FC Wohlen
Kein Durchkommen: Freiämter verlieren mit 0:1 gegen Chiasso

Zum dritten Spiel der Rückrunde gastierte der FC Wohlen beim FC Chiasso im Tessin. Über weite Strecken stand zwischen den Tessinern und der Rueda-Truppe ein 0:0. Erst in der 79. Minute konnte Chiassos Dragan Mihajlovic den Ball in die Maschen ablenken.

Ruedi Kuhn (Text) und Calvin Stettler (Liveticker)
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Wohlens Bilanz von 2016 könnte positiver sein. Bereits letzte Woche verloren die Freiämter gegen Leader Lausanne klar mit 1:3.

Wohlens Bilanz von 2016 könnte positiver sein. Bereits letzte Woche verloren die Freiämter gegen Leader Lausanne klar mit 1:3.

Alexander Wagner

Der Schlusspfiff! Wohlens Torhüter Joël Kiassumbua nimmt die Gratulation von Boris Ivkovic entgegen. Der Torhüter-Trainer lobt seinen Schützling in den höchsten Tönen. «Was Joël gehalten hat, ist schlicht und einfach hervorragend», sagt Ivkovic. «Er hat einen sensationellen Job gemacht, ist aber leider nicht belohnt worden.»

Belohnt worden ist Kiassumbua wahrlich nicht. Nach 79 Minuten musste sich der 23-Jährige geschlagen geben. Alberto Regazzoni stürmte auf der linken Angriffsseite in Richtung Grundlinie, liess Marijan Urtic wie so oft ins Leere laufen und servierte Dragan Mihajlovic den Ball auf dem silbernen Tablett. Mihajlovic liess sich nicht zweimal bitten und lenkte das Leder aus fünf Metern ins Tor.

Verdiente Führung der Tessiner

Und Kiassumbua? Er war absolut machtlos. Der FC Chiasso lag also eine knappe Viertelstunde vor Schluss mit 1:0 vorne. Die Führung der Tessiner war hochverdient. Der Grund? Ganz einfach: Sie hatten schon vor dem entscheidenden Treffer ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten. Die grösste Chance bot sich dem Heimklub kurz vor Ablauf einer Stunde. Urtic hatte Regazzoni innerhalb des Strafraums zu Fall gebracht. Penalty! Und weil Regazzoni nichts von der Fussballweisheit hält, dass der Gefoulte den Elfmeter nicht selbst schiessen soll, setzte er sich den Ball auf den Punkt, nahm Anlauf und scheiterte mit einem Schuss mitten aufs Tor prompt an Kiassumbua.

Kiassumbua hielt die Nullnummer also fest. Der reflexstarke Keeper des FC Wohlen war drauf und dran, zur grossen Figur des Spiels zu werden. Weil ihm Dragan Mihajlovic kurz vor Schluss einen Strich durch die Rechnung machte, schlüpfte er schliesslich in die Rolle des tragischen Helden. Logisch, dass Kiassumbuas Fazit ernüchternd ausfiel. «Ich habe alles, aber auch wirklich alles gegeben», sagte er. «Meine vielen spektakulären Paraden nützen aber herzlich wenig, wenn die Mannschaft am Ende mit leeren Händen da steht.»

Mit leeren Händen stand der FC Wohlen tatsächlich da. Und nicht nur Kiassumbua, nein, auch Martin Rueda nahm nach dem Abpfiff kein Blatt vor den Mund. «In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel völlig aus den Händen gegeben», erklärte der Trainer des FC Wohlen. «Wir haben ja beinahe um ein Gegentor gebettelt.» Und was bedeutet die Niederlage für die Zukunft? «Die Bedeutung ist klar», fügt Rueda hinzu. «Mit den zwei Niederlagen gegen Lausanne und Chiasso sind wir wieder im Abstiegskampf.» Zwar sind die Freiämter momentan noch auf dem akzeptablen sechsten Tabellenrang klassiert, der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt jedoch nur drei Punkte. Sechs Teams befinden sich am Tabellenschluss innerhalb von drei Punkten – Aussetzer darf man sich da kaum erlauben, ansonsten grüsst man rasch vom gegenüberliegenden Ende der Tabellenspitze.

Angstgegner Chiasso

Der FC Wohlen also muss sich ab sofort wieder nach hinten orientieren. Mehr noch. Mit der Niederlage gegen Chiasso hat man auch noch den Abstiegskandidaten Nummer eins aufgebaut. Die Südschweizer mussten zuletzt bös untendurch. Man glaubt es kaum: Vor der Partie gegen die Freiämter blieb Chiasso sage und schreibe während knapp sechs Monaten und 14 Spielen sieglos. Unter der Führung von Trainer Giancarlo Camolese gab es zwischen Ende Oktober 2015 und Ende Februar 2016 vier Niederlagen und vier Unentschieden. Und das Verrückte an der Geschichte ist die Tatsache, dass Chiasso zuletzt am 23. August gewinnen konnte. Und wie hiess der Gegner? Richtig! Der Gegner hiess FC Wohlen! 3:0 schlug Chiasso die Freiämter. Und das erst noch im Stadion Niedermatten! Da soll noch einer sagen, die Wohler Spieler hätten kein gutes Herz...

Matchtelegramm:

FC Chiasso – FC Wohlen 1:0 (0:0)

Riva IV. - 810 Zuschauer. – SR: Jancevski. - Tor: 78. D. Mihajlovic. 1:0.

FC Chiasso: Guatelli; Dossena, Lüchinger, Ivic, Rouiller; Laner, D. Mihajlovic, Maccoppi (74. Hassell); Regazzoni (89. Felitti); S. Mihajlovic, Ciarrocchi.

FC Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Muslin, Bürgy, Lika;Grether (69. Brown); Minkwitz (87. Seferi), Geissmann; Castroman; Graf (75. Lotti), Ianu.

Verwarnungen: 43. S. Mihajlovic, 58. Urtic, 72. Maccoppi (alle Foulspiel), 90. Castroman (Unsportlichkeit).

Bemerkungen: 59. Regazzoni verschiesst Foulpenalty. Chiasso ohne Pelloni, Cortelezzi, Franin, Golemic, Muharemi, Cariglia und Hanachi. Wohlen ohne Giampà, Abegglen, Ramizi, Weber, Schultz (alle verletzt) und Kleiner (krank).

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