«Hallo, ich bin James Rodriguez. Ich bin gegen Abtreibung unter jeglichen Umständen und für das Leben.» So äussert sich der kolumbianische Fussballstar James Rodriguez in einem Video des katholischen Journalisten Frank Zapata.

Zapata, der nach seinen Angaben auf Twitter ein Heiliger sein möchte, macht mit dem Zitat Werbung gegen Abtreibung.

Zu Beginn des Videos fasst Zapata die Fussballkarriere und die Erfolge des Real Madrid-Spielers zusammen. Dann kommt Zapata auf die «wichtigste Entscheidung seines Lebens» zu sprechen.

2012 wurde Rodriguez Ehefrau Daniela Ospina, professionelle Volleyballspielerin, schwanger. Er war damals 21 Jahre alt, sie ein Jahr älter. «Vielen Jungen geht es heute so. Sie fragen sich Dinge wie: Und mein Beruf? Was passiert mit unseren Plänen, wird das Kind unser Leben diktieren?», erzählt Zapata im Video.

Dann wird James Rodriguez eingeblendet. «Als ich erfuhr, dass ich Vater wurde, war ich überglücklich. Auch wenn ich jung war, war es etwas Einzigartiges für mich. Das Leben eines Lebewesens ist wertvoller als alles andere», sagt der Fussballer. Er rät: «Falls das Kind nicht bei den Eltern leben kann, sollen sie es weiter geben, oder?»

«Vor drei Jahres bist du in unser Leben getreten. Du bist ein Segen Gottes. Alles Gute zum Geburtstag meine wunderschöne Prinzessin. Ich liebe dich!»

Rodriguez Aussagen haben grosse Polemik in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Auf Twitter und Facebook wurde das Video, insbesondere von gleichgesinnten Nutzern, fleissig geteilt.

Gemäss dem Onlineportal der spanischen Zeitung abc, seien Rodriguez Aussagen bei der Fussball-Fangemeinde nicht gut angekommen. Er sei vor allem für seine radikale Einstellung kritisiert worden: Unter gewissen Umständen, zum Beispiel einer Vergewaltigung, sei die Abtreibung legitim, so der gemeinsame Tenor der Fans.

Schweizer Sportler meiden politische Themen

Dass Sportler sich zu politischen Themen äussern, ist ungewöhnlich. In der Schweiz sind Politik-Statements selten. Die meisten Athelten wollen sich nicht die Finger verbrennen und sich auf ihr Kerngeschäft, den Sport, konzentrieren. Der ZSC Lions-Stürmer Morris Trachsler, der sich öffentlich gegen die Durchsetzungsinitiative ausgesprochen hat, bildet eine rare Ausnahme. 

Nur einmal sorgten Schweizer Sportler für einen kleinen Skandal. 1965 entrollte die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft während der Nationalhymne beim Spiel gegen Schweden ein Transparent mit der Aufschrift «Stop it Chirac». Die Mannschaft protestierte mit dieser spontanen Aktion gegen die Atombombentests des französischen Präsidenten Jaques Chirac.

Die Schweizer Nationalmannschaft mit dem selbstgebastelten Banner.

Die Schweizer Nationalmannschaft mit dem selbstgebastelten Banner.