Fussball
Kritiker verstummen: Bei Cristiano Ronaldo gibts heute nichts zu meckern

Cristiano Ronaldo zeigte im Trikot der portugiesischen Nationalmannschaft eine spektakuläre Partie im Entscheidungsknüller gegen Schweden. Sein Team schoss der Ausnahmefussballer gleich selbst mit drei Treffern an die WM.

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Beim Spielen der Nationalhymne: Es sollte ein grossartiger Abend werden.
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Christiano Ronaldo konnte im Barrage-Spiel gegen Schweden niemand das Wasser reichen.
Auf dieses Duell wartete die Fussball-Welt: Imbrahimovic gegen Ronaldo.
Gegen Schweden stets einen Schritt voraus: Cristiano Ronaldo.
Christiano Ronaldo, der Fussball-Überflieger
Alle stürzen sich auf den Matchwinner.
Portugal feiert den Nationalhelden.
Ronaldo nach dem ersten seiner drei Treffer.
Ein Bild von 2007.
Ronaldo bei Real Madrid.
Ronaldo beim Gewinn des Fifa Welt-Cup 2008

Beim Spielen der Nationalhymne: Es sollte ein grossartiger Abend werden.

Man mag ihn oder man hasst ihn: Cristiano Ronaldo. Doch was der Portugiese gestern Abend im WM-Quali-Spiel gegen Schweden (3:2) zeigte, wird selbst von den grössten Kritikern hoch angesehen. Ronaldo dominierte seine Gegenspieler nach Belieben, spuhlte enorme Laufwege ab und krönte seine Leistung schliesslich mit einer Tripplete, so dass er Portugal im Alleingang nach Brasilien schoss.

Nach dem Spiel zeigte sich Ronaldo überraschend bodenständig, er wollte kein Wort über seine persönliche Leistung verlieren und stellte vielmehr die Mannschaft in den Vordergrund: «Ich denke, wir haben über beide Spiele gesehen besser und solide gespielt. Wir hatten uns mehr Chancen erspielt, wir haben es uns verdient.»

Dann wird er gefragt, was ihn ein solch guter Spieler mache: «Ich gebe tagtäglich mein Bestes und arbeite stets hart daran, ein besserer Spieler, eine bessere Person zu werden.»

Umgehend blickt Ronaldo ins nächste Jahr und kann es bereits kaum erwarten, in Brasilien zu spielen: «Das ist eine fantastische Leistung. In Brasilien spricht man die gleiche Sprache, viele Portugiesen werden vor Ort sein. Auf solche Sachen arbeitet man als Fussballer hin. Wir werden versuchen, die WM zu geniessen, denn das ist für eine Nationalmannschaft das Grösste!»

Ibrahimovic applaudiert

Alles spricht nach dem Spiel über Ronaldo, dabei gelang auch seinem Direktkonkurrenten Zlatan Ibrahimovic nach Startschwierigkeiten eine respektable Leistung mit zwei Treffern innerhalb von weniger als fünf Minuten.

Doch dann nahm Ronaldo das Spieldiktat wieder in die Hand. Ibrahimovic zollte noch auf dem Platz seinem Gegenspieler Respekt und applaudierte mit versteinerter Miene.

Ronaldos steile Karriere

Ronaldo darf auf einen steilen Aufstieg zu einem der grössten Fussballer blicken: Schon als kleiner Junge war bei Ronaldo das Talent ersichtlich. Mit Nacional Funchal führte er sein Juniorenteam von Titel zu Titel, bevor er mit 12 Jahren von Madeira zu Sporting Lissabon wechselte.

Im Alter von 17 Jahren traf er eine Woche nach seinem Debüt seine ersten beiden Treffer in einem Spiel.

Es folgten weitere wichtige Treffer für die portugiesischen Hauptstädter, weshalb er nach nur einer Saison für 17,5 Millionen Euro zu Manchester United wechselte.

Dort tat er sich in der ersten Saison schwer mit dem ruppigen englischen Fussball, fing sich aber gekonnt und arbeitete sich zu einem der wichtigsten Spieler der Mannschaft hoch. In 196 Spielen für den englischen Topklub gelang Ronaldo 84 Treffer. Drei Mal holte er mit United den englischen Meistertitel.

Es folgte 2009 der Rekordwechsel von 93 Millionen Euro zu Real Madrid. Empfangen wurde er aufgrund des riesigen Intresses im Stadion, das für die Vorstellung des Spielers ausverkauft war.

2012 wurde er mit Real Madrid denn auch Spanischer Meister.

In diesem Jahr ist Ronaldo einmal mehr für die Auszeichnung zum Weltfussballer des Jahres nominiert. Gestern Abend bewies er wiederum, dass er die Auszeichnung verdient hat, und wer weiss, womöglich erhält er nach der grandiosen Vorstellung von gestern Abend auch einige Stimmen seiner heissesten Kritikern. (nch)