Kurz vor 11 Uhr fuhr der 26-jährige Spieler des FC Barcelona mit dem Auto vor dem Gericht seines Wohnorts Gavá, einem Vorort der katalanischen Hauptstadt, vor. Dort warteten seine Fans und zahlreiche Kameras bereits auf ihn. Messi lächelte der Menge schüchtern zu. Er schien guter Dinge, zumal er die ihm zur Last gelegte Steuerschuld inzwischen beglichen hat.

Dem Fussballstar und seinem Vater wird vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis 2009 rund 4,2 Millionen Euro aus Einnahmen aus Messis Vermarktungsrechten in Steueroasen wie Belize und Uruguay transferiert zu haben, um sie vor dem spanischen Fiskus zu verbergen.

Vor dem Gerichtstermin zeichnete sich ab, dass Messis Anwälte die Verantwortung für die Steuertricksereien einem früheren Berater zuweisen wollen. Dieser sagte allerdings einem spanischen Radiosender, er habe bereits 2006 aufgehört, für die Messis zu arbeiten.

Allgemein wird nicht damit gerechnet, dass Messi in Haft muss: Zwar können die ihm zur Last gelegten Delikte grundsätzlich mit einer Haftstrafe geahndet werden. Doch hatten er und sein Vater Anfang September rund fünf Millionen Euro an den spanischen Fiskus nachgezahlt - den laut Behörden ausstehenden Betrag plus Zinsen. Dies dürfte sich bei einer Verurteilung deutlich strafmindernd auswirken.