England

Klopp: «Noch nichts entschieden»

Die Liverpooler mit Georginio Wijnaldum, James Milner und Captain Jordan Henderson (von links) eilen von Sieg zu Sieg

Die Liverpooler mit Georginio Wijnaldum, James Milner und Captain Jordan Henderson (von links) eilen von Sieg zu Sieg

30 Jahre des Schmerzes dürften für Liverpool 2020 ein Ende haben. Die Reds befinden sich nach dem 4:0-Sieg bei Leicester City klar auf Titelkurs, in Sicherheit wiegen sie sich indes noch nicht.

In England werden bereits die grössten Titel-Tragödien der Sportgeschichte hervorgekramt - für den Fall, dass das Team von Jürgen Klopp sein aktuelles 13-Punkte-Polster noch verspielen sollte. Die Akteure selbst wollten nach der vielleicht besten Saisonleistung des Champions-League-Siegers, dem diskussionslosen Sieg beim ersten Verfolger Leicester, noch nichts von einer vorzeitigen Titelentscheidung wissen. "Für mich klingt es, als wäre noch nichts entschieden", betonte Coach Jürgen Klopp. "Wir versuchen einfach alles, um für unsere nächsten Spiele bereit zu sein." Das nächste steigt bereits am Sonntag (17.30 Uhr) zu Hause gegen Wolverhampton.

Die einzigen verbliebenen Herausforderer Leicester und Manchester City haben im dichten Weihnachts- und Neujahrsprogramm einen Tag weniger Zeit zur Regeneration. Leicester muss weniger als 48 Stunden nach der Heimpleite gegen den Leader am Samstagabend (18.30 Uhr) bei West Ham antreten, ManCity steht am Freitagabend in Wolverhampton im Einsatz und empfängt am Sonntag (19.00 Uhr) Sheffield United.

Der grösste Vorsprung seit 16 Jahren

13 Punkte sind der grösste Premier-League-Vorsprung am traditionellen "Boxing Day" (26. Dezember) seit Manchester United 1993. Mit einem ausgetragenen Spiel weniger scheint der Weg zum ersten Meistertitel seit 1990 für Liverpool frei. In den ausstehenden 20 Ligaspielen müssten die Reds 14 Punkte abgeben und damit einen mehr als in den letzten 45 Premier-League-Partien, um den Verfolgern zumindest eine mathematische Chance zu geben.

Die bisher letzte Liganiederlage setzte es am 3. Januar 2019 gegen ManCity (1:2) ab. Seither ist Liverpool 35 Premier-League-Spiele ungeschlagen. "Die einzige Sache, die sich ändert, sind die Zahlen", erklärte Klopp. "Es waren zehn, elf, und jetzt sind es 13 Punkte. Aber wir denken nicht daran. Wir haben es nicht einmal thematisiert. Es ist einfach nicht interessant."

Erinnerungen an 2014

Zu oft hat Liverpool in den vergangenen drei Dekaden gute Gelegenheiten verspielt - etwa im April 2014, als der damalige Captain Steven Gerrard beim Titel-Showdown gegen Chelsea in der entscheidenden Szene ausrutschte. 2020 soll das alles nicht passieren. Zu überzeugend war der Auftritt in Leicester, angeführt vom überragenden Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold (ein Tor, zwei Assists).

In Sicherheit will sich Liverpool dennoch nicht wiegen. "Ich kann die Geschichten selbst schreiben", sagte Klopp über mögliche Medienreaktionen auf ein Scheitern. "Nie zuvor in der Geschichte des britischen Fussballs hat ein Team einen grösseren Vorsprung verspielt. Das klingt sehr negativ für mich, also sind wir nur darauf konzentriert, was wir zu tun haben."

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