Fussball

Leipzig trotzt der nächsten Attacke und setzt sich wieder an die Tabellenspitze

Timo Werner schoss das 1:0 für Leipzig.

Timo Werner schoss das 1:0 für Leipzig.

RB Leipzig findet eine Woche nach der ersten Saisonniederlage wieder zum Siegen zurück. Der Aufsteiger gewinnt gegen Hertha Berlin, muss aber weiter Hass einstecken. Die Titelchancen werden aber werden immer grösser.

Das Gipfeltreffen am kommenden Mittwoch zwischen Bayern München und RB Leipzig ist lanciert. Und wie. Nach dem lockeren 2:0-Sieg des Aufsteigers gestern gegen Berlin reist dieser mindestens als Co-Tabellenführer nach München. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Bayern heute gegen Darmstadt nicht gewinnt, wäre Leipzig sogar alleiniger Leader.

Und das Duell zwischen dem langjährigen Bundesliga-Platzhirsch und seinem neusten Herausforderer noch brisanter als sowieso schon. Die Ostdeutschen könnten sich in der Allianz-Arena zum Wintermeister krönen – ein Albtraum-Gedanke für alle Bayern-Fans und den neuen, alten Präsidenten Uli Hoeness, der wenig Gefallen am auf dem Reissbrett entworfenen Fussball-Projekt von Red Bull hat.

Der Hass der Neider auf den besten Bundesliga-Aufsteiger wird mit jeder Woche mehr an der Tabellenspitze grösser. Gestern traf es den Baumeister des Erfolgs, Ralf Rangnick. Die Gästefans aus Berlin entrollten ein Plakat mit der Aufschrift: «Ey Ralf, wir warten sehnlichst auf deinen nächsten Burnout.»

Manager Michael Preetz entschuldigt sich stellvertretend für die Hertha.

Eine Geschmacklosigkeit der übelsten Sorte: Rangnick trat 2011 als Trainer von Schalke 04 wegen genau eines solchen Burnouts zurück. Er hatte Glück und kam wieder zu Kräften – andere Bundesliga-Figuren wie Robert Enke und Sascha Lewandowski trieb die Erschöpfung jedoch in den Selbstmord. Die Berliner Verantwortlichen entschuldigten sich für das Verhalten ihrer «Fans»; Manager Michael Preetz gratulierte Leipzig auf Twitter zum verdienten Heimsieg und distanzierte sich von diesem «widerlichen» Plakat.

Eine Statistik zum Träumen

Zum Sport: Dank der drei Punkte gegen die in dieser Saison starken Berliner bewies Leipzig, dass die erste Saisonniederlage vor einer Woche in Ingolstadt nur ein Ausrutscher war. All jene, die danach auf den Absturz der Leipziger hofften, müssen eingestehen: Dieser Aufsteiger hat gute Chancen, die Sensation zu wiederholen, die 1997/98 dem 1. FC Kaiserslautern gelang: Unter der Regie von Trainer Otto Rehhagel und Captain Ciriaco Sforza wurden die «Roten Teufel» damals als Aufsteiger Meister.

Kurios: Kaiserslautern hatte damals nach 15 Spieltagen genau gleich viele Punkte wie Leipzig in diesem Jahr: 36. Auch die Aufteilung der Siege (11), Unentschieden (3) und Niederlagen (1) stimmt überein.

So gesehen, ist es alles andere als grössenwahnsinnig, was Leipzigs Sportdirektor Rangnick kürzlich verriet: Sämtliche Mitarbeiter von RB Leipzig können auf eine Meisterprämie hoffen. Und zwar nicht erst seit dem Aufstieg in die Bundesliga, nein.

Dieser Passus fand sich bereits zu Beginn des Projekts in der vierten Liga in den Arbeitsverträgen. Zusätzlich gesteigert werden die Chancen durch ein Eingeständnis aus München. Dort machte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti klar: «Es ist mir immer lieber, die Champions League zu gewinnen als die nationale Meisterschaft.»

Resultate und Rangliste:

Augsburg - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0). - 28'653 Zuschauer. - Tor: 75. Hinteregger 1:0. - Bemerkungen: Augsburg mit Hitz. Borussia Mönchengladbach mit Sommer und Elvedi, ab 75. mit Drmic.

Schalke - Freiburg 1:1 (0:0). - 49'500 Zuschauer. - Tore: 64. Niederlechner 0:1. 74. Konoplyanka 1:1. - Bemerkungen: Schalke ohne Embolo (verletzt).

Mainz - Hamburger SV 3:1 (1:1). - 30'179 Zuschauer. - Tore: 21. Wood 0:1. 35. Latza 1:1. 56. Latza 2:1. 67. Latza 3:1. - Bemerkungen: Mainz ab 83. mit Frei (Ersatz). Hamburger SV ohne Djourou (gesperrt).

Leipzig - Hertha Berlin 2:0 (1:0). - 42'588 Zuschauer. - Tore: 41. Werner 1:0. 62. Orban 2:0. - Bemerkungen: Leipzig ohne Coltorti (Ersatz). Hertha Berlin mit Lustenberger (verwarnt), ohne Stocker (Ersatz).

Werder Bremen - Köln 1:1 (1:1). - 42'100 Zuschauer. - Tore: 28. Rudnevs 0:1. 40. Gnabry 1:1.

Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 1:0 (1:0). - 26'067 Zuschauer. - Tor: 33. Bruma 1:0. - Bemerkungen: Wolfsburg mit Benaglio und Rodriguez. Eintracht Frankfurt ab 76. mit Tarashaj, ohne Seferovic (Ersatz). 76. Meier (Frankfurt) schiesst Foulpenalty über das Tor.

Am Freitag: Hoffenheim - Borussia Dortmund 2:2.

1. RB Leipzig 15/36 (31:12). 2. Bayern München 14/33 (34:9). 3. Hoffenheim 15/27 (27:16). 4. Hertha Berlin 15/27 (22:16). 5. Borussia Dortmund 15/26 (34:18). 6. Eintracht Frankfurt 15/26 (19:12). 7. 1. FC Köln 15/24 (20:14). 8. Bayer Leverkusen 14/20 (21:21). 9. Mainz 05 15/20 (26:27). 10. SC Freiburg 15/20 (19:26). 11. Schalke 04 15/18 (19:17). 12. Augsburg 15/17 (12:16). 13. Borussia Mönchengladbach 15/16 (14:23). 14. Werder Bremen 15/15 (19:33). 15. Wolfsburg 15/13 (13:23). 16. Hamburger SV 15/10 (12:30). 17. Ingolstadt 14/9 (11:24). 18. Darmstadt 14/8 (11:27).

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