Durchs Kriegsgebiet zur WM
Jetzt spricht einer der fünf verirrten Schweizer: "Wir waren niemals in Gefahr"

Die Story der fünf Nati-Fans, die auf dem Weg zur WM nach Russland wegen ihrem Navi an der Ukrainischen Front landeten, sorgte für Furore. Jetzt bestreiten die fünf Freunde, jemals in einem Kriegsgebiet gewesen zu sein.

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Schweizer Fussballer-Fans mit Journalistin Anna Dombrowskaja in der Ukraine.

Schweizer Fussballer-Fans mit Journalistin Anna Dombrowskaja in der Ukraine.

Anna Dombrowskaja

Fünf Freunde aus dem Kanton Bern wollten mit dem Kleinbus nach Rostow am Don fahren, um die Nationalmannschaft gegen Brasilien zu unterstützen. Stattdessen standen sie plötzlich zwischen den Fronten des Ukraine-Konflikt. Das berichtete zumindest die ukrainische Journalistin Anna Dombrowskaja.

Sie behauptete, die fünf Männer, die eigentlich auf dem Weg zum Gruppenspiel der Schweiz gegen Brasilien waren, in der Konfliktzone im ostukrainischen Donbass-Gebiet angetroffen zu haben. Die Schweizer «wären fast an der Front gelandet», schrieb Dombrowskaja am Samstag auf ihrer Facebook-Seite. Das bestreiten die fünf Schweizer aus dem Kanton Bern jedoch. Dombrowskaja habe sie schon weit vorher abgefangen und ihnen eine sichere Route vorgeschlagen.

Julian (25), einer der fünf Nati-Fans, sagt gegenüber 20 Minuten: «Wir waren zu keinem Zeitpunkt in einem Kriegsgebiet und waren deshalb auch niemals in Gefahr, ansonsten würden wir auf dem Gruppenfoto mit Anna nicht derart glücklich aussehen». Sie seien zwar in Richtung Kriegsgebiet gefahren, hätten aber gewusst, dass dieses Gebiet grosszügig zu umfahren sei.

Auch gegen Serbien sind sie wieder dabei

Die fünf Schweizer haben die Reise seit rund zwei Jahren geplant. Den Bus haben sie gekauft und nach ihren Wünschen umgestaltet. «Er war einmal weiss, nun ist er rot. Passend zur Schweizer Flagge und zur WM in Russland», sagt Julian. Letzten Mittwoch machte sich die Gruppe auf den Weg nach Rostow. Die erste Pause legten sie am Mittwochabend in Krakau in Polen ein, dann ging es über Kiew nach Rostow. Dort kamen Julian und Co am Samstagabend an. Das 1:1 gegen Brasilien sahen sie wie geplant live im Stadion.

Der Bus der Schweizer Fans

Der Bus der Schweizer Fans

Facebook/Anna Dombrowskaja

Nun sind die fünf Jungs unterwegs nach Moskau. Nach einem Zwischenstopp in der Hauptstadt soll es nach Kaliningrad gehen, wo die Schweizer Nationalmannschaft am Freitag gegen Serbien spielt. Die rund 1000 Kilometer lange Reise durch Weissrussland und das Baltikum sollte weniger beschwerlich sein als der Hinweg zur WM. (jaw)