Wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal wird der 43-Jährige für drei Monate gesperrt. Um einer längeren Sperre zu entgehen, liess sich Conte auf einen Vergleich ein.

Contes Vergehen geht zurück auf seine Zeit als Trainer von Siena in der Saison 2010/2011. Der frühere Internationale soll von Resultatabsprachen in den Serie-B-Partien Novara - Siena und Albinoleffe - Siena gewusst, dies aber nicht gemeldet haben. Daher drohte ihm eine Verurteilung durch das Sportgericht zu einer Sperre von sieben Monaten.

Conte beteuerte seine Unschuld, kann diese aber schlecht beweisen. Daher einigten sich die Anwälte von Juventus mit dem Ankläger Stefano Palazzi auf einen Vergleich und eine Sperre von drei Monaten. Zudem wird Conte mit 200'000 Euro gebüsst. Dieser Betrag kommt den Erdbeben-Opfern in den Abruzzen und in der Emilia-Romagna zu Gute.

Ab dem 1. November darf Conte Juventus in den Spielen wieder betreuen. Bis dahin wird er wohl durch Nachwuchstrainer Marco Baroni vertreten. Die neue Saison in der Serie A beginnt am 25 August, bis zum 1. November werden zehn Runden absolviert und drei Partien in der Champions League ausgetragen.

Ob sich auch der Verteidiger Leonardo Bonucci auf einen Vergleich einlässt, ist noch unklar. Der Internationale, der an der EM 2012 zum Stamm der "Azzurri" gehört hat, muss sich wegen des ungleich schwereren Vergehens der aktiven Spielabsprache (Saison 2009/2010 als Spieler von Bari) verantworten. Ihm droht eine dreijährige Sperre, die durch einen Vergleich auf 14 Monate reduziert würde. Für einen Vergleich müsste Bonucci ein Schuldeingeständnis ablegen. Bis jetzt hat aber auch er eine Beteiligung am Wettskandal von sich gewiesen.

Italienische Beobachter rechnen damit, dass sich der 25-jährige Bonucci auf einen Prozess einlassen könnte - und damit ein grosses Risiko auf sich nehmen wird. Wird er tatsächlich zu einer dreijährigen Sperre verurteilt, wäre dies womöglich das Ende seiner Karriere auf höchstem Niveau.