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Kommt Valentin Stocker für den gesperrten Barnetta zum Einsatz?

Valentin Stocker sucht noch seine Rolle im Schweizer Nationalteam. An der Heim-EM 2008 musste er zuhause bleiben. Darf der Basler morgen im zweiten Spiel der WM-Qualifikation für den gesperrten Tranquillo Barnetta gegen Albanien spielen?

Es gibt Tage, an denen gelingt alles. Man ist jung und unverbraucht, spielt frisch und frech, ohne nachzudenken, ohne sich um irgendetwas zu kümmern. Tage, wie sie derzeit Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka immer wieder erleben.

Auch Valentin Stocker hat solche Tage erlebt. In Erinnerung bleibt der 10. Mai 2008. Er ist 19-jährig. In der Finalissima mit dem FCB gegen YB ist Stocker die prägende Figur. Ein Tor und ein Assist gelingen ihm beim 2:0-Sieg, Basel wird auch dank ihm Meister. Oder der 20. August 2008. Es ist der Tag des Debüts im Nationalteam. Gegen Zypern benötigt Stocker gerade einmal acht Minuten für sein erstes Tor als Nationalspieler.

Lang ist’s her. Die Beziehung zwischen Stocker und dem Nationalteam ist eine schwierige geworden. Nicht die Geschichte seines ersten Einsatzes ist typisch, sondern, was danach geschah: Als Shootingstar der Super League, der mit dem FC Basel so sehr aufgetrumpft hatte, schien Stocker ein Mann für die Heim-EM 2008 zu sein. Aber Köbi Kuhn verzichtete auf ihn. Und Stocker musste eine erste Enttäuschung in seiner Nati-Karriere verkraften.

Nach dem gelungenen Auftakt entwickelte sich diese ganz anders, als er sich das vorgestellt hatte. Für die WM 2010 durfte er nur ein Qualifikations-Spiel bestreiten – das legendäre 1:2 gegen Luxemburg. An der WM in Südafrika stand er nur auf Pikett. In der vergangenen EM-Qualifikation reichte es ebenfalls lediglich zu drei Einsätzen. Die Bilanz liest sich so: 13 Spiele, zweimal durchgespielt, 3 Tore.

Ein Zeichen für den Lückenbüsser

Und heute? Stocker ist im April 23 geworden, also weder besonders jung noch alt, weder unerfahren noch routiniert. Irgendwo dazwischen. Und wenn er über seine Rolle im Nationalteam nachdenkt, dann tönt das so: «Jung bin ich nicht, Stammspieler bin ich nicht, ja was bin ich eigentlich?» Am ehesten träfe es wohl: Lückenbüsser. So negativ formuliert es Stocker dann doch nicht. «Ich bin einer, der von der Bank Druck macht.» Dass er in Hitzfelds letzten Aufgeboten stets berücksichtigt wurde, ist für ihn ein gutes Zeichen. Stocker sagt: «Mein Ziel ist ein Stammplatz, aber das muss nicht heute oder morgen sein.»

Rendez-vous mit der Vergangenheit

Am Dienstag könnte eine nächste Chance für den Basler kommen. Weil Tranquillo Barnetta in Slowenien vom Platz gestellt wurde, bietet sich gegen Albanien im offensiven, linken Mittelfeld eine Lücke. Stocker sagt: «Ich fühle mich gegenüber Barnetta verpflichtet, um diese ungerechte Rote Karte zu rächen – falls ich spiele.»

Noch lässt Trainer Hitzfeld offen, ob Stocker zum Einsatz kommt. Sein Konkurrent heisst Admir Mehmedi. Und dieser sagt: «Ich habe in Kiew schon ab und zu im linken offensiven Mittelfeld gespielt.»

Die Hoffnung auf ein Heimspiel

Für Stocker wäre die Partie gegen Albanien eine spezielle, weil sie in seiner Heimat Luzern stattfindet. Bis er 16 war, spielte er für Kriens, erst dann wechselte er zu Basel. «Viele Leute kennen mich noch von der Zeit, als ich ein Bub war, auf diese Begegnungen am Dienstag freue ich mich.»

Wie viele Schweizer im ausverkauften Stadion zugegen sind, muss sich zwar erst noch weisen. «Ich habe die Hoffnung auf ein Heimspiel noch nicht aufgegeben», sagt Stocker, «vielleicht trägt unser Sieg in Slowenien dazu bei, dass jene Schweizer, die kommen, etwas euphorischer schreien.»

Warum nicht, weil Valentin Stocker wieder einmal einen Tag erlebt, an dem ihm alles gelingt?

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