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Korb für Schweizer Nati: GC-Torjäger Izet Hajrovic will lieber für Bosnien spielen

Izet Hajrovic (rechts) freute sich am 14. November 2012 im Freundschaftsspiel gegen Tunesien noch über einen Treffer der Schweizer

Izet Hajrovic (rechts) freute sich am 14. November 2012 im Freundschaftsspiel gegen Tunesien noch über einen Treffer der Schweizer

Der Aargauer Izet Hajrovic spielt nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft. Der GC-Spieler soll eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, für Bosnien zu spielen. Pikant: Noch im November war die bosnische Nati kein Thema.

Der Aargauer Fussball-Profi Izet Hajrovic will plötzlich nicht mehr für die Schweizer Nati spielen. Der GC-Spieler habe eine Absichtserklärung unterzeichnet, für Bosnien zu spielen. Das berichtet der «Blick».

Hajrovic sagte im vergangenen November noch gegenüber der «Nordwestschweiz» – einen Tag vor seinem Debüt mit der Schweizer Nati in einem Testspiel gegen Tunesien: «Ich will die Zeit so gut wie möglich nutzen, um mich zu integrieren, die Spieler kennen zu lernen und mich dem Trainer zu zeigen.» Izet Hajrovic durfte damals noch während sieben Minuten ran.

Entscheid ist definitiv

Nun aber folgt die 180-Grad-Kehrtwende. Von Integration und Kennenlernen keine Spur mehr. Am Samstag vor einer Woche soll Hajrovic beim bosnischen Verband eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, dass er in Zukunft für die bosnische Nationalelf auflaufen werde.

«Ich habe Ottmar Hitzfeld meinen Entscheid mitgeteilt. Er bedauert es sehr. Aber ich habe ihm gesagt, dass sich an meinem Entscheid, für Bosnien zu spielen, nichts mehr ändert», wird der Aargauer in bosnischen Medien zitiert.

Noch nicht aufgegeben

Beim Schweizerischen Fussballverband weiss man von Hajrovics Plänen, bei Hitzfeld soll er sich aber nicht gemeldet haben.

Dennoch versucht man, Hajrovic zum Bleiben zu bewegen. «Wir haben die Hoffnungen auf den Spieler noch nicht aufgegeben», sagte Hitzfeld gegenüber dem «Blick». Ein Wechsel ins bosnische Nationalteam ist für Hajrovic noch möglich. Dies weil er im Schweizerdress bisher lediglich ein Testspiel, aber noch kein offizielles Pflichtspiel absolviert hat.

Streit mit Dzeko

Der plötzliche Sinneswandel von Hajrovic kommt überraschend. Zumal er sich nach seinem Entscheid, für die Schweiz zu spielen, auf Twitter ein hitziges Wortgefecht mit Bosniens Natistar Edin Dzeko geliefert hat. «Die zwei ‹Schweizer› sollen sich so weit wie möglich von unserem heiligen Land fernhalten», schrieb Dzeko damals.

Mit «den Schweizern» meinte er Haris Seferovic und eben Hajrovic. Letzterer konterte den Angriff von Dzeko und meinte, wenn sich Zlatan Ibrahimovic für Bosnien entschieden hätte, würde Dzeko gar nicht in der Nati spielen.

Trotz den Differenzen zwischen Dzeko und Hajrovic blieb der bosnische Verband weiter an Hajrovic dran. Mit Erfolg. «Ich habe mehr Entwicklungschancen in der bosnischen Nati», gab Hajrovic gegenüber bosnischen Medien zu Protokoll. (fba)

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