Fanmarsch
Krawalle beim Cupfinal: Bern glaubt, dieses Mal besser gewappnet zu sein

Bern hat sich für den Cupfinal von Ostermontag gewappnet. Um Ausschreitungen wie im letzten Jahr zu vermeiden, werden die Fanmärsche der FCB- und FCZ-Anhänger getrennt. So soll es gar nicht erst zu Konfliktsituationen kommen.

Céline Feller
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Will um jeden Preis eine Eskalation wie 2013 verhindern: Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Will um jeden Preis eine Eskalation wie 2013 verhindern: Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Keystone

Rotblau und blauweiss Vermummte werfen Petarden und Steine, reissen Bauzäune ein, beschädigen Autos und Fenster. Die Ausschreitungen, die im Vorfeld des letztjährigen Cupfinals zwischen dem FC Basel und GC am 20 Mai 2013 vor sich gingen, waren nicht schön. Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sprach gar von einem «schwarzen Tag».

Übermorgen, dem Ostermontag, findet traditionell der Cupfinal statt - Austragungsort ist wie letztes Jahr das Stade de Suisse in Bern. Elf Monate ist es her seit den wüsten Szenen der beiden Fan-Gruppierungen. In den letzten Tagen waren sie wieder omnipräsent. Nause wollte verhindern, dass die Fans erneut solch grossen Schaden anrichten und die ganze Stadt verwüsten. Er zog sogar in Betracht, den Cupfinal in Bern abzusagen, was seit der Annahme des Hooligan-Konkordats dieses Jahr erstmals möglich gewesen wäre. Nach langem Tauziehen zwischen dem Schweizer Fussballverband und Nause findet der Cupfinal nun doch in Bern statt.

Tumulte beim Spiel FCB gegen FCZ

Die Fanwalks zum Finalort Bern sind fester Bestandteil der Cup-Tradition - ebenso wie die Angst vor der Zerstörungswut der Fans. Dass der Gegner des FCB dieses Jahr nicht GC, sondern FCZ heisst, macht die Situation nicht besser. Vielleicht macht es sie gar schlechter, wenn man an die Geschehnisse der letzten Tage denkt.

Am Mittwoch trafen die beiden Teams in der Liga aufeinander. Die Zürcher wurden mit Plakaten wie «Züri dr Maischter zaige» und einer mit rotblauen Bändeln verzierten Stadt empfangen. Der Klassiker, der schon genügen Zündstoff beinhaltet, wurde noch mehr aufgeheizt. Die Basler schickten die Zürcher mit einer 4:2-Niederlage nach Hause - aber ohne Portemonnaie. Wie die Kantonspolizei Basel-Landschaft am Donnerstag berichtete, kam es nach der Partie zu tätlichen Angriffen von Basler Fans auf FCZ-Anhänger. Die Basler entledigten sie ihrer Fankleidung, Portemonnaies und Rucksäcken. Ein 17-Jähriger erlitt einen Schlag gegen den Kopf und wurde auf dem Boden liegend weiter traktiert.

Neue, sicherere Ausgangslage

Eine Schmach, die die Zürcher wohl kaum auf sich sitzen lassen wollen. Um ein mögliches Aufeinandertreffen bereits vor Anpfiff des Finals zu verhindern, hat die Kantonspolizei Bern einen Plan erarbeitet und spezielle Vorkehrungen getroffen: «Wir haben dieses Jahr, durch die beiden bewilligten Fanwalks, eine andere Ausgangslage als im letzten Jahr. Die weitgehende Trennung der Fans steht klar im Vordergrund. So kommen die Extrazüge der FCB-Fans erst im Bahnhof Bern an, wenn sich die FCZ-Fans bereits auf den Fanwalk begeben haben», erklärt Corinne Müller, Mediensprecherin der Berner Kantonspolizei. Eine komplette Trennung der Fans sei aber nicht möglich, «da sich sicher auch Fans in der Innenstadt aufhalten werden.»

Auch in Basel ist man bestens gewappnet - für eine allfällige Cupfeier, versteht sich. Neben einer vom Bau- und Verkehrsdepartement bewilligten Freinacht sind auch die nötigen Vorkehrungen seitens der Polizei getroffen, wie Andreas Knuchel, stellvertretender Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements bestätigt: «Der Einsatz bei einer allfälligen Cupfeier auf dem Barfi wird gleich verlaufen wie bei Meisterfeiern oder früheren Cupfeiern. Deshalb sind wird dementsprechend vorbereitet. Wir haben ja glücklicherweise Erfahrung mit einem erfolgreichen FCB.»

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