FC Aarau
Keine Angst vor GC-Spiel: Kim Jaggy lässt die rote Laterne kalt

Kim Jaggy war bisher in der Rückrunde einer der besten Spieler des FC Aarau. Vor dem Spiel heute Abend gegen seinen Ex-Klub zeigt sich der 32-Jährige zuversichtlich.

Dean Fuss
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Der 32-jährige FCA-Verteidiger Kim Jaggy (r.) im Zweikampf mit YBs zweikampfstarkem Offensivspieler Renato Steffen, dem Aargauer in Berner Diensten.Keystone

Der 32-jährige FCA-Verteidiger Kim Jaggy (r.) im Zweikampf mit YBs zweikampfstarkem Offensivspieler Renato Steffen, dem Aargauer in Berner Diensten.Keystone

KEYSTONE

Kim Jaggy ackert. Er sprintet der linken Seitenlinie entlang. In der Offensive kurbelt er die Angriffe seiner Teamkollegen an, in der Defensive riegelt er seine Aussenbahn ab. Der 32-jährige gebürtige Haitianer ist einer der wenigen beim FC Aarau, bei denen die Krise und der Fall ans Ende der Tabelle keine Spuren hinterliessen.

Ganz im Gegenteil: Er liefert seit der Winterpause starke Leistungen ab und erhält dafür die entsprechende Anerkennung. «Gerade in schwierigen Phasen ist es die Aufgabe von uns älteren und erfahreneren Spielern, Verantwortung zu übernehmen und mit guten Leistungen voranzugehen», sagt Jaggy.

Vom FCA-Nachwuchs zu GC

Als eines der grössten Schweizer Talente hatte er einst gegolten. Auch deshalb unterschrieb er 1999 seinen ersten Profi-Vertrag bei den Grasshoppers – damals die Nummer 1 im Schweizer Fussball. «Das war, wie wenn heute Basel anklopfen würde. Als 16-Jähriger lässt man sich diese Chance nicht entgehen», erklärt Jaggy, weshalb er aus dem FCA-Nachwuchs zu GC wechselte.

Nach acht Jahren und zwei Meistertiteln mit dem Rekordmeister nahm die Karriere des einstigen Riesentalents eine eher unerwartete Wendung: Im Sommer 2007 wechselte Jaggy zu Sparta Rotterdam. «Natürlich habe ich von den europäischen Top-Ligen geträumt, aber es klappt halt nicht immer alles so, wie man es sich vorstellt», sagt Jaggy.

Nichtsdestotrotz fand der damals 25-Jährige beim holländischen Erstdivisionär genau das, was er suchte: eine neue Herausforderung. «Als das Angebot von Sparta kam, habe ich nicht gezögert. Ich wollte die Chance wahrnehmen, mich in einer anderen Liga zu versuchen, eine andere Kultur und ein anderes Leben kennen zu lernen.»

Zum Glück nicht zu Xamax

Zwei Jahre später verhinderte der Einstieg des tschetschenische Investors Bulat Tschagajew in Neuenburg ein fast schon fixes Engagement bei Xamax. So entschied sich Jaggy gegen eine Rückkehr in die Schweiz und setzte sein Abenteuer mit einem Engagement bei Skoda Xhanti in Griechenland fort. Zwei weitere Jahre in der Fremde, auf sich allein gestellt. «Das war eine enorm wertvolle Lebenserfahrung. Die vier Auslandsjahre waren für meine persönliche Entwicklung sehr wertvoll.»

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz hatte er sich in zwei Saisons beim FC Wil für höhere Aufgaben empfohlen und spielt nun seit Sommer 2013 in Aarau. Sowohl unter Trainer René Weiler als auch unter dessen Nachfolger Sven Christ gehört Jaggy zu den Stammspielern. «Irgendwie schliesst sich mit meiner Rückkehr nach Aarau der Kreis meiner persönlichen Geschichte», sagt er.

Die Karriere nach dem Fussball

Sein Vertrag beim FCA läuft noch bis Sommer 2016. 33 Jahre alt wird er dann sein. Gedanken über sein Karrierenende macht er sich noch nicht. «So lange ich meine Leistungen bringen kann, will ich Fussball spielen», sagt der verheiratete Vater von zwei Buben. Hingegen bereitet er sich auf die Zeit nach dem Fussball vor:«Ich sehe mich nach meiner Karriere in einer Tätigkeit im Sportbereich. Wie oder was genau, steht aber noch nicht fest», sagt Jaggy, der derzeit Trainerausbildungen absolviert.

Seine Leistung will er auch heute bringen. Auch wenn es für ihn gegen seinen Stammklub spezielle Spiele sind: «Ich trage GC immer noch im Herzen. Dort bin ich gross geworden.» Jaggy erwartet eine kampfbetonte Partie im Letzigrund. «Es ist ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel.» Er hofft, dass der FCA nun vom gesteigerten Selbstvertrauen nach der starken Leistung beim 1:1 gegen die Young Boys profitieren kann.