Chaoten und übergab ihnen die Trikots aller GC-Spieler.

Ein Zeichen von Schwäche oder nötige Deeskalation? «Man musste schon vorsichtig sein, weil man nicht wusste, was passiert», sagt Heinrich Schifferle, Präsident der Swiss Football League, im «Talk Täglich» unter der Moderation von Oliver Steffen.

Szenen, die nicht zum Fussball gehören sollten: GC-Fans stürmen von den Rängen.
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Doch es wurde auch Fussball gespielt – und da war der FC Luzern heute für GC zu stark. Hier bejubeln Idriz Voca, Blessing Eleke und Ruben Vargas das Tor zum 1:0.
Luzerns Ruben Vargas (links) im Laufduell mit Cedric Zesiger.
Später freute sich Vargas über seinen Treffer zum 2:0.
Euclides Cabral schirmt den Ball gegen Luzerns Otar Kakabadze ab.
Yoric Ravet zeigt sich konsterniert.
In der 68. Minute begann dann das unrühmliche Ende des Rekordmeisters, als ein Teil ihrer Anhänger von den Rängen stürmten.
Polizisten reagierten und sicherten das Spielfeld.
Der GC-Torhüter Heinz Lindner versuchte, die Fans zu beruhigen – jedoch ohne Erfolg.
Gepanzerte Polizisten auf dem Grün der Swissporarena.
GC-Trainer Uli Forte muss zusehen, wie GC-Anhänger den Abstiegs seiner Equipe besiegelten.
Schiedsrichter Alessandro Dudic entschied sich schliesslich, das Spiel abzubrechen.
Die Sicherheitskräfte stellten sich vor dem Gästesektor auf.

Szenen, die nicht zum Fussball gehören sollten: GC-Fans stürmen von den Rängen.

KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019

Schifferle kennt kein Pardon für das Verhalten der Chaoten: «Man kann Menschen nicht so demütigen. Am Schluss muss man sagen: Es ist ja nur Sport!» Gestern hat die Liga Stadionverbote gegen fünf GC-Chaoten ausgesprochen. Weitere 52 sollen folgen.

Ob dies der richtige Weg ist, bezweifelt Republik-Reporter Daniel Ryser: «Ich halte diesen Aktionismus nicht für konstruktiv, wir betreiben ihn seit 15 Jahren und es bringt überhaupt nichts.» Seiner Meinung nach hätten die Verantwortlichen das Gegenteil versuchen müssen und in «einen wirklichen Dialog mit den Fans treten». Heisst: in Ruhe das Gespräch suchen.

Abstieg als Chance

Mit dieser Ansicht steht Ryser alleine da. «Ohne Massnahmen geht es nicht», widerspricht Filippo Leutenegger, FDP-Stadtrat von Zürich. Und Schifferle fügt an: «Es kann nicht sein, dass man ein solches Verhalten toleriert.» Würden die Chaoten nicht bestraft, sende dies das falsche Zeichen.

Und wie geht es nun mit den Grasshoppers weiter? «Der Abstieg ist auch eine Chance für GC», glaubt Leutenegger. Nach dem Abstieg des FCZ habe ein Kulturwandel stattgefunden. Eine ähnliche Entwicklung erhofft sich der Zürcher Stadtrat nun für GC. «Es ist eine Führungsfrage. Man muss weiter zusammenarbeiten und den Dialog mit den Fans suchen.»

Den ganzen Talk sehen Sie hier:

(sam)