Seine grosse internationale Karriere geht wohl mit einem Knall zu Ende: dem 3:1-Sieg gegen Real Madrid, und der Roten Karte in der 97. Minute. Nach 176 Länderspielen, 160 Einsätzen in der Champions League, nach acht italienischen Meistertiteln, vier Pokalsiegen, dem WM-Titel 2006 in Deutschland. Aber eben wohl ohne je die Champions League gewonnen zu haben. Juventus-Goalie Gianluigi Buffon (40) ist so etwas wie der tragische Held des Abends. 

Die Penalty-Szene bei Real Madrid vs. Juventus Turin

 
Erst pariert er zahlreiche Male spektakulär. Hilft seinem Team, die Hypothek der 0:3-Heimpleite in den Viertelfinals der Champions League gegen Juventus Turin aufzuholen. Und fliegt in der letzten Minute mit Rot vom Platz. Es läuft die 93. Minute im Estadio Santiago Bernabeu, alles deutet auf eine Verlängerung hin. Als der englische Schiedsrichter Michael Oliver Penalty pfeift. Eine strittige Entscheidung. Aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Buffon zum Schiedsrichter: «Fahr zur Hölle!»

Nach einer Flanke von Toni Kroos in den Strafraum köpft Cristiano Ronaldo den Ball an die Fünfmeterlinie, wo Lucas Vazquez einschussbereit wartet. Doch von hinten kommt der Turiner Verteidiger Medhi Benatia angebraust, der Vazquez zu Fall bringt. Oliver zögert keine Sekunde und zeigt auf den Punkt. Buffon zum Schiedsrichter: «Fahr zur Hölle!» Logische Konsequenz: Platzverweis für den als äusserst fairen Sportsmann bekannten Italiener.

Gianluigi Buffons klare Worte im italienischen Fernsehen

Ronaldo verwandelt den Penalty gegen Buffons Ersatzmann Wojciech Szczesny souverän. Der Portugiese hat in jedem Champions-League-Spiel in diesem Jahr getroffen. Buffons Emotionen wiegen auch nach dem Spiel hoch: «Wenn man in der 93. Minute eine solche Situation gibt, muss man Fingerspitzengefühl haben, nicht all das zu zerstören, was eine Mannschaft in der K.o-Runde geleistet hat. Dieser Schiedsrichter hat kein Herz, sondern einen Mülleimer.»

Ronaldo zeigt sich unbeeindruckt 

Das Leben gehe weiter, er sei glücklich und stolz über die Partie, die sie gezeigt hätten. Sie hätten etwas geleistet, was undenkbar schien. Markiger waren hingegen die Worte, die der Goalie im italienischen TV-Sender Canale 5 wählte: «Wenn du als Schiedsrichter nicht die Sensibilität hast zu verstehen, welches Desaster du mit einer solchen Entscheidung anrichtest, dann setzt dich lieber auf die Tribüne und iss Pommes Frites!»
Cristiano Ronaldo traf in dieser Saison in jedem Champions-League-Spiel

Cristiano Ronaldo traf in dieser Saison in jedem Champions-League-Spiel

Davon völlig unbeeindruckt zeigten sich die Madrilenen. Torschütze Ronaldo: «Ich weiss nicht, warum sich alle so aufregen. Wenn er ihn nicht schubst, macht Vazquez das Tor Natürlich ist das ein Foul und natürlich ist das ein klarer Penalty. Mein Puls ging hoch, weil ich wusste, dass es ein entscheidender Elfmeter ist.» Diplomatisch blieb eigentlich nur einer: Real-Trainer Zinedine Zidane. Er sagte: «Man hat mir gesagt, es sei Penalty gewesen.» Ganz schön clever.