Fussball
Kultstadion Brügglifeld: Für den FCB die letzte Hürde zum Titelgewinn

Das Brügglifeld ist ein Mekka für Fussball-Romantiker. Die Heimstädte des FC Aarau ist eines der letzten Fussballstadien der Schweiz ohne Schnickschnack. Ausgerechnet hier kann der FC Basel heute Meister werden - ein Streifzug durchs Brügglifeld.

François Schmid-Bechtel
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Streifzug durchs Brügglifeld
22 Bilder
Reduziert: Die Gäste-Garderobe
Heimelig: Die Presseplätze
Zweckmässig: Der Raum für Sponsoren und Gönner
Archaisch: Der Waschtrog für die Fussballschuhe
Wunderschön: Die Wendeltreppe in den Untergrund
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)
Impressionen aus dem Brügglifeld (April 2014)

Streifzug durchs Brügglifeld

Emanuel Per Freudiger

Es ist das Glanzlose unter den Glanzvollen. Das Geduldige unter den Rastlosen. Das Legendäre unter den Emporkömmlingen. Das Unbedachte unter den Bedachten. Das Analoge unter den Digitalen. Das Lebendige unter den Seelenlosen. Das Authentische unter den Multifunktionalen. Das Archaische unter den Angepassten. Das Reduzierte unter den Aufgeblähten.

Es ist eines der letzten Fussballstadien der Schweiz ohne Schnickschnack. Es gibt kein Shoppingcenter, keine Konzerte, keine Konferenzräume, keine Gourmet-Tempel. Es gibt nur Fussball. Kurz: Das Aarauer Brügglifeld ist ein Hort für Puristen und Romantiker.

Trotz seiner langen Geschichte (Eröffnung 1924) hat die Kultstätte seit dem Aufstieg des FC Aarau 1981 in die damalige Nationalliga A nie einen Meister gekürt.

Für das heutige Spiel gegen Basel rechnet man mit 8000 Zuschauern – Full House.

Doch einer bleibt ganz gelassen: Aaraus Sicherheits-Chef Leo Locher. «Wir lassen alles auf uns zukommen», sagt er.

Und wenn die Basler im Freudentaumel den Platz stürmen und die Tore abmontieren. «Was solls, der FCB hat in seinem Portokässeli bestimmt genug Geld, um uns neue Tore zu kaufen.»

Halsbrecherisch ist die schmucke Wendeltreppe in den Untergrund. Der Gang dort unten ist so schmal, dass zwei Menschen sich nur knapp kreuzen können. Doch keiner stört sich daran. Denn mit dem Eintritt ins Brügglifeld verändert sich das Raumgefühl. Was wir sonst als eng empfinden, verwandelt sich in eine wohlige Nähe.

«Im Brügglifeld wird Fussball noch gelebt», sagt Basels Trainer Murat Yakin. «Allein schon, weil die Fans sehr nahe am Spielfeldrand stehen. Als Spieler war es für mich immer ein Highlight, im Brügglifeld anzutreten. Es ist alles so eng, dass man sogar in der Kabine die Stimmen der Fans auf den Tribünen hört. Ich fände es sehr speziell, im Brügglifeld Meister zu werden.»

Wo sonst wird der kleine Aarau-Fan von FCB-Präsident Bernhard Heusler getröstet? Es war eine dieser legendären Nächte.

Am 2. November 2013, als der FC Aarau den Titelverteidiger an den Rand einer Niederlage drängte. Der Aufsteiger führt lange 1:0. Doch in der 93. Minute gelingt Marco Streller das 1:1.

Zu viel für den siebenjährigen Julian Hitz aus Möriken. Heusler hat Mitleid mit dem Jungen und fragt ihn, von welchem Aarauer er sich ein Trikot wünsche. «Von Callà.» Heusler zögert nicht und kehrt mit Callàs Trikot auf die Tribüne zurück.